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Prophylaxe 27.11.2012

Schmerzempfindliche Zähne – eine Herausforderung für die Praxis

Schmerzempfindliche Zähne – eine Herausforderung für die Praxis

Das Problem der Dentinhypersensibilität gewinnt immer mehr an Bedeutung, da ein Großteil der Bevölkerung davon betroffen ist. In 90 Prozent aller Fälle sind die schmerzempfindlichen Bereiche am Zahnhals lokalisiert.1 Zudem sind keilförmige Defekte, verursacht durch falsche Putztechnik, oder freiliegende Kronenränder zu beobachten, wobei Letzteres gehäuft bei ­parodontal erkrankten Patienten vorkommt und ebenfalls eng mit dem Problem der Überempfindlichkeit verbunden ist.

Die Literaturdaten zu Prävalenz der dentinen Hypersensibilität sind sehr uneinheitlich und variieren zwischen 4,5 und 57 Prozent in der erwachsenen Bevölkerung. Bei Patienten mit parodontalen Erkrankungen kann diese Zahl sogar bis zu 98 Prozent steigen. Die meisten Betroffenen sind im Alter von 30 bis 39 Jahren, Frauen leiden häufiger als Männer.2
Charakteristisch für Dentinhypersensibilität sind Dentinabschnitte, die beispielsweise im Rahmen abrasiver oder erosiver Veränderungen freigelegt und so für verschiedene Reize besonders empfindlich werden. Patienten klagen dann über unregelmäßig auftretende kurze, starke Schmerzen in den betroffenen Zähnen, die sonst klinisch unauffällig sein können. Grundsätzlich müssen kariöse Läsionen, defekte Füllungen oder schlecht angepasste Kronen, pulpitische und postoperative Beschwerden usw. bei der Diagnostik ausgeschlossen werden.

Wenn Patienten über Hypersensibilität klagen


Schmerzauslöser und die folgenden Reaktionen können von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein. Diese patientenindividuelle Reizschwelle sieht man daran, dass bei manchen das kurze Einatmen bereits ausreicht, um einen Schmerz auszulösen. Bei anderen Betroffenen muss der vorliegende Reiz deutlich intensiver sein, wie z.B. bei sehr kalten Getränken, die die Zahnhälse umspülen. Besonders problematisch wird die Situation dann, wenn z.B. die Borsten einer Zahnbürste (taktiler Reiz), den Schmerz auslösen. Unbewusst meidet der Betroffene dann diese überempfindlichen Bereiche beim Zähneputzen, was zu einer verstärkten Plaqueansammlung führt und so die Entstehung von (Wurzel-)Karies oder Gingivitis begünstigt. Dementsprechend ist Dentinhy­persensibilität ein Thema, das eine nicht unerhebliche Anzahl von Patienten bewusst oder auch unbewusst betrifft und folglich auch in unserer Praxis gerade in den letzten Jahren immer häufiger zur Sprache kommt. Da es sich um eine Praxis mit zwölf Behandlern handelt, sind auch entsprechend viele Patienten bei uns zur PZR terminiert. Die Prophylaxe, in der Hand von neun Helferinnen, hatte bereits in der Vergangenheit einen hohen Stellenwert, der sich jedoch im Rahmen beschriebener Problematik noch vergrößert hat. In vielen Fällen können die Patienten selbst eine Hypersensibilität ihrer Zähne allgemein oder auch spezieller Bereiche feststellen. Wenn die Beschwerden im Alltag seltener sind, kommen sie jedoch spätestens im Rahmen der PZR zur Sprache. Denn hier, ähnlich wie bei zahnärztlichen Behandlungen, wo auslösende Reize direkt an die sensiblen Stellen gebracht werden (Luftpuster, Absaugung, Wasserspray), merkt der Behandler an der Reaktion der Patienten, dass eine Hypersensibilität vorliegt. Des Weiteren gibt auch der klinische Eindruck manchmal Grund zur gezielten Nachfrage (keilförmige Defekte, lange Zahnhälse bei zurückgewichener Gingiva).

Die Initiative zur Lösung der Beschwerden ergreifen die Patienten nach unseren Erfahrungen dann, wenn der Zustand den Betroffenen im Alltag des Öfteren begegnet und dieser eventuell sogar bei der Aufnahme gewisser Speisen oder Getränke beeinträchtigt und einschränkt. Keilförmige Defekte stellen Patienten eher selten fest, da diese anfänglich seltener Schmerzen verursachen und meist nicht im direkten Sicht-, sondern vielmehr im Seitenzahnbereich liegen. Schmerzempfindliche und speziell kälteempfindliche Zähne der Patienten sind in der Praxis eine Herausforderung, da auch konventionelle zahnärztliche Behandlungen erschwert werden. Denn unter Umständen ist der Einsatz der Absaugung nicht oder nur einschränkt möglich. Das Trockenpusten eines Zahnes, welches in den meisten Fällen erforderlich ist, damit der Zahnarzt einen Befund aufnehmen kann, oder, wie in unserem Fall, bei der Zahnreinigung zur Kontrolle der Zahnsteinentfernung, ist oftmals aufgrund der Überempfindlichkeit nicht adäquat durchführbar. Die Stimmung leidet, Stress ist die unangenehme Folge für beide Seiten. In extremen Fällen hilft manchmal nur noch eine Anästhesie, auch bei der professionellen Zahnreinigung (in Absprache mit dem behandelnden Arzt), wenngleich diese Fälle eher selten sind.

Die Lösung – elmex® SENSITIVE PROFESSIONAL™


Für den Bereich der PZR hat sich nach Einführung der Desensibilisierungspaste von elmex einiges geändert. In der Vergangenheit waren Zahnreinigungen bei betroffenen Patienten mit einem Air-Scaler teilweise nicht möglich. Man musste bei diesen Patienten auf Handinstrumente zurückgreifen, was aber wesentlich mehr Zeit in Anspruch nahm. Doch jeder Patient freut sich, wenn er den Zahnarztstuhl, auch wenn es nur für eine Zahnreinigung ist, schnell wieder verlassen kann. Erfolgt eine Vorbehandlung mit elmex® SENSITIVE PROFESSIONAL™ Desensibilisierungspaste, so ist es möglich, Bereiche, die zuvor nur mit einem Handscaler zu säubern waren, jetzt mit dem Air-Scaler zu behandeln. Ein deutliches Plus, was sich auch in der Patientenzufriedenheit widerspiegelt und dankend angenommen wird. Entscheidend ist vor allem die schnelle Wirkung und die einfache Applikation der Paste, welches zwangsläufig auch die Effizienz der ganzen Behandlung verbessert. Die Pro-Argin Wirkformel, auf der die Wirkung der elmex® Paste basiert, unterstützt und beschleunigt die natürlichen Prozesse zum Verschluss der offenen Dentintubuli.3,4 Deren Bestandteile – die Aminosäure Arginin und schwerlösliches Kalziumkarbonat – befinden sich im normalen Zustand im Speichel. Eine zusätzliche Trockenlegung der Zähne ist deshalb nicht notwendig, die reguläre Absaugung ist ausreichend. Früher wurden bei uns zu Desensibilisierungszwecken meist die hochdosierten Fluoridprodukte wie Lacke oder Gele eingesetzt. Im Gegensatz zu diesen Präparaten, deren Anwendung die Patienten aus medizinischer Sicht zwar hinnehmen, aber aufgrund einer sehr intensiven Note nicht gerade lächelnd begrüßen, wird auch der ­Geschmack der elmex® Desensibilisierungspaste sehr positiv angenommen. Den Herstellerangaben zufolge hält die desensibilisierende Wirkung nach einmaliger Applikation bis zu vier Wochen an.5 Der Behandlungskreis wird geschlossen über die Zahncreme für die häusliche Mundhygiene. Denn die PZR ist zwar ein wichtiger, aber zeitlich gesehen nur ein geringer Aspekt bei der Lösung der Probleme. Aufgrund der positiven Erfahrung während der Behandlung nehmen die Patienten unsere Empfehlung dankend an, verwenden die Zahnpasta elmex® SENSITIVE PROFESSIONAL™ zu Hause und frischen so die desensibiliserende Wirkung täglich auf.

