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Branchenmeldungen 04.10.2016

7. PEERS-Jahrestreffen in Berlin – Gewinner des Förderpreises gekürt

7. PEERS-Jahrestreffen in Berlin – Gewinner des Förderpreises gekürt

Der Kongress am 23. und 24. September in Berlin bot unter dem Titel Spannungsfeld Implantologie – Bewährtes und Neues“ ein abwechslungsreiches, zukunftsorientiertes Programm. Die vielfältigen und informativen Vorträge regten zu intensiven Diskussionen im Plenum und in den Pausen an.

Dr. Peter Engel, Präsident der Bundeszahnärztekammer, nahm mit seinen klar formulierten Äußerungen eine Analyse des Status quo und der Zukunft der Zahnmedizin vor. Sein Vortrag befasste sich unter anderem mit der „digitalen“ Zukunft und beschrieb den Einfluss von aufgeklärten Patienten, demografischem Wandel, zu erwartenden Änderungen der Praxis- und Laborstrukturen, gesundheitspolitischer Ressourcenallokation, Europapolitik sowie der Qualitätsdiskussion und der evidenzbasierten Nachweispflicht für Therapieverfahren auf die Perspektiven in der Zahnmedizin.

Mit eloquenter Moderation führten Prof. Dr. Dr. Stefan Haßfeld und Priv.-Doz. Dr. Dietmar Weng durch den vielfältigen Kongress, der mit einer technischen Innovation begann: Dr. Bjorn-Owe Aronsson, Gland (Schweiz), stellte mit SurfLink eine Oberflächenkonditionierung von Implantaten vor, die in klinischen 3-Jahres-Studien die beschleunigte Osseointegration und erhöhte Stabilität des Knochenniveaus unter Beweis stellen konnte. Zusätzlich belegen Studien die Reduktion des Biofilms und die Neovaskularisation im Zuge des Einheilungsprozesses. Die neuen Materialien für die prothetische Versorgung sollen dem Behandler die besten biologischen, funktionellen und ästhetischen Möglichkeiten in einer Restauration bieten, forderte Dr. Tomas Linkevičius, Vilnius (Litauen). Nicht vergessen darf man dabei die Notwendigkeit von sauberen Oberflächen für gesunde Weichgewebsverhältnisse und langfristigen Knochenerhalt.

Priv.-Doz. Dr. Daniel Thoma, Zürich, bot auf der Basis von aktuellen Studien Antworten auf die Frage ob verschraubte Rekonstruktionen den zementierten vorzuziehen seien. Eine Fragestellung, die im Anschluss wie schon oft kontrovers und intensiv diskutiert wurde. Die Möglichkeiten neuer Materialien aus der Gruppe der Hochleistungswerkstoffe PAEK (Polyaryletherketone) in der klinischen Anwendung umriss Priv.-Doz. Dr. Dipl. Ing. Bogna Stawarczyk, München, auf anschauliche Weise. Die klinische Studie von Dr. Stefan Reinhardt, Münster, zu den Langzeitergebnissen verschiedener Augmentationsverfahren in einer niedergelassenen Praxis zeigte, dass mit allen untersuchten Methoden gute ästhetische und funktionelle Ergebnisse zu erzielen sind wobei den signifikant höchsten PES die Sofortimplantation zeigte. Interessant auch, dass in 71 Prozent aller Fälle, bei denen Rezessionen an Implantaten auftreten, auch die korrespondierenden Zähne diese aufweisen.

Die faszinierenden Möglichkeiten der pluripotenten Stammzellen wurden in einem zukunftsweisenden Vortrag von Prof. Dr. Dr. Jürgen Hescheler umrissen. Beeindruckend war ein Video von rhythmisch pulsierenden Herzzellen, die in der Arbeitsgruppe um den Kölner Forscher hergestellt werden konnten. Erste Zähne wurden bereits im Tiermodell erzeugt; bis es jedoch zur klinischen Anwendung kommt, müssen erst noch ethische, finanzielle und verfahrenstechnische Hürden überwunden werden, sodass vielleicht in 10 bis 20 Jahren mit einem Einzug der Methode in den klinischen Alltag zu rechnen ist.

