Branchenmeldungen 05.02.2025

Bienenpower für den Zahn: Hat Propolis Potenzial in der Endodontie?



Bienenpower für den Zahn: Hat Propolis Potenzial in der Endodontie?

Foto: Александр Лобач – stock.adobe.com/KI-Generiert

Eine neue systematische Übersichtsarbeit hat untersucht, ob das natürliche Bienenprodukt Propolis in der Endodontie Anwendung als Pulpakappungsmaterial und intrakanalisches Medikament finden sollte. 

Der Naturstoff Propolis wird von Bienen hergestellt und besteht aus einer Mischung aus Pflanzenharzen, Bienenwachs und ätherischen Ölen. Es findet in der Medizin dank seiner entzündungshemmenden, antibakteriellen und antioxidativen Eigenschaften Anwendung. In der Zahnmedizin, speziell in der Endodontie, wird es als Schutzschicht für freigelegte Zahnnerven (Pulpakappung) oder als Medikament in infizierten Wurzelkanälen (Intrakanalmedikament) eingesetzt. 

Die Übersichtsarbeit schloss acht randomisierte klinische Studien ein, in der das Propolis bei genannten endodontischen Behandlungen verwendet wurde. Die überprüften Studien zeigten positive Ergebnisse bei der Kontrolle von Entzündungen, der Förderung der Gewebsheilung und der Desinfektion des Wurzelkanals. 

Beim Einsatz bei Pulpakappung führte das Propolis zu geringerer Mikroleckage (Eindringen von Substanzen oder Bakterien zwischen dem Pulpakappungsmaterial und der Zahnsubstanz) – es bietet also eine relativ gute Versiegelung. Im Vergleich zu bewährten Pulpakappungsmaterialien wie Biodentin oder MTA zeigte sich Propolis jedoch weniger wirksam. Es traten bei Anwendung von Propolis mehr Entzündungen auf. Die Erfolgsrate sowie auch die Dentinbrückenbildung des Bienenharzes kann mit MTA und Biodentin nicht mithalten, die sowohl stabiler als auch biokompatibler als Propolis sind. 

Auch beim Einsatz des Bienenprodukts bei der Intrakanalmedikation gab es keine Hinweise auf eine bessere Wirksamkeit von Propolis im Vergleich zu herkömmlichen Medikamenten (Calciumhydroxid oder TAP). Es konnte eine effektive antibakterielle Wirkung von Propolis gegen das Bakterium E. faecalis nachgewiesen werden. Propolis zeigte also Potenzial beim Bekämpfen von Infektionen, aber erwies sich als nicht so zuverlässig wie die herkömmlichen Alternativen. 

Insgesamt kommt die Übersichtsstudie zu dem Schluss, dass Propolis nicht als bevorzugte Behandlungsmethode empfohlen werden kann. 

Die Übersichtsarbeit führt an, dass die Zusammensetzung des Naturprodukts variiert und daher eine signifikante Vergleichbarkeit erschwert. Aufgrund der Heterogenität der eingeschlossenen Studien und der nicht standardisierten Formulierung von Propolis ist weitere Forschungsarbeit notwendig, um die Wirksamkeit von Propolis zuverlässig zu bewerten. 

Quelle: Cureus

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