Die Anwendung in der zahnmedizinischen Praxis


Unsere praktische Erfahrung bei der PZR hat ergeben, dass sich die Paste am besten mit einem Schaumstoffpellet auftragen lässt. Dieses schmiegt sich optimal am Zahn an, fasert nicht auf und bringt die Paste durch sanften Andruck auch in die Interdentalräume. Wenig Paste reicht oft schon aus und eine Einwirkzeit von durchschnittlich fünf bis zehn Sekunden ist nach unserer Erfahrung meist ausreichend. Längere Einwirkzeiten sind nur im Einzelfall sinnvoll, in der Regel jedoch nicht notwendig. Manchmal erhöht sich die Einwirkzeit automatisch, denn während der Aufklärung über Putztechnik, Anwendung von Zahnseide etc. kann die Paste durchaus länger einwirken, welches keinerlei Nachteile mit sich bringt. Auch für das Zeitmanagement ist dies von Vorteil, da die Einwirkzeit für den Gesprächsanteil bei der PZR genutzt wird. Ein Umspülen machen wir nicht, was der Patient jedoch einsieht und was für ihn, wie oben bereits erwähnt, aufgrund des angenehmen Geschmacks auch selten ein Problem darstellt. Bei Extremfällen werden bei uns die Zähne zum Abschluss der Sitzung nochmals mit der elmex® Desensibilisierungspaste poliert. Der Schwerpunkt liegt hier wieder auf der desensibilisierenden Wirkung, denn gereinigt wurde schließlich zuvor. Die Politur erfolgt mit ­einem Gummikelch. Dieser schmiegt sich, langsam ­drehend, an die Zähne an und erreicht sehr gut und ­schonend die betroffenen Stellen. Der Erfolg zeigt sich bereits beim ersten Umspülen mit kaltem Wasser nach der Politur. Nach der Anwendung der Desensibilisierungspaste ist eine deutliche Linderung der kälteempfindlichen Zähne festzustellen. Erst dann führen wir die abschließende Intensivfluoridierung durch. Die Desensibilisierungspaste enthält keine Fluoride und lässt sich daher mit den persönlich favorisierten Präparaten zur Intensivfluoridierung gut kombinieren. In der Regel wird bei uns elmex® Fluid mit einem Schaumstoffpellet appliziert. Mittlerweile benutzen wir die elmex® Desensibilisierungspaste routinemäßig bei 80 Prozent unserer Behandlungen. Patienten, bei denen sie nicht zum Einsatz kommt, sind z.B. Patienten, deren Zähne klinisch intakte prothetische Versorgungen aufweisen, oder Patienten, deren Zähne von Natur aus sehr unempfindlich reagieren.

Patientenfälle


Nachfolgend soll der Einsatz der elmex® SENSITIVE ­PROFESSIONAL™ Desensibilisierungspaste exemplarisch durch einige Fälle aus unserem Praxis- bzw. PZR-­Alltag dargestellt werden. Sie haben allesamt gemeinsam, dass die vorherigen Reinigungen ohne Einsatz der ­Desensibilisierungspaste hier durchweg nur eingeschränkt möglich waren.

Fall 1

Patient: Männlich, 61 Jahre
Befund: 16,17, 26,27 keilförmige Defekte
Diagnose: Hypersensibilität aufgrund von ­Dentinexposition
Behandlung: Vor der PZR wird elmex® SENSITIVE ­PROFESSIONAL™ an den o.g. Stellen mittels Schaumstoffpellet appliziert. ­Anschließend erfolgt die Reinigung unter Einsatz des Air-Scalers. Zum Abschluss wird mit einem Gummikelch nur an den betroffenen Stellen nochmals die elmex® Paste aufgetragen.
Einwirkzeit: Zehn Sekunden

In der Vergangenheit konnte bei diesem Patienten nur mit Handinstrumenten im Bereich der OK-Molaren gereinigt werden.
 
Fall 2

Patient: Weiblich, 60 Jahre
Befund: 22 freiliegender Kronenrand
Diagnose: Lokal kälteempfindlich aufgrund des ­freiliegenden Kronenrandes mit ­Dentinexposition
Behandlung: Vor der Reinigung wird die elmex® ­SENSITIVE PROFESSIONAL™ ­Desensibilisierungspaste mittels Schaumstoffpellet aufgetragen.
Einwirkzeit: Drei Sekunden
Praktischer Tipp: Die elmex® Paste lässt sich sowohl zu Beginn als auch zum Abschluss vorsichtig mit einem Heidemannspatel auftragen. Durch leichtes Abstreifen füllt sich der Spalt und die Paste wirkt dort etwas länger wie in einem kleinen Reservoir.

Fall 3

Patient: Weiblich, 28 Jahre
Befund: Oberkiefer-Frontzähne weisen ­Schmelzrisse auf; bis zur Gingiva ziehend
Diagnose: Hypersensibilität aufgrund von einer nicht intakten Oberfläche (dünne Schmelzschicht), Zähne allgemein sehr kälteempfindlich
Behandlung: Vorheriges Einmassieren der elmex® Paste zur Desensibilisierung.
Einwirkzeit: Fünf bis zehn Sekunden.

Aufgrund der guten Mundhygiene ist kaum Einsatz ­abrasiver Polierpasten nötig. Die abschließende Politur erfolgt mit elmex® SENSITIVE PROFES­SIONAL™ Desensibilisierungspaste, wie ­gewohnt mit dem Gummikelch.

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Kontakt


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Berner Weg 7
79539 Lörrach
Tel.: 07621 907-0
E-Mail: info@gaba.com
Web: www.gaba-dent.de

Foto: Schmerzempfindliche Zähne – eine Herausforderung für die Praxis
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