Am Nachmittag entwarf der Oldenburger Parodontologe Prof. Dr. Heiko Visser einen Algorithmus zur Differenzierung der Ätiologie und dementsprechend zu ergreifenden therapeutischen Maßnahmen bei der Behandlung der Periimplantitis. Wesentlicher Aspekt einer erfolgreichen Behandlung ist dabei die stringente Erhaltungstherapie dieser chronischen Erkrankung. Einen erfolgversprechenden Ansatz zur Behandlung der Periimplantitis stellte Dipl. Ing. Holger Zipprich aus Frankfurt vor: Das in der Entwicklung befindliche GalvoSurge-Verfahren läßt mit seiner elektrolytischen Reinigung eine schnelle und gründliche Reinigung der Implantatoberflächen zu. Erste in-vitro-Ergebnisse zeigten nach der Reinigung mit diesem Verfahren den originalen Reinheitsgraden dentaler Implantate vergleichbare Verhältnisse. Derzeit befindet sich die Technologie in der präklinischen Testung.

Den Abschluss bildete der amüsante Vortrag zur kritischen Betrachtung von Studienergebnissen. Prof. Dr. Dr. Martin Kunkel, Bochum, bot erstaunliche Einblicke hinter die Kulissen der Studienlandschaft und lenkte den Blick auf das Spektrum der Fehlerquellen vom „Bias“ bis zum gravierenden wissenschaftlichen Fehlverhalten. Zur Interpretation von Studien gab er Hinweise auf typische Alarmsymptome, die zur Vorsicht mahnen sollten.

PEERS-Förderpreisgewinner gekürt

Im Zuge der Abendveranstaltung wurden die PEERS-Förderpreise verliehen. Nach der Laudatio durch Prof. Dr. Daniel Grubeanu, Trier, hatten die Gewinner die Gelegenheit, ihre Arbeiten kurz vorzustellen. ZTM Sandra Hahn aus Berlin erhielt für ihre Meisterarbeit „Zirkoniumdioxidbrücken mit Teilungsgeschiebe auf individuellen Abutments“ den Implantat-Prothetik-Preis, der in Kooperation mit der Klaus Kanter-Stiftung ausgelobt wird. Der Tuttlinger Lars Ahlskog, der einen Kurzfilm eingereicht hatte zur „Rein maschinellen Aufbereitung in der Implantologie“, das die zeitsparende Handhabung eines Washtrays zeigte, gewann in der erstmals angebotenen Kategorie Video. Die Fallpräsentation mit dem Titel „Patientenspezifische Augmentation mit individualisiertem CAD/CAM Titan Mesh“ bescherte Dr. Dr. Keyvan Sagheb aus Mainz den Sieg. Erstmals ging ein Preis auch in die Schweiz nach Zürich: Dr. Stefan P. Bienz überzeugte mit seinem Poster „Randomized, controlled clinical trial of lateral ridge augmentation using xenogenic block grafts loaded with recombinant human bone morphogenetic protein-2 or autogenous bone blocks“ die Juroren. Dr. Dr. Eik Schiegnitz aus Mainz gewann mit seiner Publikation „Survival and tissue maintenance of an implant with a sloped configurated shoulder in the posterior mandible – a prospective multicenter study“.

Nach der Multicenter-Studie zum OsseoSpeed-TX-Profile Implantat wurde den Mitgliedern die Mitwirkung an einer Marktbeobachtung zu den regenerativen Produkten der Symbios-Reihe angeboten, um auch hier die wertvollen Rückmeldungen aus den Reihen der Mitglieder aufzunehmen.

„Die Auswahl der Themen und Referenten durch die PEERS-Mitglieder mündete in einem informativen Kongress, der auch über den Tellerrand der Implantologie blickte und Grundlage für intensive Diskussionen – auch im Hinblick auf die Zukunft der Zahnmedizin – bot“, zog Prof. Haßfeld sein Resumee. Dr. Weng ergänzte „durch den Freiraum bei der Gestaltung des alljährlichen Kongresses unseres Expertennetzwerks können wir uns vielfältigen Themen widmen, die kontrovers diskutiert werden und abseits des Mainstreams neue Perspektiven eröffnen können.“

PEERS ist die Platform for Exchange of Experience, Education, Research, Science – ein von Dentsply Sirona unterstütztes Expertennetzwerk, das sich dem regelmäßigen fachlichen Austausch und der Förderung des wissenschaftlichen implantologischen Nachwuchses verschrieben hat.

Quelle: Dentsply Sirona Implants

Wie bereits beim ANKYLOS-Jubiläumskongress sowie beim DIKON waren Experten und der wissenschaftliche Nachwuchs aufgerufen, beim PEERS-Jahrestreffen (Platform Exchange Education Research Science) ihre Arbeiten für die wissenschaftlichen Preise einzureichen. Die Poster wurden im Rahmen der Digitalen Poster-Präsentation DPP – in digitaler Form aufbereitet.

Foto: © Dentsply Sirona Implants

Digitale Poster-Präsentation | PEERS-Förderpreis

24. September 2016 in Berlin

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