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Prophylaxe 20.03.2015

(Ultraschall-)Instrumente: Gründliche Entfernung der Mikroorganismen

Solveyg Hesse
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(Ultraschall-)Instrumente: Gründliche Entfernung der Mikroorganismen

Prävention ist die Basis von allem in der Zahnheilkunde. Ob bedarfsorientierte Unterweisung zur Mundhygiene, Ernährungsberatung, Bleaching, Fissurenversiegelung oder professionelle Zahn- und Implantatreinigung: Der Arbeitsbereich von Zahnarzthelferinnen, ZMF und ZMP ist umfangreich, die Anforderungen sind anspruchsvoll. Nur wer sich regelmäßig fort- und weiterbildet, kann dem Patienten das von ihm zu Recht erwartete hohe Niveau bieten und ihn umfassend und nachhaltig beraten und versorgen. Die professionelle Zahnreinigung heißt „professionell“, weil sie von Profis durchgeführt wird, die über aktuelles Wissen und entsprechende Instrumente verfügen. Doch stimmt das in der Praxis immer überein?

Die künftigen Herausforderungen in der Prophylaxe bestehen darin, dass alle Praxismitarbeiter über aktuelles Wissen verfügen, dass sie motiviert sind und das entsprechende Instrumentarium in den Praxen vorhanden ist. Als Zahnarzthelferin reicht es nicht, einen Grundkurs in Prophylaxe absolviert zu haben und sich dann darauf auszuruhen. Der Zahnarzt sollte seine Mitarbeiterinnen immer wieder motivieren, in ihrem Berufsbild dazuzulernen und vor allem auf dem neuesten Stand zu bleiben. Wer stehen bleibt, geht nicht mit dem medizinischen Fortschritt. Sowohl in der Zahnmedizin als auch auf anderen für unsere Arbeit relevanten Fachgebieten gibt es regelmäßig neue Erkenntnisse sowie verbesserte Materialien und Techniken. Diese gilt es immer wieder, auf ihren Nutzen für die (Mund-)Gesundheit des Patienten und für die Praxis zu überprüfen und ggf. anzuwenden. Hieß es früher in den Zahnarztpraxen oft „Drilling and Filling“, wird heute in den meisten Praxen ein modernes präventionsorientiertes Konzept umgesetzt. Der Trend geht hin zur minimalinvasiven Zahnheilkunde. So hat sich auch unsere Arbeitsweise in den vergangenen Jahren dahingehend verändert, dass wir nicht mehr so invasiv wie früher arbeiten, sondern früher eingreifen. Heute geht es vor allem darum, minimalinvasiv und schonend zu therapieren – also nur so viel wie nötig einzugreifen, um gesunde Zahnhartsubstanz weitestgehend zu erhalten und auf das Eigenpotenzial des Körpers zu reagieren.

Abb. 1: Die Plaque fluoresziert aufgrund des in die Spüllösung beigemischten Plaque-Indikators. Der Belag ist eindeutig erkennbar und kann so direkt entfernt werden. – Abb. 2: Kontrollierte Zahnsteinentfernung mit Plaque-Erkennung durch die Fluoreszenzlösung F.L. A.G.

Zahnsteinentfernung ohne Ultraschall? Kaum vorstellbar!

