Anzeige
Branchenmeldungen 01.04.2021

1. FACE-Online-Symposium mit wahrem Feuerwerk erstklassiger Vorträge

1. FACE-Online-Symposium mit wahrem Feuerwerk erstklassiger Vorträge

Foto: OEMUS MEDIA AG

Mehr als 800 Kieferorthopäden aus der ganzen Welt nahmen Ende Februar am erstmals von FORESTADENT digital ausgerichteten Fortbildungsevent der FACE-Gruppe teil. Neunzehn Experten, darunter zahlreiche internationale Größen, präsentierten zwei Tage lang ihre Erfahrungen rund um die klinische Anwendung der FACE-Behandlungsphilosophie, welche auf die Erzielung funktional wie ästhetisch exzellenter Ergebnisse ausgerichtet ist.

Nach dem großen Erfolg des letzten FACE-Symposiums 2018 in Wien hatten deren Initiatoren das nächste Event der weltweit agierenden Arbeitsgruppe eigentlich für Ende 2020 in Miami vorgesehen. Doch leider machte Corona einen Strich durch die Rechnung. Als FORESTADENT Anfang Dezember jedoch mit seiner E-Learning-Plattform www.forestadent-campus365.com an den Start ging, eröffnete sich die Möglichkeit, doch noch ein Symposium stattfinden zu lassen – digital.

Über 800 Teilnehmer begrüßte FORESTADENT Geschäftsführer Stefan Förster am Morgen des 26. Februar an den heimischen Bildschirmen. Rund um den Globus und ungeachtet der teils herausfordernden Zeitverschiebung hatten sich Anwender des FACE-Konzepts sowie daran Interessierte zugeschaltet, um live beim zweitägigen Event dabei zu sein.

International namhafte FACE-Experten teilten ihre Erfahrungen

Das Programm eröffnete Dr. Domingo Martin (Spanien), der in seinem Vortrag über die Bedeutung der vertikalen Dimension bei Patienten mit craniomandibulärer Dysfunktion sprach. Dabei beleuchtete er relevante Aspekte – von der Kondylenposition, progressiven Kondylenresorption über die transversale Dimension (Fulcrum) bis hin zu vertikalen Skelettmustern. Anhand aktueller Literatur sowie klinischer Fallbeispiele verdeutlichte er die Zusammenhänge zwischen craniofazialen Morphologien, Entwicklungsstörungen sowie Dysfunktionen und appellierte an die Kollegen, die vertikale Dimension stets entsprechend in der Diagnose und Behandlungsplanung zu berücksichtigen. Zudem zeigte Dr. Martin auf, wie durch ein adäquates Behandlungskonzept Risikofaktoren für eine CMD-Erkrankung bei Patienten mit vertikalen Wachstumsmustern minimiert werden können.

Wie wichtig die Kommunikation bei kieferorthopädisch-prothetischen Erwachsenenfällen ist, erfuhren die Teilnehmer von Dr. Roxana Rugina (Rumänien). Während Dr. Kieran Daly (Irland) Mechaniken für den kieferorthopädischen Lückenschluss bei fehlenden oberen seitlichen Schneidezähnen präsentierte, stand bei Dr. Turkan Nadire Yeşil (Türkei) das Thema „Extraktion in der FACE-Philosophie“ im Fokus. Auch wenn Extraktionen kontrovers diskutiert würden, stellen sie in manchen Fällen eine klinische Notwendigkeit dar, so Dr. Yeşil. Wichtig sei, dass in jedem individuellen Fall eine äußerst sorgfältige Diagnose erfolge. Aus Polen hatte sich Dr. Kasia Wiśniewska zugeschaltet. Sie erläuterte, wie kortikotomie-chirurgische Eingriffe ein wichtiges Behandlungsinstrument im kieferorthopädischen Behandlungsalltag darstellen können und welche Vorteile mit diesen verbunden sind.

