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Branchenmeldungen 05.10.2010

BLZK mahnt Vorstand der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns

BLZK mahnt Vorstand der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns

Die von der noch amtierenden Führung der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) angekündigte drastische Honorarkürzung für Vertragszahnärzte wird von den Präsidenten der Bayerischen Landeszahnärztekammer kritisch hinterfragt.

„Es ist doch merkwürdig, dass der KZVB-Vorsitzende Dr. Janusz Rat wenige Tage nach Ende der Wahlzeit zur neuen Delegiertenversammlung der Kammer und wenige Wochen nach der vorgezogenen Wahl zur Vertreterversammlung der KZVB sogenannte Puffertage ankündigt. Jetzt wird die Katze aus dem Sack gelassen. Seit wann wusste die KZV-Führung davon, dass die Verhandlungen mit der AOK Spitz auf Knopf standen? Warum hat man den bayerischen Vertragszahnärzten über Monate Jubelmeldungen über Punktwerte und KZV-Erfolge vorgesetzt, ohne den Ernst der Lage zu kommunizieren?“ Diese Fragen stellen Kammerpräsident Michael Schwarz und Vizepräsident Christian Berger in einem offenen Brief an den Vorsitzenden der KZVB, der zugleich auch Vorsitzender der standespolitischen Gruppierung „Zukunft Zahnärzte Bayern“ ist.

Schwarz und Berger kritisieren auch jüngste Verlautbarungen des KZV-Vorsitzenden zur Strukturreform der vertragszahnärztlichen Vergütung. „Dr. Rat stellt in der aktuellen Ausgabe der KZVB-Postille ‚transparent’ heraus, die Koalition in Berlin habe auf sein persönliches Drängen beschlossen, die Vergütungsreform bereits 2011 auf die Agenda zu setzen. Das entbehrt offenbar jeder Grundlage. Die Koalition hat dazu im Rahmen des GKV-Finanzierungsgesetzes nur eine vage Absichtserklärung abgegeben.“

Schwarz und Berger fordern die KZV-Führung in Bayern auf, die Vertragszahnärzte lückenlos über den Verhandlungsablauf mit den Krankenkassen aufzuklären. Dabei müsse auch die Frage beantwortet werden, ob die Wahlen zur KZVB-Vertreterversammlung bewusst vorgezogen wurden, um sich „kurz vor Toresschluss noch über die Ziellinie zu retten“. Die standespolitische Fraktion von Dr. Rat hatte die Wahlen im Juni 2010 knapp für sich entscheiden können. „Im Vorfeld der Kammerwahl wurden weitere Nebelkerzen von Dr. Rat gezündet. Diese bestanden in ungefragten Ratschlägen zur aktuellen Auseinandersetzung mit dem Bundesgesundheitsministerium über eine neue Gebührenordnung.“ Und weiter: „Die KZVB-Spitze sollte alles daran setzen, den fatalen Eindruck zu entkräften, dass dies alles nur Ablenkungsmanöver waren. Dabei könnte auch erklärt werden, welche Rolle die KZVB-Spitze bei der Diskussion über die vom Gemeinsamen Bundesausschuss beschlossene sektorenübergreifende Qualitätssicherung gespielt hat. Auch hier wird erkennbar versucht, diese Fehlentwicklung und die möglicherweise daraus resultierenden Datenschutzprobleme für die Vertragspraxis schönzureden.“

Quelle: BLZK

Foto: © Shutterstock.com
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