Bei allen technischen Errungenschaften um manuelle und mechanische Instrumente: Eine Zahnsteinentfernung ohne Ultraschall ist aus meiner Sicht nicht mehr vorstellbar – zum einen aus zahnmedizinischen, aber auch aus physiologischen Gründen: Manuelle Instrumente sind ermüdend für die Arbeitshand. „Zahnsteinberge“ nur mit Handinstrumenten zu entfernen, ist nicht nur körperlich anstrengend, sondern auch zeitintensiv. So sollten die Scaler zum Beispiel nach jedem intensiven Gebrauch unbedingt wieder geschliffen werden. Piezoelektrische Ultraschallgeräte sind aus meiner Erfahrung heraus Geräte, die schwierig in der Handhabung sind, weil man nur mit den Seitenflächen der Instrumentenspitzen arbeiten kann; sie sind aber auch sicher und effektiv. Umso wichtiger sind ein umfangreiches Angebot mit unterschiedlich gebogenen Instrumentenansätzen und eine gute Spitzen-Qualität. Vor Kurzem habe ich das piezoelektrische Ultraschallgerät Newtron P5XS der Firma Satelec (Acteon Group) getestet. Es zeichnet sich durch eine einfache und komfortable Bedienung aus. Die zahlreichen geraden und gebogenen Ansätze sind mit einem blauen Farbring für die Zahnsteinentfernung und mit einem grünen Farbring für die subgingivale Belagentfernung markiert. Dieselbe Farbcodierung findet man am Ultraschallgerät wieder. Dies ist ein großer Vorteil, da stets die richtige Einstellung der Amplitude und damit auch ein optimaler Abtrag erreicht werden, was wiederum eine lange Haltbarkeit der Spitzen möglich macht. Nicht so optimal ist die Passgenauigkeit der Schlüssel für die Spitzen. Es besteht leicht die Gefahr des Verkantens, und dann kann es länger dauern, die Ansätze zu positionieren. Sowohl während der täglichen Behandlung als auch nach einem langen Arbeitstag habe ich das sehr leichte, ausbalancierte Handstück als angenehm empfunden. Es liegt gut in der Hand und ermöglicht ein ermüdungsfreies Arbeiten. Nicht nur die ergonomischen Anforderungen, auch die RKI-Hygienerichtlinien erfüllt das Newtron P5XS perfekt: Alles ist schnell und einfach aufzubereiten. Die Glasoberfläche ist gut abwischbar und das Handstück autoklavierbar. Weitere Vorteile: Während der Behandlung zeichnet sich das Gerät durch eine geringe Geräuschkulisse aus, die sowohl Patient als auch Anwender als angenehm empfinden. Insgesamt gaben alle Patienten ein positives Feedback über die Behandlung ab. Eine optimale Entfernung von mineralisierten Ablagerungen und Biofilm ist in der üblichen Behandlungszeit möglich.

Abb. 3 und 4: Die gebogenen Ansätze des Newtron P5XS-Ultraschallgeräts garan tieren in jeder klinischen Situation eine sichere und schonende Anwendung.

B.LED-Technologie ermöglicht kontrollierte Entfernung

Neu ist die im Gerät integrierte B.LED-Technologie, die aus dem B.LED-Handstück und dem Plaque-Indikator besteht. Sie ermöglicht eine sichere Plaque-Identifikation und gleichzeitig eine präzise und schmerzfreie Beseitigung des Zahnsteins. Die gelbe Flüssigkeit wird hierfür direkt in den Wassertank gegeben. Unter dem speziellen Blaulicht, das von dem LED-Handstück ausgeht, lässt sich die fluoreszierende Plaque dann genau erkennen und in einem Arbeitsgang entfernen. Da der Plaque-Index in letzter Zeit etwas in Verruf geraten ist und Zahnbelag nicht mehr in allen Praxen angefärbt wird, ist die B.LED-Technologie sehr sinnvoll und zeitsparend. Der Patient hat dabei nicht das Gefühl, vorgeführt zu werden, denn es geht hier nicht darum, ihm seine Defizite aufzuzeigen. Die neue Technologie ist vielmehr eine Arbeitserleichterung und dient mir zudem als Kontrolle. Gleichzeitig gibt sie mir noch mehr klinische Sicherheit in der Prophylaxe. So kann ich Plaque mit dem bloßen Auge frühestens nach einer Woche Liegezeit erkennen. Wenn ich die schädlichen Mikroorganismen jedoch nicht sehen kann, woher soll ich dann wissen, wo ich sie entfernen soll? Gerade bei Patienten, die eine recht gute Mundhygiene haben und bei denen wir die Plaque (noch) nicht erkennen können, wird der eigentliche Therapiebedarf oft unterschätzt. Hier hat sich die neue Technologie bestens bewährt. Immerhin besteht unsere Aufgabe darin, den Biofilm optimal zu entfernen. Mit der B.LED-Technologie können wir sicher sein, diese Aufgabe richtig zu erfüllen. Mein Fazit: Mir ist aufgefallen, dass im Zusammenhang mit dem Newtron P5XS-Generator sehr oft das Wort „angenehm“ verwendet wird. Es stimmt: Das piezoelektrische Gerät ist angenehm, denn es erleichtert die tägliche Arbeit, es verbessert das klinische Ergebnis und es reduziert das Fehlerpotenzial. Für den Patienten ist die Behandlung ebenfalls angenehm, da es schonend und effizient arbeitet.

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