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Marketing 15.01.2019

Kreative Dentalfotografie – So kommt Licht ins Dunkel

Dr. Ingo Frank
E-Mail:
Kreative Dentalfotografie – So kommt Licht ins Dunkel

Haben Sie schon mal im Internet oder in einer Zeitschrift Fotos von Zähnen gesehen und sich gedacht: "Was für ein tolles Bild“? Haben Sie sich auch gefragt wie das Foto wohl entstanden ist? Oft denken wir, dass solche Fotos mit teuren Kameras und hochwertigen Objektiven aufgenommen werden oder dass das „Shooting“ in einem professionellen Beleuchtungsstudio durchgeführt wurde. In Wirklichkeit kann aber jeder von uns solch ein Foto schnell und einfach machen. Die dentale Fotografie ist oft nicht nur weniger kompliziert, sondern auch mit weniger Aufwand möglich, als wir denken.

Allgemein spielt die Fotografie in vielen Bereichen der Zahnmedizin eine immer größere Rolle: von der Diagnose, über die Behandlungsplanung und Teamkommunikation, bis hin zur Patientenaufklärung, Farbbestimmung und forensischen Dokumentation ist sie ein wichtiges Hilfsmittel. Aber auch für Marketing-Zwecke lassen sich ästhetische Zahnfotografien oder Vorher-Nachher-Bilder gut einsetzen [1,2].

Mit einer guten Spiegelreflex-Kamera und einem Macro-Objektiv können Hobby-Fotografen dabei schnell Fortschritte machen. Durch das Streben nach einem besseren Bild begeben sich viele von uns immer weiter auf die Suche nach dem besten Trick oder einer speziellen Ausrüstung. Viele Aspekte der Fotografie wie z.B. der Objektivtyp, der Kamerasensor und die Kameraeinstellungen sind wichtig um tolle fotografische Ergebnisse zu erzielen, jedoch ist der entscheidende Aspekt die Lichtquelle: Nur durch die ideale Beleuchtung der dunklen Mundhöhle lassen sich verwertbare und ästhetische intraorale Fotografien erstellen. Für den Benutzer erfordert die Dentalfotografie deshalb ein gutes Verständnis der Beleuchtung.

Lichtquellen

Der Ringblitz ist die am häufigsten verwendete und in der Handhabung die einfachste Beleuchtung für die dentale Makrofotografie (Abb.1). Er ist typischerweise mit zwei Lampen in einem runden Gehäuse aufgebaut, welche sehr nah am Ende der Linse montiert ist und das Licht in Umfangsrichtung entschärft. Der Aufbau dieser Leuchtquelle ermöglicht eine gleichmäßige Verteilung des Lichts, wodurch Schatten vermieden wird.

Auf diesem Weg können große Teile der Mundhöhle visualisiert werden - insbesondere im posterioren Bereich (Abb. 2). Jedoch verstärkt die Abwesenheit von Schatten den Eindruck von 2-Dimensionalität. Insbesondere im Frontzahnbereich zeigen sich durch den direkten Frontalblitz große spiegelnde Reflexionen auf der Oberfläche des Zahnes. Dieser Effekt kann minimiert werden, indem man den Winkel der Kamera ändert oder den Ringblitz von der Vorderseite des Objektivs entfernt und den Blitz - evtl. modifiziert mit z.B. einem Blatt Papier - seitlich der Kamera hält. Alternativ kann eine Kreuzpolarisation mit einem Polarisationsfilter (z.B. polar_eyes, Bioemulation) verwendet werden. Diese Aufnahmen eignen sich besonders gut mit Hilfe einer Graukarte (white_balance®) für eine genaue Farbbestimmung (Abb. 3) [3].

Die Alternative zum Ringblitz ist der Doppelblitz oder auch Seitenblitz genannt. Er hat zwei unabhängige Lichtquellen, deren Lichtstärke individuell eingestellt werden können (Abb. 4). Mit einer zusätzlichen Blitzhalterung z.B. PhotoMed R2 Bracket, OwlBracket, axis Bracket u.v.m., können die Winkel unterschiedlich stark eingestellt werden, die den Lichtkegel im Mund beeinflussen (Abb. 5). Diese Möglichkeit, die Lichtquelle so zu positionieren, dass sie die Position der Kamera ergänzt, ermöglicht Aufnahmen mit selektiveren Lichtern und Schatten. Seitenblitze lassen somit ein dreidimensionales Erscheinungsbild zu. Dadurch wird die Wahrnehmung der Oberflächenstruktur erheblich verbessert (Abb. 6).

Durch die Steuerung der Lichter durch die Blitzposition können Spiegelreflexionen stark reduziert werden, um die inneren Eigenschaften der Zähne freizulegen, was für die Farbabstimmung unerlässlich ist. Der Nachteil einer Seitenblitzanordnung besteht darin, dass die Beleuchtung der posterioren Strukturen, aufgrund der Winkel der Lichtquellen zum fotografierenden Objekt, im Vergleich zum Ringblitz deutlich schwieriger ist.

Der Seitenblitz kann darüber hinaus auch mehr Kreativität ermöglichen, wenn beispielsweise das Licht mit Diffusoren "weicher" gestalten werden soll. Die Verwendung von Softboxen ist bei Seitenblitzen recht einfach und kostengünstig. Wichtig zu beachten ist dabei, dass Lichtmodifikationen fast immer zu Veränderungen der Kelvintemperatur des Lichts führen. Sowohl Ring- als auch Seitenblitze erzeugen ein Licht mit ca. 5500 Kelvin. Durch die Verwendung von Diffusoren oder Softboxen wird die Lichttemperatur verändert und die Farbhelligkeit des Fotos erheblich beeinflusst. Dies kann jedoch durch manuelle Einstellungen an den Blitzen einfach gelöst werden.

Eine weitere Option der Seitenblitze ist der Einsatz von Studioleuchten – dies sind in der täglichen Praxis allerdings nicht allzu verbreitet. Leuchten dieser Art, in Kombination mit Softboxen, können eine sehr weiche Beleuchtung und weniger harten Reflexionen erzeugen (Abb. 7- 9). Die mit dieser Technik erzielten Ergebnisse wirken in vielen Fällen kreativ und ästhetisch und sind daher bestens für Präsentationen oder Social-Media-Beiträge geeignet (Abb. 10-20).

Schlussfolgerungen

Bei der Aufnahme dentaler Fotos ist es nicht notwendig, die beste Kamera oder das teuerste Objektiv zu besitzen. Der Fotograf benötigt lediglich ein paar Tricks, Kreativität und das Verständnis von Lichteinfluss in der dunklen Mundhöhle.

Zusammenfassend ist der Ringblitz die einfachste Lichtquelle in der Dentalfotografie. Besonders für den Anfänger ist diese zu empfehlen, jedoch hat sie insbesondere im Frontzahnbereich z.B. bei Texturdetails eindeutige Nachteile. Im Gegensatz dazu ist der Seitenblitz die vielseitigere Lichtquelle mit mehreren Modifikationen und mehr Möglichkeiten Kreativität auszudrücken (Abb. 21).

(1) Bengel W. Grundlegende Techniken der Fotografie und Bildbearbeitung – Intraorale Fotografie (I). Berlin: Quintessenz; 2010
(2) Frank, I. Digitale Kommunikation 2.0: Dentale Fotografie. Stuttgart: Thieme Verlag; 2018
(3) Hein S, Tapia J, Bazos P. eLABor_aid: a new approach to digital shade management. Int J Esthet Dent 2017; 12: 186–202

 

Foto: Autor
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