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Praxiseinrichtung 30.10.2019

Schöne Zähne statt Party: Von der Kultkneipe zur topmodernen Praxis

Christine Göke
Christine Göke
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Schöne Zähne statt Party: Von der Kultkneipe zur topmodernen Praxis

Über 20 Jahre feierte ein buntes und sehr gemischtes Publikum, quer durch alle Altersklassen, in der zentral gelegenen Essener Kultkneipe „Pupasch“ Partys. Hierbei handelte es sich um die typische, dunkel vertäfelte Kneipe, verraucht und oftmals laut. Damit war im Jahr 2016 plötzlich Schluss, die Essener Institution „Pupasch“ schloss ihre Pforten, die Einrichtung blieb fast komplett zurück und infolge standen die Räume auf der Akazienallee längere Zeit leer: bis sich Dr. Milena Katzorke entschloss, aus der Kultkneipe eine kieferorthopädische Fachpraxis zu machen.

Als sich Dr. Milena Katzorke, die in der Vergangenheit gern die eine oder andere Feier in den Räumen der ehemaligen Essener Kultkneipe „Pupasch“ besuchte, auf die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für eine eigene kieferorthopädische Fachpraxis machte, weckte genau diese Location aufgrund des perfekten Standortes schnell ihr Interesse, und nach einigen Verhandlungen war klar, dass sie hier zukünftig Kinder, Jugendliche und Erwachsene nach modernsten Methoden behandeln möchte.

Der etwas andere Praxisaufbau

Da die Fläche aufgrund ihres langgezogenen Grundrisses in Kombination mit einem großen Innenbereich ohne direktes Tageslicht von einem durchschnittlichen räumlichen Standard weit entfernt war, zudem die Räume entkernt und in der Folge komplett neu aufgebaut werden mussten, war die Beauftragung eines Fachmanns für die Praxisplanung unerlässlich. Dr. Katzorke nahm hierfür den Düsseldorfer Innenarchitekten Hartwig Göke ins Boot, der seit 15 Jahren mit seinem Büro GÖKE PRAXISKONZEPTE ein Spezialist auf diesem Gebiet ist.

Von der ersten Idee bis zur Eröffnung verging insgesamt rund ein Jahr, wobei die hohen Räume, unterschiedliche und zum Teil zerklüftete Deckenflächen, der große, lange und dunkle Innenbereich sowie die notwendigen Brandschutzmaßnahmen die Planer wiederholt durchaus vor Herausforderungen stellten. Frau Dr. Katzorke wünschte sich eine helle, freundliche und transparente Praxis, in der es, ihrem Naturell als zielorientiert arbeitende, junge und moderne Kieferorthopädin entsprechend, optische Highlights mit einem praktischen Nutzen geben sollte. Im ständigen Dialog mit dem Innenarchitekten entstanden so Eyecatcher, welche die Blicke der Patienten auf sich ziehen, zudem Notwendiges wie Backoffice und Röntgen geschickt verbergen und gleichzeitig als Wegweiser durch die Praxisräume dienen.

Nach Abschluss der Vorbesprechungen, bestehend aus der Konzeptentwicklung und deren Umsetzung in die einzelnen Stufen der Installations- und Beleuchtungsplanungen, begann die fünfmonatige sehr intensive Umbauphase. Zu Beginn der Arbeiten galt es, Reliquien der vorhergegangenen Kneipenära zu entfernen, wobei die Entsorgung der Inneneinrichtung durchaus den geringeren Einsatz benötigte. Allerdings mussten z. B. auch der alte Lastenaufzug zugeschüttet und Leitungen zu den einstigen Fässern im Keller gekappt werden.

Ein Röntgenblock aus Beton

Aber der Aufwand hat sich gelohnt, das erzielte Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Heute wird der Patient bereits von außen durch die offene Eingangssituation mit großformatigen Fensterflächen von dem als Solitär gestalteten Empfang in strahlendem Weiß und organisch abgerundeter Form begrüßt. In dem nachfolgenden, separaten weißen Raumelement mit drei integrierten freundlich wirkenden Bullaugen, die beabsichtigt an das Praxislogo der drei stilisierten lachenden Gesichter erinnern, befindet sich das Backoffice. Die Bullaugen vermitteln Transparenz, gleichzeitig können die Mitarbeiterinnen im für den Patienten unzugänglichen Bereich ungestört telefonieren und Unterlagen bearbeiten, ohne den Datenschutz zu verletzen.

In einmaliger Betonoptik schließt sich ein weiteres Raumelement an, das sehr geschickt den Röntgenraum verbirgt und ebenfalls das Gesicht der Praxis entscheidend prägt. Da der Röntgenblock besondere Aspekte erfüllen muss, wurde er vollständig als hochwertiger Innenausbau durch den beauftragten Tischler gefertigt, außen in Betonoptik, zur Decke hin frei stehend und mit einer indirekten Beleuchtung nach oben versehen, um auch den Anforderungen des Strahlenschutzes und der hohen Zugkraft des Röntgengerätes zu entsprechen. Da die Praxisfläche auch in diesem Bereich alles andere als rechtwinklig ist und der Block zudem an einen Mauervorsprung angepasst werden musste, wurde die passgenaue Konstruktion nach einem digitalen Aufmaß gebaut und in der Tischlerei komplett vorgefertigt.

Beide als frei stehende Elemente mit abgerundeten Kanten konzipierte Einbauten passen einerseits perfekt zur Optik des Empfangsbereiches, andererseits unterbrechen sie den sehr langen Innenbereich und führen gleichzeitig die Patienten in die gewünschten Praxiszonen.

Transparenz und freundliche Helligkeit im nahezu fensterlosen Innenbereich der Praxis erzielten die Praxisplaner durch den Einsatz von raumhohen Glastrennwänden, die der insgesamt 260 Quadratmeter großen Fläche optische Leichtigkeit verleihen. Der durchgängig eingesetzte PVC-Bodenbelag in Holzoptik erzeugt ein warmes und natürliches Flair und die Kombination mit weißen Möbeln in allen Räumen und einigen wenigen blauen Akzenten verleiht der Praxis gleichzeitig eine saubere und frische Ausstrahlung.

Gewappnet für die Zukunft

Der alte „Charme“ der verrauchten Kneipenatmosphäre ist vollständig einer modernen kieferorthopädischen Fachpraxis mit einem hochwertigen, durchdachten und strukturierten Ambiente gewichen. Dank Dr. Milena Katzorke als entscheidungsfreudige und intensiv mitarbeitende Auftraggeberin sowie der ausgeklügelten Praxisplanung durch GÖKE PRAXISKONZEPTE und der Arbeit hervorragender Gewerke entstand eine moderne, elegante und erweiterbare kieferorthopädische Praxis mit klarer, freundlicher und heller Linie, die bereit ist, alle Herausforderungen der Zukunft anzunehmen. Ein Gesamtkonzept, das Erfolg verspricht.

Foto: Joachim Grothus Fotografie

Der Beitrag ist im ZWP spezial erschienen.

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