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Branchenmeldungen 27.03.2019

Dentale Lebensläufe: Dr. Alexa van Schöll

Dentale Lebensläufe: Dr. Alexa van Schöll

In der vorliegenden Reihe befragt die dentalfresh Menschen der Zahnmedizin nach ihrer ganz persönlichen dentalen Biografie. Im Interview steht Dr. Alexa van Schöll – Angestellte Zahnärztin in der Gemeinschaftspraxis Dr. Herold & Kollegen, Essen – Rede und Antwort.

Was hat Sie bewogen, Zahnärztin zu werden, und gab es einen Plan B?

Schon als junges Mädchen wollte ich Zahnärztin werden, ausschlaggebend war der Zahnarzt meiner Eltern, der mein Interesse an dem Beruf geweckt hat. Der Wunsch hat sich dann durch diverse Praktika weiter gefestigt. In den vier Wartesemestern vor Studienbeginn habe ich im human- und zahnmedizischen Bereichen gearbeitet und war mir sicher, dass dies der Be-ruf ist, den ich ausüben möchte. Und dann habe ich von 2010 bis 2016 an der Universität des Saarlandes in Homburg Zahnmedizin studiert. Eine Alternative zur Zahnmedizin gab es für mich nicht. Ich habe in den zwei Jahren zwischen Abitur und Studium viel gearbeitet und das Geld für die spätere Studienfinanzierung gespart. Das war definitiv die richtige Entscheidung.

Sie arbeiten momentan als angestellte Generalistin. War das eine bewusste Entscheidung und wenn ja, warum?

Da ich parallel die Weiterbildung zur Oralchirurgin und Implantologin mache, genieße ich die Vorteile des Angestelltenverhältnisses: Konzentration auf „die Arbeit am Patienten“, ein weites Behandlungsspektrum, interdisziplinärer Austausch mit meinen Kollegen und die Möglichkeit zur Teilnahme an Kongressen.

Welche Vor- und Nachteile bringt das Angestelltenverhältnis mit sich?

Es ermöglicht einen guten Einblick in diverse Praxiskonzepte und in den Umgang mit Patienten und Personal. Man bekommt eine Vorstellung, was man in seiner eigenen Praxis später mal genauso und vielleicht auch ganz anders machen würde. Zudem ist eine Spezialisierung in kurzer Zeit nicht möglich, es bedarf Erfahrungen, vor allem wie man mit unvorhersehbaren Komplikationen innerhalb der OP umgeht. Vorteilhaft ist, dass man sich ganz auf die Behandlungen und Patienten konzentrieren kann, ohne mit administrativen Dingen beschäftigt zu sein. Was schätzen Sie an Ihrem Beruf besonders?

Was schätzen Sie an Ihrem Beruf besonders?

Das Vertrauen, welches mir entgegengebracht wird, ist unschätzbar viel wert. Ich trete meinen Patienten immer mit Empathie und Geduld gegenüber. Manche sind schon sehr ängstlich. Gerade dann ist es mir ein Ansporn, ihnen die Therapien in Ruhe nahezubringen. Dies geht nur in kleinen Schritten und mit meist mehr Terminen als nötig. Aber das Ergebnis zählt, und zwar nicht nur das medizinisch kaufunktionelle, sondern vor allem, dass sich der Patient sicher und bei mir in den besten Händen fühlt.

Stichwort Rückschläge: Wie gehen Sie damit um?

Manchmal verlaufen Behandlungen anders als geplant, der Patient oder auch ich als Behandlerin sind nicht mit dem Ergebnis zufrieden. Das ist ärgerlich, aber daraus lerne ich. Gerade bei Operationen ist es wichtig, dass ich das „Worst-Case-Szenario“ handhaben kann, ohne nervös zu werden. Dies ist immer in meine chirurgische Planung mit einbezogen. Wichtig ist, den Patienten eine realistische Vorstellung vom Endergebnis zu vermitteln und Bedenkzeit zu geben.

Welchen Tipp geben Sie der neuen Generation mit auf den Weg?

So nervenaufreibend das Studium auch ist, der Berufsalltag ist toll! Ich empfehle Neuanfängern zwei Dinge: Erstens, jeden Tag mit Freude zu arbeiten und alle Aufgaben zu 100 Prozent zu lösen. Das heißt auch, dass man nicht aufhören darf, sich weiterzubilden. Stagnation bedeutet in unserem Beruf „Rückschritt“. Man sollte etwas „richtig“ machen oder es lassen. Daraus resultiert zweitens, sich eine Spezialisierung zu suchen und darin richtig gut zu werden. Niemand kann in allem der Beste sein, und eine gute interdisziplinäre Kommunikation stellt mich als Behandlerin zufrieden und schafft bei den Patienten Vertrauen.

Sie sprechen fließend Italienisch, was reizt Sie an der Sprache?

Italienisch habe ich auf dem Gymnasium gelernt und im Anschluss an der LMU in München Italienische Philologie und Griechische Mythologie studiert. Mein Ziel war es, Zahnmedizin in Italien, am liebsten in Bologna, zu studieren, dafür erwarb ich das benötigte Sprachniveau an der LMU. Familiär bedingt ging ich dann jedoch nicht nach Italien, sondern kehrte zurück nach Düsseldorf. Schon als Kind habe ich die Sommer nahe Venedig verbracht, und in den Dolomiten bin ich im Winter Ski gelaufen.

Das Interview ist in der dentalfresh erschienen.

Foto: Photographee.eu – stock.adobe.com

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