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Implantologie 19.01.2012

Vereinigung von Langlebigkeit und ­natürlicher Ästhetik

Vereinigung von Langlebigkeit und ­natürlicher Ästhetik

Der Wunsch nach ästhetisch perfektem Zahnersatz wächst in der Implantologie immer weiter. Ein neuer individueller Zirkonoxidaufbau ermöglicht die Fertigung ästhetisch hochwertiger Keramik­aufbauten mit langlebigem Titaniumkern – für stabile Implantat-Aufbau-Verbindungen im Front- und Seitenzahnbereich.

Patienten erwarten heute  langlebige Versorgungen, die naturidentisch sind – nicht nur im Frontzahnbereich. Dabei wird ein Durchschimmern von Titanaufbauten durch die Gingiva in der Regel nicht mehr akzeptiert. Besonders ein dünner Gingivabiotyp stellt hierbei eine Herausforderung dar. Vor diesem Hintergrund trägt die Wahl des Abutments entscheidend zum Erfolg einer implantatprothetischen Versorgung bei.

Zirkonoxid und TitaniumBase in der Implantatprothetik


Im Frontzahngebiet ermöglichen einteilige Cercon-Keramikaufbauten aus Zirkoniumdioxid eine optimale Aufbaugestaltung (Abb. 1 und 2). Da sie ohne Metallbasis auskommen, schimmern keine Metallränder gräulich durch die dünne Mukosa hindurch. Obwohl die Langzeitergebnisse noch ausstehen, zeigt Zirkonoxid als Material in der Implantatprothetik ein großes Potenzial1: Besonders seine lichtdynamischen Eigenschaften, seine Festigkeit und Bioverträglichkeit sowie das Phänomen der sogenannten Umwandlungsverstärkung2 sind wesentliche Vorteile der Hochleistungskeramik. Trotz erster vielversprechender Ergebnisse zeigt sich in Studien für vollkeramische Aufbauten im Seitenzahnbereich3 ein erhöhtes Frakturrisiko bei starker okklusaler Beanspruchung. Besonders bei Bruxismus können vollkeramische Aufbauten frakturieren (Abb. 3). Daher ist diese Form der Versorgung im Seitenzahnbereich bisher nicht empfohlen.4

Durch die TitaniumBase ist es heute möglich, das Beste aus zwei Welten zu kombinieren. Denn die sowohl für die Implantatsysteme XiVE® als auch Ankylos erhältliche präfabrizierte TitaniumBase wird bei den zweiteiligen individuellen Abutments als metallischer Kern eines individuellen keramischen Aufbaus eingesetzt. Vorteil: Der Titankern minimiert das Bruchrisiko bei der definitiven implantatprothetischen Versorgung. Die Titanbasis bildet zum einen die Anschlussgeometrie zum Implantat, zum anderen die Plattform für das Cercon-Abutment. Beide Komponenten werden im Dentallabor verklebt, sodass diese Klebefuge unter dem Mikroskop kontrolliert und versäubert werden kann. Der Aufbau wird am Computerbildschirm individuell gestaltet. Auf diese Weise kann der keramische Anteil des zweiteiligen Aufbaus nicht nur außen perfekt und den ­ästhetischen Bedürfnissen entsprechend angepasst ­werden, sondern auch die innen liegende Klebefuge zur TitaniumBase formschlüssig gestaltet werden. Die metallische Verbindung zum Implantat erlaubt die dauerhafte und sichere Fixierung im Implantat durch die Vorspannung der Abutmentschraube. Dadurch können die positiven Eigenschaften des Zirkonoxids, wie geringe Plaqueakkumulation5 und bessere Weichgewebsintegration, genutzt werden, ohne auf die Vorteile der präfabrizierten Verbindungsgeometrie und Schraubenvorspannung verzichten zu müssen. So liefert Zirkoniumdioxid im Verbund mit der TitaniumBase auch im Seitenzahnbereich sichere und langfristig stabile Ergebnisse auf höchstem ästhetischen Niveau.

Falldarstellung


Eine 39-jährige Patientin wandte sich an unsere Praxis mit dem Wunsch nach ästhetischer Versorgung des Zahns 24. Aufgrund einer Wurzellängsfraktur war dieser Zahn nicht erhaltungswürdig und musste entfernt werden. Nach Revision der Wurzelkanalfüllung an Zahn 23 und Wurzelspitzenresektion mit retrograder Wurzel­kanalfüllung an Zahn 25 (Abb. 4) folgte die Implantat­insertion in Regio 24. Die Wahl fiel auf das Implantat­system Ankylos C/X (DENTSPLY Friadent, Mannheim). ­Ankylos mit seiner konischen Implantat-Aufbau-Verbindung gewährleistet langfristig stabile Knochenverhältnisse und gesundes Weichgewebe und hat sich in unserer Praxis bewährt (Abb. 5).

Die Implantatposition wurde nach palatinal anguliert gewählt, um so eine bukkale Augmentation durch eine ausreichende knöcherne Bedeckung des Implantats umgehen zu können. Intraoperativ erfolgte die Abformung der Implantatposition mittels einer tiefgezogenen Schiene, an der ein Abformpfosten mit Kunststoff fixiert wurde. Während der sechswöchigen Einheilphase wurde ein anatomisch idealisierter Zirkonoxidaufbau auf TitaniumBase im Labor konstruiert und hergestellt (Abb. 6). Dafür wird die Ankylos ScanBase benötigt. Sie hat die gleiche Geometrie wie die TitaniumBase und dient dem Erfassen der Position der Laborimplantate im Arbeitsmodell. Im Gegensatz zur TitaniumBase kann sie eingescannt werden, ein zusätzlich notwendiges Konditionieren des Titanaufbaus, mit Puder etwa, was zu Ungenauigkeiten beim Einscannen führen kann, entfällt also. Mithilfe der Doppelscantechnik kann die individuell modellierte Aufbauform virtuell erstellt und im Fräsvorgang aus Zirkonoxid hergestellt werden.

Der individuelle Aufbau, der im Gegensatz zu präfabrizierten Abutments ein zahnanaloges Durchtrittsprofil erlaubt, wurde nach minimalinvasiver Freilegung eingegliedert. Damit übernimmt er die Funktion eines „keramischen Gingivaformers“. In diesem Fall ist das Implantatprotokoll zugunsten eines zügigen Ablaufs verändert, denn so konnte ein weiterer Wechsel des Abutments vermieden werden. Grundsätzlich kann bei verkürztem Ablauf ein Beschleifen des Aufbaus notwendig werden. Nach einer provisorischen Tragedauer von 14 Tagen wurde der Gingivaverlauf am Abutment überprüft (Abb. 7 und 8). Es lag eine reizfreie Gingiva um die epigingivale Stufe vor, sodass die Zirkonoxidkrone definitiv eingegliedert werden konnte (Abb. 9–11).

Fazit für die Praxis


Der vorgestellte Ablauf ermöglicht eine ästhetisch ansprechende Versorgung mit Eingliederung des definitiven Abutments bei der Freilegung, ohne mehrfach Sekundärteile wechseln zu müssen. Dadurch ergibt sich ein vorhersagbares ästhetisches und stabiles Emergenzprofil mit wenig Knochenverlust und guter Weichgewebeanlagerung an das Zirkonoxid. So empfiehlt sich die TitaniumBase besonders bei ästhetisch anspruchsvollen Patienten mit dünner Gingiva oder hoher Lachlinie.

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