Anzeige
Prophylaxe 18.02.2014

Sanfte Zahnheilkunde durch Regeneration statt „Bohren“

Sanfte Zahnheilkunde durch Regeneration statt „Bohren“

Die CURODONT-Methode sollte in jeder modernen, präventiv orientierten Praxis als Behandlungsalternative für zahnbewusste Patienten angewendet werden.

Viele Patienten seufzen vor einer zahnärztlichen Behandlung „Wenn die Zähne doch einfach nachwachsen würden“. Das gibt es zwar nur beim Hai, aber inzwischen dank moderner Biomedizin im Prinzip auch beim Menschen, zumindest für beginnende kariöse Läsionen ohne etablierte Kavität, mit der neuen CURODONT-Methode.

Regeneration mit CURODONTTM REPAIR

Das Medizinprodukt CURODONTTM REPAIR besteht im Wesentlichen aus dem Peptid P11-4, einem kurzkettigen intelligenten Eiweiss. Zur Behandlung wird die Lösung tropfenweise auf zu regenerierende Defekte aufgebracht. Dort diffundiert CURODONTTM durch die gereinigte Zahnoberfläche in den porösen Defektkörper hinein und baut hier selbsttätig eine organische Biomatrix auf, die als Baugerüst für Kalziumphosphat dient. Durch Einlagerung von im Speichel natürlich vorkommenden Phosphat- und Kalzium-Ionen entstehen neue Hydroxylapatitkristalle – ähnlich wie bei der Odontogenese.1 Bei dem Vorgang handelt es sich um echte tiefenwirksame Regeneration im Sinne einer biomimetischen Mineralisation2, und nicht um eine Präzipitatbildung, wie bei Fluoriden.

Damit ist diese regenerative CURODONTTM REPAIR-Therapie etwas gänzlich anderes als die Versieglungstherapie zum Stoppen der Karies, da die Läsion nicht mit Kunststoff gefüllt wird, sondern sich auf natürliche Weise erholt.

Anwendung

Das Präparat wird in Pulverform in einem Vakuum-Fläschchen geliefert und vor der Applikation mit einer definierten Menge sterilen Wassers angemischt. Vorbereitung und Anwendung kann im Videokanal angesehen werden: www.youtube.com/ user/22I77I99 unter Video playlist „Minimalinvasive Restauration“.

Zur Vorbereitung sollte die betroffene Schmelz- oder Dentinstelle nach professioneller Zahnreinigung mit 2-prozentigem Natriumhypochlorit und im Falle von Schmelz anschliessend mit 35-prozentiger Phosphorsäure je 20 Sekunden vorbehandelt werden. Erst bei geöffneten Poren kann die Peptidlösung in die Tiefe des Defekts eindringen und die Biomatrix zur Kristallisation aufbauen.

In der präventiv orientierten Praxis mit stringentem Recallsystem kann jetzt in verschiedenen Indikationen und Frühstadien eines kariösen oder erosiven Demineralisationsprozesses die Entscheidung für eine regenerative Therapie fallen und so die invasive Restauration aufgeschoben, wenn nicht gar vermieden werden.

Zu folgenden Indikationen gibt es bereits Evidenz in Form von In-vitro- und In-vivo-Studien:

  • White Spot-Läsionen, zum Beispiel im Zahnhalsbereich oder um orthodontische Brackets3
  • Initiale Approximalkaries4
  • Initiale Okklusalkaries5
  • Initiale Wurzelkaries und überempfindliche Zahnhälse bei erwachsenen Patienten.

Ein weiterer möglicher wichtiger Einsatzbereich ist Sekundärkaries um bestehende Restaurationen. Zur Behandlung von Hypersensitivität und als vorbeugende Behandlung auf Dentin nach Bleaching empfehle ich das Zahngel CURODONTTM PROTECT, das auf der gleichen innovativen, biomedizinischen Technologie basiert und wie ein biologisches Schutzschild funktioniert.

Intensivprophylaxe mit CURODONTTM PROTECT

Ganz neu steht mit CURODONTTM PROTECT ein potentes Zahngel zur Verfügung, das der Patient beim Zahnarzt beziehen kann, um damit die regenerative Therapie oder aber auch den Effekt von Bleaching oder professioneller Zahnreinigung zu unterstützen.

Motiviert wird der Patient immer dann, wenn spürbare Erfolge schnell zu erkennen sind, wie bei der Behandlung von empfindlichen Zähnen mit CURODONTTM PROTECT. Das konnten wir durch die Teilnahme an einer Patientenzufriedenheitsstudie bestätigt sehen, bei der die Ergebnisse in unserer Praxis denen aus anderen Praxen entsprachen.

