Wissenschaft und Forschung 23.11.2021

Zahnschmelzfreundliches Bleichgel entwickelt

Zahnschmelzfreundliches Bleichgel entwickelt

Foto: master1305 – stock.adobe.com

Forscher der Universität Sichuan haben ein Gel entwickelt, das die Zähne wie ein herkömmliches Bleichgel aufhellen kann, ohne dabei jedoch den Zahnschmelz zu beschädigen.

Die hohen Mengen an Wasserstoffperoxid in herkömmlichen zahnärztlichen Bleaching-Behandlungen können den Zahnschmelz schädigen und zu Zahnempfindlichkeit sowie Zahnfleischreizungen führen. Bleichmittel für den Hausgebrauch enthalten zwar weniger Peroxid, benötigen aber in der Regel eine mehrwöchige Behandlung bei gleichzeitig geringer Wirksamkeit.

Bestrahlung mit Nahinfrarotlicht

Daher haben Xingyu Hu und Kollegen ein Gel entwickelt, das die Zähne sicher aufhellt, ohne zu brennen, wenn es mit Nahinfrarotlicht (NIR) bestrahlt wird. Sie stellten Nanopartikel aus sauerstoffarmem Titandioxid (TiO2-x) her, die die Hydroxylproduktion aus Wasserstoffperoxid katalysierten. Die Bestrahlung dieser Partikel mit NIR-Licht erhöhte ihre katalytische Aktivität, die mit orangefarbenem, teefarbenem oder rotem Farbstoff gefärbte Zahnproben innerhalb von 2 Stunden nach der Bestrahlung vollständig bleichen. Daher mischten sie diese Nanopartikel in ein Gel, das Carbomer-Gel und 12 % Wasserstoffperoxid enthielt. Sie trugen es auf natürlich gefärbte Zahnproben auf und behandelten sie eine Stunde lang mit NIR-Licht. Überraschenderweise erzielte ein selbst hergestelltes Bleichgel auf der Grundlage dieses neuartigen Systems mit 12 Prozent HP die gleiche Aufhellungsleistung wie ein Zahnbleichmittel mit 40 Prozent HP.

Grundstein für neue Zahnbleichstrategie gelegt

Die triviale Zerstörung des Zahnschmelzes, der sichere Temperaturbereich und die gute Zytokompatibilität der TiO2-x-Nanopartikel zeugten ebenfalls von der Sicherheit dieser Zahnbleichstrategie.

Die Forschungsarbeit "Photothermal-Enhanced Fenton-like Catalytic Activity of Oxygen-Deficient Nanotitania for Efficient and Safe Tooth Whitening" wurde kürzlich in ACS Applied Materials & Interfaces veröffentlicht.

DOI: 10.1021/acsami.1c06774

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