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Endodontologie 12.11.2014

Zahnerhalt mit minimalinvasiver Füllungstherapie

Zahnerhalt mit minimalinvasiver Füllungstherapie

Moderne Therapieansätze verfolgen das Ziel, die natürlichen Zähne bis ins hohe Lebensalter zu erhalten. Eine Maxime ist die Schonung der Zahnhartsubstanz mithilfe eines möglichst minimalinvasiven Vorgehens. In der zahnfarbenen Füllungstherapie werden dabei adhäsive Werkstoffe wie beispielsweise Komposite oder Glasionomerzemente (GIZ) eingesetzt. Letztere kommen im Rahmen eines effektiven Kariesmanagements in allen Lebensphasen zur Anwendung und können bereits im Zuge der präventiven Bemühungen einen Beitrag leisten.1 Um von den Vorzügen von GIZ und Komposit gleichzeitig zu profitieren, kombiniert das zweistufige Füllungssystem EQUIA (GC) beide Materialgruppen.

Konkret setzt das System dabei auf eine hochviskose glasionomerbasierte Füllungskomponente sowie einen nanogefüllten Kompositlack und ist gemäß der Gebrauchsanweisung des Herstellers unter anderem anwendbar bei Restaurationen der Klasse I, unbelasteten Restaurationen der Klasse II und kaudruckbelasteten Restaurationen der Klasse II (sofern der Isthmus weniger als die Hälfte des Interkuspidalraumes beträgt). Das vergleichsweise neue Konzept soll den Defiziten konventioneller GIZ, wie geringe Bruchzähigkeit und Oberflächenhärte, entgegentreten. Hierbei kommt EQUIA Coat zum Einsatz, welches die genannten Werkstoffeigenschaften sowie die Ästhetik optimiert. Es infiltriert die naturgemäß bei Glasionomeren stets leicht poröse Oberfläche und kann durch den Verbund der Werkstoffe die Biegefestigkeit der Füllung deutlich steigern.2 Doch was macht eine Kombination dieser beiden Materialgruppen darüber hinaus so sinnvoll?

GIZ und Komposit – ein „starkes“ Duo

Während das Hoheitsgebiet der Komposite anfangs die ästhetische Frontzahnversorgung war, haben sie sich mittlerweile auch im Seitenzahnbereich bewährt und stellen eine adäquate Lösung dar, mit welcher ein breites Indikationsspektrum bedient werden kann. GIZ hingegen kommen in einem eingeschränkten Indikationsbereich zum Einsatz. Sie zeichnen sich jedoch zum einen durch eine typische Eigenschaft aus, die bereits bei der Kariesprävention einen Beitrag leisten kann: Fluoridfreigabe und – damit verbunden – antikariogene Effekte. Wie bekannt ist, kann eine regelmäßige Fluoridierung die Krankheitsanfälligkeit des Zahnes reduzieren; so sorgt Fluorid unter anderem für eine Beeinflussung des Plaque-Stoffwechsels.3 Gut zu wissen: Im Falle von EQUIA wird die Fluoridabgabe durch den Coat zwar eingeschränkt, aber nicht komplett verhindert.1

Abb. 1: Präparierte Kavität. Abb. 2: Fertige Restauration mit EQUIA. (© GC Europe NV)

Minimalinvasive Therapiemöglichkeit

Ein weiterer wesentlicher Aspekt, der für GIZ als Füllungswerkstoff spricht: Neben den genannten Eigenschaften ist er – bei Beachtung der jeweiligen Indikationsstellungen – im Gegensatz zu alternativen Materialien (z.B. Gold, Amalgam, Keramik) für weitestgehend minimalinvasive Therapieansätze geeignet. Hier kommen Glasionomermaterialien neben der Kinder- und Jugendzahnheilkunde auch bei der Behandlung von Erwachsenen und Senioren bevorzugt zum Einsatz. Im Falle von EQUIA umfassen die Indikationen unter anderem Klasse I-, unbelastete Klasse II-, kaudruckbelastete Klasse II- (sofern der Isthmus weniger als die Hälfte des Interkuspidalraumes beträgt) sowie Klasse V-Restaurationen und Wurzelkaries. Letztgenannte tritt gerade bei erwachsenen und älteren Patienten immer häufiger auf, so belegen Daten der DMS IV bspw. bei Erwachsenen in Deutschland einen Anstieg um 9,7 Prozentpunkte zwischen 1997 und 2005.4 Adhäsive Werkstoffe erweiterten die Möglichkeiten für die Umsetzung möglichst minimalinvasiver Therapieansätze deutlich, da beim Einsatz dieser Materialien (z.B. Komposite, GIZ) im Vergleich zu traditionellen Werkstoffen (z.B. Gold, Amalgam, Keramik) präparationsbedingt weniger gesunde Zahnhartsubstanz entfernt werden muss.5 Ein Argument, bei der Füllungstherapie im Sinne einer zeitgemäßen Zahnmedizin auf adhäsive Werkstoffe wie z. B. das moderne EQUIA-System zu setzen. Mithilfe einer Restauration wird darüber hinaus auch die Putzbarkeit des Zahnes wiederhergestellt; insofern nimmt die Füllungstherapie einen essenziellen Teil der präventiven Zahnheilkunde ein.6

Gemeinsam zum Behandlungserfolg

Grundlegend für die erfolgreiche Kariestherapie (vor der Kavitation) ist jedoch auch die vertrauensvolle Kooperation von Zahnarzt und Patient. Eine Maxime könnte lauten: „Hand in Hand, nicht Zahn um Zahn.“ So sind zur Sicherstellung des Behandlungserfolgs planmäßige Recall-Termine notwendig. In der Praxis kann Kariesprävention beispielsweise mithilfe der professionellen Zahnreinigung und Zahnsteinentfernung betrieben werden. Der Patient wiederum kann mit der Verwendung von Zahnbürsten, Zahnseide und bspw. Zahnschutzcremes mit Recaldent (z.B. Tooth Mousse, GC) oder Fluorid (z.B. MI Paste Plus, GC; Recaldent plus Fluoridgehalt von 900 ppm) Präventivmaßnahmen ergreifen, um der Demineralisierung von Dentin und Schmelz vorzubeugen und remineralisierende Prozesse für ein orales Gleichgewicht im Mundraum zu fördern. Hierzulande zeigte die gemeinsame Kariesbekämpfung bereits Erfolge: In Deutschland hat sich der Zahnverlust von Erwachsenen und Senioren seit 1997 erstmals deutlich verringert (DMS IV, 2006).7 Teils ist dies zurückzuführen auf den Rückgang der Zahnextraktionen aufgrund von Karies, deren erfolgreiche Bekämpfung eng mit der Etablierung non-, mikro- und minimalinvasiver Verfahren verbunden ist.

Fazit

Moderne adhäsive Füllungssysteme können im Rahmen eines effektiven Kariesmanagements ihren Beitrag leisten, die Volkskrankheit Karies zu bekämpfen und damit effektiv zur Zahnerhaltung beizutragen – für ein möglichst natürliches Lächeln bis ins hohe Lebensalter. Die natürliche Farbgebung der Produkte sorgt darüber hinaus für eine ansprechende Mund raum ästhetik, somit werden dem Behandler gleich mehrere Argumente an die Hand gegeben, mit denen er den Patienten für die Therapie gewinnen kann. Denn: Nur gemeinsam lässt sich deren optimale Umsetzung erreichen.

Autor: Daniel Burghardt

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Foto: © Autor
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