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Zahntechnik 20.12.2013

Effiziente High-End-Labortechnik

Effiziente High-End-Labortechnik

Zur Herstellung kieferorthopädischer, kieferchirurgischer und zahntechnischer Modelle ist ein hohes Maß an Präzision erforderlich. Ein System zur Optimierung der Effizienz ist die Laborlinie adenta LABTEC, welche aus vier sich komplementierenden Laboreinheiten besteht. Die Autoren stellen im zweiten Teil des Artikels den 3er Model Maker genauer vor.

Der aufmerksame Leser kieferorthopädischer Literatur beobachtet eine stetige weitere Suche nach idealen Methoden für die wirtschaftliche und präzise Erstellung von diagnostischen Modellen. Das Resultat sind vielfältige Variationen und Neuentwicklungen vor allem im Bereich der digitalen Verfahren. Um die manuellen Arbeitsprozesse zu optimieren und die Präzision zu verbessern, wurden in der Vergangenheit unterschiedliche 3-D-bildgebende Verfahren vorgestellt und klinisch diskutiert. Viele Studien haben gezeigt, dass aufgrund der mangelnden Präzision bzw. hohen Toleranzen im digitalen Scannen diese Verfahren vor allem bei Diagnostik- und Chirurgiemodellen nicht die gewünschte Präzision erreichen.1 Auch sind für diese Verfahren hohe Investitionen nötig.

 

 

Hintergrund der Entwicklung des adenta LABTEC Model Makers (MM) war es nun ein Gerät zu entwickeln, das eine schnellere, präzisere, wirtschaftlichere und vor allem standardisierte Alternative zu den herkömmlichen und digitalen Verfahren bietet. Der Model Maker ermöglicht eine standardisierte und einfache Verfahrensweise, die günstig in der Anschaffung und vor allem auch durch fachfremde Mitarbeiter schnell erlernbar und umsetzbar ist. Der Model Maker wurde entsprechend zur Verbesserung der Nachteile herkömmlicher Methoden entwickelt und wird von adenta in Deutschland hergestellt und weltweit vertrieben. Dieser Beitrag stellt im Rahmen einer empirischen Untersuchung den Einsatz des 3er Model Makers im Laboralltag vor.

Empirische Untersuchungen bei nationalen sowie internationalen Laboren und Praxen haben ergeben, dass der durchschnittliche Arbeitsaufwand für die Erstellung eines diagnostischen dreidimensionalen Modellpaares mittels Trimmer im Durchschnitt 21 bis 33 Minuten beträgt.2 Durch die Verwendung des adenta LABTEC 3er Model Makers können in der gleichen Zeit dreimal so viele Modellpaare erstellt werden. Die Zeiteinsparung bei der Verwendung des 3er Model Makers liegt bei einem Durchschnittsbedarf von 20 Modellpaaren pro Woche bei 36 Arbeitstagen im Jahr und es werden lediglich zwischen 6 und 9 Minuten pro Modellpaar benötigt. Die Lohnkosten pro Modellpaar liegen bei der konventionellen Methode im Mittel bei 4,61 EUR, beim 3er Model Maker bei 1,49 EUR. Der Model Maker kann auch durch eine ungelernte Hilfskraft bedient werden. Für die Ermittlung der Lohnkosteneinsparungen wurden jedoch auch für die Vergleichsstudie die durchschnittlich Lohnkosten eines ausgelernten Technikers verwendet, um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Daher refinanziert sich der 3er Model Maker bereits nach ca. drei Monaten, der 1er Model Maker nach ca. zwei Monaten. Der quantitative Output liegt jedoch beim 3er Model Maker deutlich höher als beim 1er Model Maker, da hierbei je Arbeitsschritt gleichzeitig drei Modellpaare erstellt werden können. Aufgrund der kurzen einzelnen Arbeitsschritte kann die Modellherstellung mithilfe des 3er Model Makers in den bestehenden Arbeitsalltag ohne Probleme eingebunden werden. Durch die kurzen Arbeitsschritte mit einem hohen Output kann Personal eingespart bzw. bestehendes Personal entlastet oder anderweitig eingesetzt werden. Die Arbeiten können nach Einweisung auch durch angelernte Mitarbeiter/-innen ausgeübt werden. Die Ergebnisse überzeugen durch höchste Präzision.

