Branchenmeldungen 15.10.2021

Alternative zum COVID-19-Test? Corona-Erkennung via Atemtest

Alternative zum COVID-19-Test? Corona-Erkennung via Atemtest

Foto: www.freund-foto.de – stock.adobe.com

Atemluftbasierte Diagnosen könnten die Zukunft sein, wenn es um die schnelle und kostengünstige Möglichkeit zur Erkennung einer Corona-Infektion geht. Dies zeigt der Blick nach Südostasien.

Seit Mai 2021 müssen Autofahrer bei der Einreise nach Singapur in ein zigarrengroßes Mundstück atmen, das mit einem Massenspektrometer verbunden ist. In weniger als einer Minute analysiert das Gerät die Atemproben auf COVID-19. Einem neuen Artikel in der Zeitschrift Chemical & Engineering News zufolge könnten solche atemluftbasierten Diagnosen eine schnelle und kostengünstige Möglichkeit zur Erkennung von Infektionen sein, auch wenn es noch einige Probleme gibt.

Stoffwechselprozesse des Körpers im Fokus

Mehr als ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie sind PCR-basierte Tests, bei denen mit einem langen Wattestäbchen Proben aus den Nasengängen der Patienten entnommen werden müssen, nach wie vor der Goldstandard für die COVID-19-Diagnose. Solche Tests sind jedoch unangenehm, langsam und relativ teuer, so die Autorin Carrie Arnold. Deshalb haben mehrere Unternehmen atemtestähnliche Tests zum Nachweis einer SARS-CoV-2-Infektion auf den Markt gebracht. Diese Tests beruhen auf veränderten Verhältnissen flüchtiger organischer Verbindungen (VOCs) in der ausgeatmeten Luft, die durch das Virus ausgelöste Stoffwechselveränderungen widerspiegeln. Die Frage, ob die Technologie ausreichend empfindlich und reproduzierbar ist, ist jedoch noch nicht beantwortet.

Keine Marktreife, viele Fragen bleiben derzeit noch offen

Eine Herausforderung besteht darin, dass die Forscher den VOC-Gehalt in der Atemluft gesunder Menschen noch nicht ausreichend definiert haben, sodass es schwierig ist, genau zu messen, wann die Ausatmung einer Person von der Norm abweicht. Infolgedessen haben einige Tests auf der Grundlage der Atemluft enttäuschende Ergebnisse geliefert, wenn sie im wirklichen Leben angewendet wurden. Außerdem verändern sich einige flüchtige organische Verbindungen als Reaktion auf verschiedene Viren oder Bedingungen in ähnlicher Weise, sodass es wichtig ist, einzigartige Muster oder Verhältnisse von Biomarkern zu ermitteln, die sich nur bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 verändern.

Die Wissenschaftler auf diesem Gebiet sind zuversichtlich, dass die fortgesetzte Standardisierung und Validierung zu einer robusten atemluftbasierten Diagnose führen wird, die sogar in der Lage sein könnte, eine Infektion früher als PCR-basierte Tests zu erkennen, bevor eine Person das Virus ausscheidet.

Quelle: phys.org

Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper