Anzeige
Branchenmeldungen 22.03.2019

„Das Gespür für Präzision und Mikromechanik steckt quasi in der DNA“

„Das Gespür für Präzision und Mikromechanik steckt quasi in der DNA“

2019 feiert das Schweizer Familienunternehmen Bien-Air sein 60-jähriges Jubiläum. Im Rahmen der IDS in Köln sprach CEO Edgar Schönbächler über bisherige und aktuelle Innovationsleistungen, die firmeneigene Philosophie sowie die Zukunft der Dentalbranche.

Welche Produktneuheiten stellte Bien-Air im Rahmen der IDS 2019 vor?

Edgar Schönbächler: Mit unserer neuen Tornado X präsentieren wir eine Turbine, die genau der Philosophie unseres Unternehmens entspricht: Attribute wie langlebig, zuverlässig und natürlich die hohe Produktqualität entsprechen exakt den Erwartungen, die Bien-Air stets hält und übertrifft. Auf die Tornado X geben wir daher 60 Monate Garantie – das gibt einen schönen Schulterschluss mit den Anfängen unserer Firmengeschichte, die ja mit der Entwicklung einer Turbine begonnen hat.

Daneben stellen wir ein neues Implantologie- und Chirurgiegerät vor: Chiropro bzw. Chiropro PLUS sind sehr einfach zu benutzen – dank eines innovativen Bedienpanels, das sich mit einem einzigen Drehknopf steuern lässt. Dazu gab es bereits ein sehr gutes Echo seitens der Kunden. Passend zu diesen Chirurgiemotoren bieten wir ein neues Handstück mit einer 1:2,5 Übersetzung an, die für spezifische klinische Anwendungen, wie zum Beispiel auch die Entfernung von Weisheitszähnen und die Hemisektion, genutzt werden kann.

Foto: Geballte Power (v.l.n.r.): Reto Sutter, Country Manager Bien-Air Schweiz, Peter König, Niederlassungsleiter Bien-Air Deutschland, Pia Richter, Vertriebsleiterin Bien-Air Deutschland, und Edgar Schönbächler, CEO Bien-Air.

Am 13. März feierten Sie gemeinsam mit Freunden, Partnern und Wegbegleitern das 60-jährige Firmenjubiläum von Bien-Air im großen Rahmen im Kölner Rheinloft. Was waren für Sie – neben Ihrer eigenen Showeinlage als Klaviervirtuose – die Highlights des Abends?

Bien-Air ist eine Firma, die gern Feste und Erfolge mit seinen Mitarbeitern feiert, und das gehört auch ein Stück weit zu unserer Firmenkultur, dass man sagt: Wir arbeiten hart, aber wir feiern auch hart. Ich war überwältigt von der tollen Stimmung, der Vielzahl der Gäste und dem unkomplizierten Austausch miteinander – einfach, genau wie unsere Firma auch ist. Das fand ich persönlich sehr, sehr schön.

Wird es noch eine interne Party für die Bien-Air Belegschaft geben und wenn ja, welche Überraschungen sind dafür geplant?

Im Mai veranstalten wir am Ufer des Bielersees eine große Party für unsere Mitarbeiter, das Bien-Air Festival. Ähnlich einem Musikfestival wird es alle möglichen Arten an Essen und natürlich verschiedene Konzerte geben. Die ganze Belegschaft ist dazu eingeladen. Dank moderner Kommunikationswege wird unser gesamtes Vertriebsnetz, bestehend aus acht Filialen weltweit, mit in die Feier einbezogen. Sogar unsere ehemaligen Mitarbeiter, die bereits in Rente sind, werden dabei sein. Auf dieses Fest freuen wir uns schon jetzt.

Sie sind seit mehr als einem Jahrzehnt für das Unternehmen Bien-Air tätig. Was für ein Gefühl ist es, Teil der Bien-Air Familie zu sein?

Zunächst einmal ist es ein sehr schönes Gefühl, aber auch eins, das mit viel Ehrfurcht verbunden ist: Was in diesen letzten 60 Jahren geleistet wurde – von der Familie Mosimann, von den Mitarbeitern – das flößt Respekt ein und lässt einem bewusst werden, dass man eine große Verantwortung hat, dieses Erbe, diese Tradition entsprechend weiterzuführen und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig spürt man aber auch viel Support, und es ist eine Ehre, Teil dieses Unternehmens zu sein und es mitgestalten zu können.

Jeder in der Firma zählt – das versuchen wir jedem unserer Mitarbeiter zu vermitteln. Bien-Air ist ein Unternehmen mit einer flachen Hierarchiestruktur. Der Inhaber der Firma hat sein Büro direkt neben mir – wenn ich also einen Ratschlag oder eine schnelle Entscheidung brauche, kann das sehr unbürokratisch und rasch geschehen. Ich glaube, das ist heute ein Vorteil gegenüber Großkonzernen, die mit Fusionen eingespannt sind und sich vor allem mit sich selbst beschäftigen müssen. Wir haben demgegenüber eine gewisse Flexibilität, die uns trotz der kleineren Größe doch gewisse Vorteile bringt.

In der heutigen Zeit rückt das Thema Work-Life-Balance immer stärker in den Fokus. Inwieweit unterstützt Bien-Air seine Mitarbeiter in diesem Punkt?

