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Praxiseinrichtung 20.11.2019

Die Gründung einer digitalen KFO-Praxis – die Inneneinrichtung

Die Gründung einer digitalen KFO-Praxis – die Inneneinrichtung

Nachdem in Teil 1 dieser vierteiligen Artikelserie die Planung inklusive der Anforderungen an das Praxiskonzept im Mittelpunkt standen und Teil 2 sich der digitalen Ausstattung gewidmet hat, dreht sich im dritten Teil alles um die Inneneinrichtung der Praxis.

Planung der Praxiseinrichtung

Ein wesentlicher Aspekt für die Attraktivität der Praxis stellt die Inneneinrichtung dar. Grundsätzlich sollte sich hierbei entschieden werden, ob man die komplette Einrichtung durch ein klassisches Dentaldepot planen lassen möchte. Eine Option, die sicherlich praktisch ist, da eine Neugründung sehr viel Zeit in Anspruch nimmt und dem Praxisgründer auf diese Weise natürlich viel Arbeit abgenommen bekommen würde. Als zweite Option kann man die Planung auch selbst in die Hand nehmen, um seine Wünsche und Visionen möglichst individuell umzusetzen.

Unsere Planung basiert auf insgesamt drei Bereichen – die Einrichtung des Behandlungsbereichs (Abb. 1), des Wartebereichs (Abb. 2 und 3) und des Besprechungsraums (Abb. 4). Bei der Planung des Behandlungsbereichs eröffnen sich einem unterschiedliche Möglichkeiten, die sich zweifellos auch preislich unterscheiden. So gibt es neben der Option, auf Standard-Dentalmöbel zurückzugreifen, natürlich auch die komfortablere Möglichkeit, individuell geplante Dentalmöbel einzusetzen. Dies bringt einerseits den großen Vorteil mit sich, dass man der eigenen Kreativität ihren freien Lauf lassen kann. Diese Freiheit kann sich jedoch andererseits wiederum als ein großer Nachteil erweisen, da keine standardisierten Vorgaben eines Dentaldepots zur Verfügung stehen, an welchen man sich orientieren kann. Um die Behandlungszeile praxisrelevant planen zu können, muss man sich zunächst des kompletten Inhalts der später zur Verfügung stehenden Schränke und des Instrumentenworkflows im Klaren sein, da dies sowohl den benötigten Platzbedarf als auch das Design innerhalb der Schränke bestimmt. Des Weiteren sind bei der Möbelplanung diverse Kleinigkeiten zu beachten, wie etwa dass die Waschbecken flächenbündig und ohne Aufsatzkante in die Arbeitsplatte eingearbeitet werden sollten. Weitere wichtige Aspekte sind in diesem Zusammenhang, dass sämtliche Schränke natürlich Kantendichtungen benötigen, welche geschlossen um die Korpuskanten zu führen sind. Zudem sollten sich Abfallschränke berührungslos oder nur per Kniedruck öffnen lassen, um nur einige Beispiele zu nennen.

Im Zuge dessen muss sich ferner entschieden werden, ob man mit vorgefertigten Behandlungssets arbeiten oder die Instrumente aus den Schubladen einzeln auf das jeweilige Tray legen möchte. Zweifellos sind Sets sehr praktisch und ermöglichen einen reibungslosen Behandlungsablauf am Stuhl. Sie haben jedoch auch einige Nachteile: So sind sie relativ teuer, nehmen viel Platz in den Schränken ein und benötigen gesonderte Aufmerksamkeit im Rahmen der Sterilisation (ggf. ist sogar ein größerer Sterilisator erforderlich). Obgleich beide Optionen ihre jeweiligen Vorteile aufweisen, habe ich mich für die Set-Version entschieden und diese Entscheidung entsprechend in die Schrankplanung einfließen lassen. So wurden die Schrankelemente in der Konsequenz von vornherein etwas größer gestaltet, um alle Sets aufzunehmen. Zudem wurden spezielle Flächen für das Bestücken der Sets nach erfolgter Sterilisation integriert.

Für unsere neue Praxis haben wir insgesamt vier Sets für die jeweilige Anwendung erstellen lassen – Herausnehmbare-Apparaturen-Set, MB-Set, Bonding-Set sowie Debonding-Set. Im täglichen Praxisworkflow wird bei einem Patienten dann lediglich das bestimmte Set in einer sterilisierten Tüte auf das Tray gelegt. Nach erfolgter Behandlung werden alle Instrumente, Papier und die Steri-Tüte in einen fahrbaren Trolley gegeben. Solche Trolleys finden auch im Flugverkehr ihre Anwendung, dort werden sie z. B. zur Ausgabe von Getränken oder für das Einsammeln des Mülls genutzt. Die praktischen Abmaße eines Trolleys, seine sehr gute Fahrbarkeit und die damit einhergehenden Sicherheitsmöglichkeiten waren für uns ausschlaggebend für deren Anschaffung. Darüber hinaus unterstreichen sie zusätzlich unser (im ersten Teil beschriebenes) Flughafenkonzept.

Was den Steri-Workflow (Abb. 5 und 6) betrifft, stehen unseren Trolleys eigene „Parkplätze“ zur Verfügung. An der ersten Station des roten Bereichs wird dann zunächst zwischen Instrumenten und Müll getrennt. Dem Waschbecken zur Reinigung der Hände schließt sich ein Instrumentenspülbecken an, in dem die Instrumente grob mittels Brause gesäubert werden können. In der danebenliegenden Station werden sie anschließend in den Thermodesinfektor gegeben. Von dort werden die nun gesäuberten Instrumente auf die Auflage im auf der gegenüberliegenden Seite befindlichen grünen Bereich gelegt, von wo aus sie (je nach Set) wieder zusammengeführt und eingetütet werden. Diese Tüten werden dann in den nachfolgenden Stationen in den Autoklaven gegeben. Nach ihrer Finalisierung werden die Sets wieder in den ebenfalls gesäuberten Trolleys verstaut und zu den Behandlungseinheiten und entsprechenden Schubladen gefahren.

Marketingplanung/ Internetauftritt

Im Rahmen der Planung und Umsetzung der Praxismarketingmaterialien haben wir uns zunächst einen Praxisnamen mit Logo als CI überlegt. Dabei hatten wir konstruktive Hilfe von Emmanuel Croué von der Agentur praxiskom erhalten. Am Ende entschieden wir uns für „Doktor Zahnspange“. Mit diesem einfach zu merkenden Namen kann sich die Zielgruppe leicht identifizieren. Nach erfolgter Gestaltung des Praxislogos konnte die neue CI dann als Grundlage für die Erstellung von Visitenkarten, Praxispapier, Überweiserheft, Praxisbroschüre etc. genutzt werden.

Der Beitrag ist in der KN Kieferorthopädie Nachrichten erschienen.

Foto: Autor

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