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Zahntechnik 17.11.2020

Hocheffiziente digitale Totalprothetik

Hocheffiziente digitale Totalprothetik

Ästhetisch und funktionell

Für die digitale Fertigung von Totalprothesen gibt es mit VITA VIONIC SOLUTIONS (VITA Zahnfabrik) ein umfassendes Materialsystem. Im folgenden Fallbericht beschreiben die Autoren, wie sie mit dem VITA VIONIC Materialsystem und der CAD/CAM-Lösung Ceramill FDS (Amann Girrbach) eine ästhetisch und funktionell optimale totalprothetische Versorgung hocheffizient umsetzen konnten.

Das Materialsystem umfasst mit VITA VIONIC FRAME eine Zahnrahmenlösung zur CAM- technischen Modifikation der präfabrizierten Prothesenzähne entsprechend der digitalen Prothetikaufstellung, ein Befestigungssystem sowie diverse Materialrohlinge zur CAM-Herstellung von Einproben und Prothesenbasen.   Die   in   die   CAD- Software integrierte VITA Zahnbibliothek bietet zudem eine Vielfalt an Aufstellkonzepten, sodass auch komplexe Fälle quasi per Knopfdruck gelöst werden können.

Ausgangssituation

Ein 70-jähriger Patient wurde in der Praxis vorstellig, da er mit der Funktion und Ästhetik seiner totalpro-thetischen Versorgungen nicht zufrieden war. Er wünschte sich eine Neuanfertigung mit einem sicheren, schaukelfreien Sitz sowie altersgerechte, lebendige Prothesenzähne für ein ästhetisches Erscheinungsbild. Um den Patienten effizient totalprothetisch versorgen zu können, entschied sich das zahnärztlich-zahntechnische Team für die digitale Fertigung. Der digitale Workflow gewährleistet neben seiner Effizienz auch eine hohe Passgenauigkeit der Prothesen, da sich CAM-Prothesenbasen absolut verzugsfrei anfertigen lassen. Um den ästhetischen Erwartungen des Patienten gerecht zu werden, entschied sich das Team für die VITA VIONIC FRAME Zahnrahmenlösung mit den hochästhetischen VITAPAN EXCELL Frontzähnen, die vor allem durch ihre goldenen Proportionen überzeugen.

Analoge Vorbereitung und Digitalisierung

Für die erfolgreiche digitale Herstellung müssen alle klinisch relevanten Informationen auf analogem Weg ins Labor übermittelt werden. Eine präzise anatomische Abformung, ein passgenauer Funktionslöffel, eine saugende und schaukelfrei sitzende mukodynamische Abformung sowie eine aussagekräftige Kieferrelations-bestimmung sind deswegen essenziell. Die Arbeitsmodelle wurden initial einzeln im Laborscanner Ceramill Map 400+ digitalisiert. Anschließend erfolgte der Scan der beiden Modelle in Kieferrelation mit dem Ceramill Fixator gemäß der Achsrelation im Artikulator. Nach dem Vestibulärscan der Modelle ohne Kieferrelationsbestimmung konnten die vier Datensätze gematcht werden, wodurch die Modelle in der korrekten vertikalen Dimension digital vorlagen.

Digitale Prothetik per Knopfdruck

Der STL-Datensatz wurde in die CAD-Software Ceramill Mind übertragen. Dann erfolgte die geführte digitale Modellanalyse nach TiF® (Totalprothetik in Funktion). Nach der Wahl der Seitenzähne und der Frontzähne aus der Zahnbibliothek der CAD-Software konnte die digitale Aufstellung per Knopfdruck realisiert werden. Danach wurden mit verschiedenen Designtools die Einschubrichtung und die Funktionsränder virtuell festgelegt sowie die Prothesenbasen ausgestaltet. Im nächsten Schritt wurden die Konstruktionsdaten an die CAM- Einheit Ceramill Motion 2 übertragen und für die Einprobe gingivafarbene Prothesenbasen aus VITA VIONIC WAX gefräst. Schließlich wurden passgenau zu den gefrästen Kavitäten dieser Wachsbasen die Prothesenzähne CAM-technisch basalzirkulär nachbearbeitet und in der Wachsbasis fixiert.

Fertigstellung der digitalen Prothese und Fazit

Nach erfolgreicher klinischer Einprobe der Wachsaufstellung wurden die Basen definitiv aus PMMA- Ronden gefräst. Nach der Reinigung und Konditionierung der Prothesenzähne konnten diese hochpräzise und absolut spaltfrei mit dem Zweikomponentenadhäsiv VITA VIONIC BOND in den gefrästen Alveolen der Basis definitiv eingeklebt werden. Dafür wurde das Befestigungsadhäsiv mit einem feinen Pinsel auf den zervikal konditionierten Zahn und die Kavitäten der Basis aufgebracht. Danach folgte die Polymerisation innerhalb von zwanzig Minuten bei 55 °C und 2,0 bar. Die mukogingivale Anatomie wurde schließlich mit dem fließfähigen und lichthärtenden Verblendkomposit VITA VM LC flow individuell gestaltet. Bei der Eingliederung zeigte sich der Patient von dem stabilen Sitz und dem natürlichen Erscheinungsbild seiner grazil gestalteten Neuversorgungen überzeugt. Mit der neuen Zahngarnitur VITA VIONIC VIGO erübrigt sich seit Neuestem die CAM-Modifikation der Konfektionszähne bei totalprothetischen Komplettversorgungen. Das für die digitale Prothesenfertigung optimierte Design und die Vorkonditionierung des Zahns machen den digitalen Workflow damit noch simpler, schneller und wirtschaftlicher. Die Zähne werden einfach einzeln aus Blisterverpackungen entnommen und sofort mit der Prothesenbasis verklebt.

Autoren: Dr. Christiane Weber, ZTM Franz Hoppe und ZT Benjamin Zilke

Der Beitrag ist in ZT Zahntechnik Zeitung erschienen.

Foto Teaserbild: Autoren

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