Wir haben verschiedene Angebote in der Firma, die den Mitarbeitern das Arbeitsleben angenehmer machen sollen. Im Winter bieten wir beispielsweise Früchtekörbe an, außerdem gibt es am Standort Biel einen eigens für die Mitarbeiter eingerichteten Fitnessraum. Da die Kollegen in der Produktion teilweise in relativ schwierigen Positionen arbeiten müssen, bieten wir ihnen Massagen gegen Verspannungen an. Ich bin einfach der Meinung, dass Erfolg durch Arbeit kommt, und Arbeit kommt, wenn die Leute glücklich sind.

Sind Nachwuchssorgen ein Thema für Bien-Air?

Der Fachkräftemangel ist auch für uns ein sehr großes Thema. Als Produktionsfirma mit Sitz in Biel brauchen wir Mechaniker und Leute, die noch ein Handwerk erlernt haben. In der Schweiz haben wir ein duales Schulsystem, bei dem man zwischen einem Handwerkslehrgang und akademischen Studien wählen kann. Beide haben auch heute noch einen sehr hohen Stellenwert in der Gesellschaft. Nur durch die Beibehaltung dieses Schulsystems wird es weiterhin den nötigen Fachkräftenachwuchs geben. Von den Politikern wird das zum Teil ein bisschen vernachlässigt. Früher oder später bezahlt man dafür: Die Industrie ist dann womöglich gezwungen, ins Ausland abzuwandern und Arbeitsplätze dahin zu verlegen – erstens, weil es zu teuer ist und zweitens, weil die Fachkräfte fehlen.

Auf der anderen Seite sind wir in einer Peripherieregion ansässig – dem Watch Valley. Das Know-how ist also da, und das Gespür für Präzision und Mikromechanik steckt quasi in der DNA der Menschen. Andererseits gehört Biel nicht zu den großen Ballungszentren. Die Attraktivität liegt in dem Kleinstadtcharme, der See ist gleich vor der Tür, die Berge direkt dahinter – ein sehr schöner und angenehmer Ort zum Leben, da kann man ruhig ein wenig Werbung für machen.

Die Zahnmedizin wird weiblich, so der allgemeine Tenor. Wie ist Ihr Eindruck: Gehen Frauen mit anderen Ansprüchen an die Produkte heran als Männer? Gibt es eventuell sogar andere Komponenten bei der Produktentwicklung zu beachten?

Absolut, das ist sogar ein sehr wichtiges strategisches Element für uns. Man stellt sich immer vor, der klassische Zahnarzt sei ein 55-jähriger Mann, der allein in seiner Praxis arbeitet, aber das ist heute absolut nicht mehr so. Heute ist das eher eine Frau in den 30ern. Ich war im Januar in Brasilien und da sind 80 Prozent der Studenten Frauen – mit sehr hohen Ansprüchen an die Produkte: sei es ästhetisch, sei es vom Gewicht her, allgemein in Hinblick auf die Ergonomie. Wir bei Bien-Air versuchen mit unserer Produktentwicklung so gut wie möglich darauf einzugehen. Es sind schließlich unsere Instrumente, die der Zahnarzt acht Stunden am Tag in der Hand hält, das sind die Instrumente, auf die es ankommt. Das Credo lautet: Je kleiner/je leichter, desto besser – diesem Anspruch werden wir seit Jahren mit unseren Micro Series gerecht. Schlussendlich geht es um den Patienten, denn auch ihm ist es wichtig, was während der zahnärztlichen Versorgung bei ihm in den Mund hineinkommt. Möglichst klein, geräuscharm und in Hinblick auf Verletzungsrisiken auf ein Minimum reduziert sollen die Instrumente sein. Ob der Patient ein Mann oder eine Frau ist – ich glaube, da sind die Ansprüche dann dieselben.

Auf einer Skala von 1 bis 10: Welches Fazit ziehen Sie nach der IDS 2019 und welche Produktneuheit wurde am stärksten nachgefragt?

Die IDS war für uns ein voller Erfolg, wir waren sehr zufrieden mit dem Kundenbesuch. Die Produkte, die am stärksten nachgefragt wurden, waren natürlich unsere Neuheiten, weil wir die auch speziell präsentieren. Gerade die Tornado X und der Implantologie-Motor Chiropro/Chiropro PLUS haben ein starkes Echo gefunden.

Nach der IDS ist vor der IDS: Arbeitet die Innovationsschmiede von Bien-Air schon jetzt an Produktneuheiten für 2021?

Man denkt immer, zwei Jahre sind lang, aber dem ist nicht so. Unsere Pipeline ist voll mit neuen Produkten. Natürlich muss man jetzt auch erstmal die neuen Produkte richtig lancieren, aber im Hintergrund arbeiten unsere Entwickler bereits an dynamischen Neuentwicklungen.

Passend zu unseren Produkten haben wir in den letzten Jahren sehr viele Serviceangebote entwickelt. Wir wollen dem Zahnarzt Rundumlösungen an die Hand geben: Wenn der Kunde also ein Instrument gekauft hat und irgendetwas braucht, bieten wir verschiedene Sorglospakete an, die keine Wünsche offenlassen und sein Praxisleben vereinfachen.

Vielen Dank für das Interview.

Fotos: OEMUS MEDIA AG

Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper

Anzeige