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Kieferorthopädie 06.11.2012

Vertikale Problemlösungen á la Sampermans

Vertikale Problemlösungen á la Sampermans

DENTSPLY GAC präsentierte an der Universität Kiel effiziente Konzepte des Belgiers Dr. Guido Sampermans.

„Kochbuch-KFO gibt es nicht!“ betonte Dr. Guido Sampermans (Echt/Niederlande) am 13. Okto­ber bei seinem Kurs zu vertikalen Problemen und deren Lösungen in der KFO. Hoch über der Kieler Förde im Gebäude der Kieler Universität warb er im Rahmen einer von der Firma DENTSPLY GAC präsentierten Fortbildungsveran­staltung für Effizienz in der Therapie und exakte Planung in allen Ebenen und mit Bezug zum extraoralen Erscheinungsbild. „Ein toller Kurs mit verbindli­chen Ansagen und Entscheidungshilfen, z.B. für Ex vs. Non-Ex“, lobte Kinan Aldakhl (Uni Kiel) dann auch den Assistentenkurs am Vortag.

„Oft genug sei die Vertikale auch die Lösung für sagittale Proble­me“, gab Sampermans zu bedenken, z.B. wenn beim „Zuschwenken“ des offenen Bisses auch die Distalbisslage korrigiert werde. Ebenso sei die Transversale in der Planung exakt zu vermessen, sodass nicht bestehende Diskrepanzen zum iatrogenen Auftreten von Kreuzbissen führen. Er korrigiert zuerst diese Ebene (ab 4mm Diskrepanz mit GNE), ehe weitere Interventionen folgen. Für Tiefbisse favorisiert der begeisterte Kieferorthopäde frontale Aufbauten in Kombination mit Extrusionsmechaniken, differenzierte jedoch: „Bei Brachio-Typen ist Protrusion eine bessere Waffe als die Extrusion, wobei diese Entscheidungen vom Knochenangebot und der Rezessionsgefahr abhängig sei.“ Häufiger Fehler bei der Bisshebung sei die zu frühe Entfernung der fron­talen Aufbisse, sobald der erste Molarenkontakt auftrete. Hier sei Geduld die beste Retention. „Bei Dolicho-Patienten mit großer un­terer Gesichtshöhe und gingival smile ist sowohl eine Intrusion bzw. ein Halten der Molaren, als auch eine Intrusion der Front angezeigt“, erläuterte Sampermans und zeigte die frontale Intrusion (per superelastischem Intrusionsbogen Intranol, GAC) bei gleichzeitiger Verankerung der Molaren über Molarenaufbauten oder „besser noch über einen TwinBlock to close nach Clark“, bei dem die Aufbisse diese Funktion übernehmen. Generell lobte Sampermans den in Deutschland eher wenig verbreiteten TwinBlock für seine sichere Korrektur vertikaler Probleme (oft vor oder während Multibandbehandlung). Wichtig seien jedoch korrekte Höhe und Winkel der Aufbisse, richtiges Einschleifen und mindestens neun Monate Tragezeit.

„Das Teuerste ist unsere Stuhl­zeit!“

Deshalb minimiert Sampermans Stuhlzeit durch selbst­ligierende Systeme und superelastischer Drähte und „lässt den Zähnen Zeit, sich zu bewegen“. Statt brem­sender Elastics plädiert er für ein aktives SNB-System zur Umsetzung von Torque und effizienter Derotation. Insbesonde-re der Derotation der oberen 6er komme bei vertikalen Problemen eine zentrale Rolle zu. Oft seien die Molarenhöcker ein Grund für einen offenen Biss und die Derotation bringe auch Platzgewinn im Zahnbogen. Für obere 6er empfiehlt er Bänder nach Roncone (-20° Torque) mit TPA-Slot, um ggf. eine Verankerung für vertikal wirksame Mechaniken zu haben (z.B. TPA mit Kunststoffpad zur Intrusion bzw. zum Halten der Molarenhöhe).

Offener Biss ist multikausal

Die Frage nach der Ursache sei oft nicht einfach zu beantworten, gibt Sampermans zu bedenken. „Oft ist vor der Logopädie eine GNE nötig, um überhaupt Platz für die Zunge zu schaffen.“ Nach GNE müsse der Zunge die korrekte Position beigebracht werden, ggf. über Perlen etc. Bei Habits müsse das Kind wollen und ein Gespräch mit dem Arzt, ein Vertrag und wöchentliche telefo­nische Berichte sind seine Therapie. Die hohe Rezidivrate bei diesen Patienten mahne zur Beachtung vieler Faktoren und frühem Therapiebeginn. Abschließend motivierte Sampermans zu gutem Praxismarketing mit den Worten: „Verschaffen Sie Ihren Patienten einen Wow-Effekt!“

DENTSPLY GAC
Deutschland GmbH
z. Hd. Herrn Jan Hucke
Am Kirchenhölzl 15
82166 Gräfelfing
Tel.: 0 89 85 89 69 75
Fax: 0 89 85 26 43

Foto: © DENTSPLY GAC
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