Dr. Korkmas Sayinsu (Türkei) verwies in seinem Vortrag auf die Wichtigkeit stabiler Kiefergelenkpositionen im Vorfeld kieferchirurgischer Eingriffe, während sich bei Dr. Jorge Ayala (Chile) alles um die Molarendistalisation drehte. Für die meisten FACE-Fälle, so Dr. Ayala, sei diese eine „No-go-Option“, da sie in der Regel mit unerwünschten Nebeneffekten verbunden ist (z. B. Kondylendistraktion). Folgt man jedoch dem Konzept von Dr. Errty Silva, ergeben sich völlig neue Möglichkeiten. Mithilfe skelettaler Verankerung (Miniplatten) realisiert dieser zur Vermeidung distaler Vorkontakte eine Distalisation oberer Molaren mit paralleler Intrusion bei gleichzeitiger Unterkieferrotation gegen den Uhrzeigersinn. Ist dies erfolgt, können anschließend die Prämolaren und Eckzähne distalisiert (z. B. mittels Elastikkette) oder der komplette anteriore Bereich bewegt werden. Auch die Distalbewegung unterer Molaren stelle dank skelettaler Verankerung heute kein Problem mehr dar.

Rund um die vertikale Kontrolle und deren positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Kiefergelenke, die funktionale Okklusion sowie ästhetische Aspekte drehte es sich bei Dr. Bernardo Rodriguez (Mexiko). Dr. Carlos Becerra (Chile) stellte im Rahmen der frühen Klasse III-Behandlung die traditionelle Gesichtsmaske dem kombinierten Einsatz aus skelettal verankerter GNE und Gesichtsmaske gegenüber. In die Entscheidung, welche Option letztlich bei ihm zur Anwendung komme, fließen neben der Diagnose Faktoren wie Patientenalter, eine eventuell vorliegende Asymmetrie sowie Wachstumsmuster ein.

Den letzten Vortrag des ersten Tages absolvierte der einzige Nicht-Kieferorthopädie dieses Symposiums, Dr. Mike Gunson (USA). Der MKG-Chirurg ging in seinem Vortrag „Die Pathologie des Sprechens“ einer äußerst spannenden Frage nach: Inwieweit stellen restaurative, kieferorthopädische und chirurgische Behandlungen die natürliche Funktion und Ästhetik pathologischer Gesichtssysteme wieder her? Können die Patienten nach erfolgter Therapie (wieder) normal, d. h. bei minimaler Anstrengung atmen, essen und kommunizieren oder wurde deren ursächliches Problem überhaupt nicht erkannt? „Hören Sie Ihren Patienten zu, beobachten Sie diese beim Atmen, Essen, Kommunizieren (Ausdruck, Sprechen)“, so Dr. Gunson. Nur wer die richtigen Fragen stellt und innerhalb eines gesamten Systems erkennt, was die pathologische Adaption seiner Patienten ist, sei auf dem richtigen Weg.

Das 4D-Konzept – Blick in die Zukunft der FACE-Philosophie

Auf eine Reise in die vierte Dimension der FACE-Philosophie – die funktionale Okklusion – entführte Dr. Alberto Canabez (Spanien) die Teilnehmer zu Beginn des zweiten Tages. Mit MODJAW präsentierte er ein neues Konzept, das mithilfe einer Software die echten Kieferbewegungen (dynamische Okklusion) der Patienten erfasst und somit ein besseres Verständnis der Dynamik ihrer Kiefergelenke ermöglicht – für die Erstellung noch genauerer Diagnosen sowie die Realisierung „maßgeschneiderter“ Behandlungen mit langfristig stabilen Ergebnissen.