Deutlich geworden ist auch, dass der Effekt der Behandlung optimiert werden kann, wenn die Schutzschicht im Wochenabstand zu Hause erneuert wird. Sowohl die Studien als auch der gesunde Menschenverstand kommen zu der Erkenntnis, dass dieser durch CURODONTTM PROTECT gesteuerte Behandlungsprozess mehrfach in definierten Abständen angestossen werden sollte.

CURODONT in unserer Praxis

In unserer Praxis haben wir in den letzten Monaten positive Erfahrungen sammeln können. Wir haben daher beide CURODONT-Präparate in unser klinisches Angebot aufgenommen. Dabei sind zwei klinische Situationen exemplarisch. Beide werden jedoch in erster Linie von unseren Prophylaxe-Mitarbeiterinnen angesprochen und ausgeführt:

  • Initiale subklinische Karies mit intakter Zahnoberfläche, aber durch Transillumination und/oder Impedanzmessung mit CarieScan als behandlungsbedürftig eingestuft.
  • Empfindliche Zahnhälse an freiliegenden Wurzeloberflächen oder freiliegendem Dentin an exponierten Kronenrändern.

Bei Ersterem überprüfe ich klinisch den seitens der Mitarbeiterin mit CarieScan gemessenen Wert und entscheide gemeinsam mit dem Patienten über die Therapie. Da wir überwiegend an sanfter Zahnheilkunde interessierte Patienten haben, nehmen die meisten die Chance zur Regeneration war, zu Kosten, die in etwa denen einer einflächigen Füllung entsprechen. Nach Abzug des zugegeben noch hohen Preises für das Präparat (Einkaufspreis 60CHF pro Fläschchen) verbleiben so gut 90–100 CHF für eine Misch- und Applikationszeit von insgesamt ca. plus/minus 15 Minuten Honoraranteil in der Praxis. Damit ist der in unserer Praxis geforderte kalkulatorische Honorarumsatz pro Stunde für Prophylaxe gut zu erreichen.

Zudem ist dieser Behandlungsansatz auch ein für Patienten erkennbares Positionierungsmerkmal für sanfte Zahnheilkunde und somit gut für das Empfehlungsmarketing der Praxis.

Fazit

Nach diesen ersten positiven Erfahrungen, der ausgezeichneten Akzeptanz bei den Patienten und der kritischen Prüfung der vorhandenen Studien kann ich aktuell zu folgender Aussage hinsichtlich der Frage, was von CURODONTTM REPAIR und CURODONTTM PROTECT zu erwarten ist, stehen:

  • Ohne Einbindung in ein Recallsystem mit Risikomanagement ist die Erfolgsaussicht fraglich, aber eingebunden in ein solches, hoch.
  • Kariöse Prozesse bei gleichzeitiger Verwendung von Fluorid in Zahnpasten laufen langsam ab. Diese Zeit kann gefahrlos für den Patienten an dafür geeigneten Stellen mit CURODONT für eine regenerative Therapie „ohne zu Bohren“ genutzt werden.
  • Da herkömmliche Praxisverwaltungssysteme kein individuell risikobasiertes Recallsystem ermöglichen, ist ein softwarebasiertes Risikomanagementsystem empfehlenswert. Wir verwenden deshalb seit Jahren das OHManagementTM-Software, das aktuell für eine iPad-App entwickelt wird und so jeder Prophylaxeassistentin am Behandlungsplatz zur Verfügung steht und das notwendige Monitoring der CURODONT-Behandlung erleichtert.
  • CURODONTTM REPAIR und CURODONTTM PROTECT gehören in jede moderne präventiv orientierte Praxis als Behandlungsalternative für zahnbewusste Patienten.

Literatur:

1 Kirkham, J., A. Firth et al. (2007). „Self-assembling peptide scaffolds promote enamel remineralization.“ J Dent Res 86(5): 426–430.

2 Kirkham J (2011) Matrix and cells. Eur J Oral Sci 119 Suppl 1:373–375.

3 Brunton, P., D. A. Lysek, et al. (2011). Ef- fect of Self Assembling Peptide P11-4 in Patients with Class 5 Carious Lesions: A Mono-centre, Uncontrolled, Pilot Study – Interim Analysis – Report. Leeds, University of Leeds: 22.

4 Schlee, M. et al. (2013). „Effect of Curodont repair in patients with proximal carious lesions: uncontrolled, non-interventional study – interim report.“ Clin Oral Invest 17(2013): 1046–1047.

5 Alkilzy. M. et al. (2013). „Safety and clinical applicability of CurodontTM Repair in children with early occlusal caries“. Poster IADR, Budapest.

Foto: © Markus Feger
Mehr
Mehr Fachartikel aus Prophylaxe

ePaper

Anzeige