Materialien und Anforderungen

Zu 1: Die Modelle können mit jedem üblichen KFO-Gips hergestellt werden. Wichtig hierbei ist wie bei anderen Verfahren auch, dass der Gips nach Herstellerangaben angerührt wird. Gerade für die Sockelherstellung ist eine cremige Konsistenz wichtig. Daher wird für die Sockelherstellung empfohlen, einen Sockelgips Flüssig zu verwenden. Dieser ist nicht nur deutlich günstiger, sondern ist ein extrem fließfähiger Superhartgips für die Modellsocklung ohne Einsatz des Rüttlers. Die anfängliche Konsistenz verflüssigt sich bei zunehmender Rührdauer und ergibt beim Eingießen ein optimales Fließverhalten. Dadurch können ungewünschte Wölbungen verhindert werden und es ergibt sich eine schöne, glatte Oberfläche der Sockel. Es können sowohl Alginat als auch Silikon-A Abdrücke verwendet werden. Zu 2: In der Oberplatte ist eine spezielle, wiederverwendbare und selbstklebende Haftmasse eingefügt. Der Oberkieferzahnbogen wird anhand der eingravierten Mittellinie platziert, in die Haftmasse gedrückt und somit fixiert. Die eingravierte Mittellinie ermöglicht ebenfalls eine exakte exzentrische Positionierung des Oberkiefers bei einer Mittellinienverschiebung. Die Silikonformen sind aus einem stabilen jedoch ausreichend flexiblen Silikon hergestellt. Diese haben eine lange Lebensdauer (> 2 Jahre) und es werden keine Einweg-Sockelschalen benötigt, wie bei anderen Verfahren üblich. Zu 3 und 5: Die Sockelformen gibt es in drei verschiedenen Größen: Small, Medium und Large sowie in zwei verschiedenen Füllhöhen: 20 mm und 15 mm. Die passende Gießform wird durch das mittige Positionieren der Oberkieferzahnform anhand der auf der Grundplatte angebrachten Musterlinien ausgewählt. Die drei Linien entsprechen den Größen S, M, L der Gießform. Um möglichst viele Modellpaare in einen Modellkasten zu verstauen, werden die 15 mm tiefen Sockelformen empfohlen. Je nachdem wie viel Gips in die Sockelform gegossen wird, können dickere oder dünnere Sockel erhalten werden. Da jedoch nicht alle Zahnkränze die gleiche bukkale Höhe aufweisen, kann mit der Höhenverstellschraube eine Feinjustierung der Einführtiefe vorgenommen werden. Zu 4: Der Unterkieferzahnkranz kann schnell und einfach mit den folgenden Materialien am Oberkiefermodell fixiert werden:

a. Erwärmen des platzierten Wachsbisses im Seitenzahnbereich, um den Unterkieferzahnkranz sicher zu fixieren. Dieser muss hierfür eventuell zurechtgeschnitten werden.

b. Fixieren des Unterkiefers mit der mitgelieferten wiederverwendbaren Easy-Ever-Stick-Haftmasse oder durch bisico Lutefix-Ausblockmasse.

c. Fixieren durch einen herkömmlichen Gummiring. Die Okklusion ergibt sich durch die Bissregistrierung, der Gummiring dient lediglich zur Fixierung. Dieser kann nach dem Aushärten des Unterkiefermodelles abgeschnitten werden und die entstandenen Löcher beim nächsten Gipsanrühren geschlossen werden.

Befragungsergebnisse

Als besonderer Vorteil wurde bei der Befragung der Labore und Praxen vor allem die Kombination von Mitarbeiterentlastung, Schnelligkeit, Kosteneinsparung als auch absolute Präzision und hervorragende Optik der Modelle genannt sowie die weiteren qualitativen Vorteile, die in Tabelle III, Seite 40 aufgeführt sind.

Schlussfolgerung

Der Model Maker hat in der Praxis gezeigt, dass er sowohl ein kosteneffizientes, zeitsparendes als auch höchst präzises Hilfsinstrument für den täglichen Einsatz im Labor ist. Das Erstellen von ästhetischen diagnostischen Modellen ohne Trimmen unter exakter Einhaltung aller Standards, Richtlinien und Relationen bringt neben den wirtschaftlichen Vorteilen auch das benötigte Maß an Präzision in die Praxis, das eine genaue und exakte Behandlungsplanung und eine optisch ansprechende Präsentation im Patientengespräch sicherstellt.

Hier geht's zur Literaturliste.

Foto: © Autor
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