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Kieferorthopädie 28.02.2011

Wege und Umwege der KFO

Wege und Umwege der KFO

Leone-Kurshighlight mit Prof. Dr. James A. McNamara. 40 Jahre KFO – Kieferorthopädisches Resümee zwischen Forschung und Praxis.

"Die Details machen den Unterschied", betonte Prof. Dr. James A. McNamara (Department of Orthodontics and Pediatric Dentistry, University of Michigan, USA), weltweit beachtet für seine Präzision im Detail und wissenschaftlich abgesicherte Protokolle von der Planung bis zum Finish. An zwei Dezembertagen nahe Florenz fanden dies ca. 300 Kollegen auf höchstem Niveau bestätigt.
Unter dem Titel "Straigh­t­ening Teeth and Faces: Practical Lessons learned during the First Forty Years" bot McNamara einen Überblick zu Wegen und Umwegen der Kieferorthopädie.

Italiens Flair und Wissenschaft


Besonderen Reiz hatte dieser von der Firma Leone veranstaltete Kurs zudem durch Prof. Dr. Tiziano Baccetti und Prof. Dr. Lorenzo Franchi (University of Florence), beide fachkompetente Moderatoren, Co-Referenten, Übersetzer und Diskussionspartner in Personalunion. Sie prüfen gemeinsam mit Professor McNamara und anderen Universitäten weltweit KFO-Behandlungsstrategien auf ihre Effizienz. Gerade in den letzten Jahren sind so viele praxisrelevante vergleichende Erkenntnisse veröffentlicht worden. "So schnell, sicher und unkompliziert wie möglich", unterstrich Baccetti, der z.B. gemeinsam mit Franchi die Wirbelanalyse auf dem FRS zur Wachs­tumsbestimmung entwickelt hat.

Klasse III-Therapie mit GNE und Maske


Bei Klasse III-Patienten mit defizienter Maxilla empfiehlt sich nach vergleichenden Studien der Einsatz von Gesichtsmasken (hier nach Petit) in Kombination mit GNE, überkompensiert bis zu 5mm Overjet. Ein Gewinn im Vergleich zur unbehandelten Kontrollgruppe sei noch Jahre später nachweisbar. Als ef­fizient, insbesondere in der passenden Wachstumsphase, haben sich Expansions-Kons­triktions-Protokolle zur langfristigen Vorverlagerung erwiesen. "Selbst, wenn später chirurgisch vorgegangen werden muss, so sei das zu erwartende Rezidiv aufgrund der verringerten Distanz besser zu kontrollieren." Bei Klasse III gelte es, so früh wie möglich mit einer Behandlung zu beginnen, dann böte sich die Chance zweimal einzugreifen. McNamara z.B. beginnt mit GNE und Vorverlagerung der Maxilla bereits im Milchgebiss, um dann eine Haltephase mit herausnehmbarer Platte anzuschließen und die weitere Behandlung so abzustimmen, dass nach Abschluss der Behandlung mit möglichst geringen bzw. kontrollierbaren wachstumsbedingten In­terferenzen zu rechnen ist.

FKO à la Fränkel


Was Funktionskieferorthopädie angeht, habe er von Fränkel gelernt, würdigte McNamara die Verdienste des Deutschen. Heute empfiehlt er insbesondere Fränkel III zur effizienten Retention bei Klasse III-Patienten. "Diese verfügen in der Regel bei Abschluss der kieferorthopädischen Behandlung in den meisten Fällen noch über ein größeres Wachstumspotenzial."

KFO-Trickkiste


McNamara zeigte ein Pendulum mit „T-Rex-Design“, bei dem beidseits jeweils ein dritter Draht als Verbindung zwischen Molarenband und Apparatur eingefügt ist zur Distalisierung der Molaren. Nach Expansion wird die starre Verbindung getrennt und so ist entsprechend verankert eine effiziente Distalisierung möglich.



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