Konzepte für die Therapie junger Erwachsener mit maxillärer Hypoplasie stellte Dr. Bogdan Geamanu aus Rumänien vor, während Landsmann Dr. Adrei Jacob anhand von Fallbeispielen verdeutlichte, wie durch den Einsatz von Kortikotomie und Knochentransplantation kieferorthopädische Behandlungsergebnisse optimiert werden können. Inwieweit die skelettale Verankerung im retromolaren Bereich bei klinisch herausfordernden Situationen eine sinnvolle Option darstellt, erläuterte Dr. Arantxa Senosiain (Spanien). Im Anschluss demonstrierte Dr. Adina Sirbu (Rumänien) beispielhaft, wie bei Anwendung der zielorientierten FACE-Philosophie funktional wie ästhetisch ideale sowie stabile Ergebnisse erzielt werden können.

Auf das FACE-Behandlungsprotokoll bei Schlafapnoe-Patienten ging Dr. Rafael Ecija (Spanien) ein. Dabei arbeitete er insbesondere den Einsatz hilfreicher Diagnosetools, wie z. B. die Aktigrafie oder Polygrafie, das richtige Verständnis von Atemfunktionsstörungen, deren Folgen für die Patienten sowie die umso größere Bedeutung der Erreichung einer für sie bestmöglichen Lebensqualität heraus.

Berücksichtigung der Vertikalen als Schlüssel zum Erfolg

Den FACE-Behandlungsansatz bezüglich der Therapie von Klasse II-Malokklusionen bei heranwachsenden Patienten erläuterte Dr. Iñigo Gómez Bollain. Der Spanier stellte dabei, wie schon Dr. Martin zuvor, die Wichtigkeit des vertikalen Wachstums des Gesichtskomplexes und dessen Bedeutung für die Behandlung heraus. Anhand diverser Fallbeispiele verdeutlichte er seine ganz persönliche Sichtweise und erinnerte die Teilnehmer daran, dass man zwar versuchen könne, das Wachstum bei diesen Patienten zu kontrollieren. Jedoch sei es dabei nicht ratsam, gegen die Natur zu agieren. Vielmehr müsse sich innerhalb der biologischen Grenzen bewegt werden. „Wir müssen nicht das Unmöglich tun“, so Dr. Bollain. „Was wir tun müssen, ist, die richtige Position der Kondylen bezogen auf die Fossa zu berücksichtigen, die Ästhetik des Gesichts sowie die Position der Zahnwurzeln innerhalb des Knochens.“ Um dies zu realisieren, müsse man allerdings anders denken. „Denken Sie in der vertikalen Dimension. Das ist das einzige Geheimnis, diese Patienten erfolgreich zu behandeln.“

Dem Management der Okklusionsebene bei hyperdivergenten Patienten widmete sich der Vortrag von Dr. Oscar Palmas (Argentinien), während Dr. Straty Righellis (USA) als letzter Referent dieses 1. FACE-Online-Symposiums demonstrierte, wie er seine Patienten überzeugt, ihr Einverständnis für die ihnen vorgeschlagenen Behandlungspläne zu erteilen. So riet der Referent dazu, Therapieziele stets so zu formulieren, dass diese für den einzelnen Patienten (bzw. dessen Eltern) verständlich sind. Dabei sei stets dessen Hauptanliegen anzusprechen. Um hierbei Aufmerksamkeit zu erregen, würden sich Videos, Animationen, PPT-Präsentationen sowie die Präsentation exemplarischer Patientenfälle (Vorher/Nachher) mit Herausstellung der jeweiligen Problematik und Lösung anbieten. „Zeigen Sie Ihren Patienten, dass Sie ihnen helfen können“, so Dr. Righellis. Dies könne zielführend anhand der FACE-Behandlungsprotokolle geschehen.

Kontakt

FORESTADENT
Bernhard Förster GmbH
Westliche Karl-Friedrich-Straße 151
75172 Pforzheim
Tel. +49 07231 459-0
info@forestadent.com 
www.forestadent.com 

Dieser Beitrag ist in KN Kieferorthopädie Nachrichten erschienen.

Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper

Anzeige