Anzeige
Branchenmeldungen 16.06.2020

Allround-Spezialisten als Retter in der Not

Allround-Spezialisten als Retter in der Not

Im Doppelinterview berichten die beiden Chemnitzer dental bauer Service-Dentaltechniker Peter Purucker („alter Hase“ mit 25 Jahre Berufserfahrung) und Max Grollich („Rookie“ mit 1,5 Jahren Berufserfahrung) über die täglichen Herausforderungen ihres Berufsstandes.

Was sind Ihre Aufgaben bei dental bauer?

Max Grollich: Mein Einsatz­gebiet umfasst die Wartung und Reparatur von Behandlungseinheiten sowie der Geräte und Maschinen zur technischen Praxisversorgung. Weiterhin kümmere ich mich, an der Seite unseres Hygienespezi­alisten, um die Geräte und Installationen im Bereich Hygiene und Sterilisation.

Peter Purucker: Ich betreue in erster Linie Praxiseinrichtungen (Behandlungsgeräte, Röntgengeräte) sowie Laborgeräte. Darüber hinaus führe ich Druckbehälterprüfungen aus.

Welche Qualitäten zeichnen Ihrer Meinung nach gute Tech­niker aus?

Max Grollich: Ich denke, die Mischung aus technischem Verständnis, sozialen Kompetenzen, dem Willen zur selbstständigen Erwei­terung des Wissens und wirtschaft­lichem Denken ist unerlässlich.

Peter Purucker: Als wichtige Qualitäten sehe ich die lösungs­orientierte Herangehensweise bei der Fehleranalyse und in der Ausführung der Reparatur, den technischen Sachverstand und „das Ruhe bewahren“ in schwierigen Situa­tionen mit Maschine und Mensch (lacht).

Wie verläuft ein durchschnittlicher Arbeitstag?

Max Grollich und Peter Purucker: Meist erfolgt der Start zu den Kunden von zu Hause aus. Dann werden sukzessive alle vom technischen Innendienst für uns ausgemachten Termine abgearbeitet, eventuell kommt noch ein Notfall dazu. Nach deren Beendigung nutzen wir die Zeit, um benötigte Ersatzteile zu bestellen, wichtigen Schriftverkehr zu erledigen, Selbststudium zu betreiben, Anrufe bei Kunden zu erle­digen, gelieferte Ersatzteile aus der Niederlassung abzuholen und die Dienstfahrzeuge für den nächsten Tag vorzubereiten.

Wie gestaltet sich die Team­arbeit bei dental bauer?

Max Grollich: Das gelebte Teamwork ist meiner Meinung nach essenziell, um einen reibungslosen Ablauf aller Mechanismen zu gewährleisten. Durch stetiges Feedback der einzelnen Abteilungen untereinander lässt sich dies noch steigern.

Peter Purucker: Die Zusammenarbeit zwischen Innendienst, Verkaufsaußendienst sowie den Technikern finde ich sehr gut. In puncto „Feintuning“ lernt man natürlich nie aus.

Wie empfinden Sie den Kundenkontakt und wie hat sich dieser entwickelt?

Max Grollich: Auch in der relativ kurzen Zeit hat sich schon ein großes Vertrauensverhältnis aufgebaut. Meine Meinung als Servicetechniker wird geschätzt, sodass schon oft meine Antwort auf die Frage des Zahnarztes, ob eine Reparatur oder die Anschaffung eines speziellen Gerätes Sinn macht, beherzigt und demnach gehandelt wurde.

Peter Purucker: Über die vielen Jahre, die ich Praxen betreue, hat sich zu den allermeisten ein enges Vertrauensverhältnis entwickelt, so- dass ich der Meinung bin, dass sich meine Kunden von mir gut beraten und betreut fühlen (lächelt).

Welchen Bereich sehen Sie als besonders zukunftsrelevant?

Max Grollich: Ein Gebiet, was für die Praxen immer wichtiger wird, ist jegliche Form von Digita­lisierung, Praxismanagement und IT – das interessiert mich sehr.

Peter Purucker: Für mich spe­ziell sehe ich eine Weiterentwicklung im Bereich Digitales Röntgen (z. B. Röntgenprogramme und deren Peripherie).

Freie Servicetechniker vs. Arbeit für ein Dentaldepot – worin liegen die Vor- und Nachteile?

Max Grollich: Ein Dentaldepot hat den direkten Draht zu den Herstellern und ist zugleich zertifizierter Händler – das erleichtert die Ersatzteil- und Informationsbeschaffung um ein Vielfaches. Des  Weiteren ist das große Team, das in einem Depot hinter einem steht, maßgeblich dafür mitverantwortlich, dass den Praxen schnell und zufriedenstellend geholfen werden kann. Im Team ist vieles ein­facher.

Peter Purucker: Als freier Mitarbeiter unterliegt man meist den Zwängen von „selbst“ und „ständig“, das heißt, man muss sich um alles kümmern (Organisation, Serviceeinsatz, Materialbestellung, Abrechnung u. v. m.). Effektives Arbeiten (durch Spezialisierung und Arbeitsteilung) ist da nicht machbar. Kritische Einflüsse wie Krankheit oder das Aufkommen vieler Arbeitsaufträge zur gleichen Zeit kann man dann nicht abfedern.

Welchen Schwankungen unterliegt der Beruf des Servicetechnikers – früher und aktuell?

Max Grollich: Schwankungen gibt es in jedem Fall bei der Anzahl der Serviceaufträge und deren Umfang, die wird es immer geben – Stichwort Schulferien. 

Peter Purucker: Den Unterschied sehe ich in erster Linie im erhöhten Zeitaufwand, zum Beispiel im Bereich Digitales Röntgen und der Installation der dazugehörigen Software, Probleme mit dem Betriebssystemwechsel der Praxis- PCs usw.

Was lieben Sie an Ihrem Beruf besonders?

Max Grollich: Das selbstständige und eigenverantwortliche Arbeiten in meinem Beruf möchte ich nicht missen, ebenso wenig wie die Freiheiten und Entwicklungsmöglichkeiten. Am meisten mag ich aber die Dankbarkeit der Kunden, wenn man im Notfall schnell allumfänglich helfen konnte und der Praxisbetrieb weiterlaufen kann.

Peter Purucker: Vorrangig gefällt mir die Vielseitigkeit, die selbstständige Arbeit, der Kundenkontakt und hin wieder die Frage der Praxis: „Herr Purucker, wie möchten Sie Ihren Kaffee?“ Meine Antwort: „Rehbraun, bitte.“ (lacht)

Vielen Dank für das Interview. 

Quelle: dental bauer

Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper

Anzeige