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Branchenmeldungen 03.05.2011

Der Approximalkontakt - (k)ein Problem?

Der Approximalkontakt - (k)ein Problem?

Einfache und dennoch höchst effiziente Tricks aus der Praxis von med. dent. Flavio Cassani. Dr. med. dent. Bendicht Scheidegger berichtet über den praktischen Kurs.

Hand aufs Herz: Welcher Zahnarzt kennt es nicht, das schale Gefühl, wenn nach Legen einer Füllung die Zahnseide zu leicht durch den Approximalkontakt gleitet oder die Form des Keiles am Zahn sichtbar ist. Es wurde alles versucht, die Matrize perfekt zu adaptieren: drei verschiedene Matrizentypen zur Unbrauchbarkeit verbogen und drei Keilgrössen ausprobiert. Die Matrize mit Kugelstopfer bombiert, beim Polymerisieren gegen den Nachbarzahn gedrückt, und nichts verhalf zu einem befriedigenden Resultat. Med. dent. Flavio Cassani, Privatpraktiker aus Mönchaltorf/ZH, führt in seinem Vortrag, präsentiert von Fortbildung Rosenberg, eine interessante Technik ins Feld: wie erreicht man ohne Matrize und ohne Keil einen anatomisch korrekten Approximalkontakt?

30 Kursteilnehmer wollten die kühn gepriesene Technik erlernen, welche ohne die von den Amalgamfüllungen herrührenden Hilfsmitteln wie Keil und Matrize, auskommen soll. Zwar kommt die von Cassani entwickelte Technik (FCT2) nicht gänzlich ohne Matrize aus, doch wird diese nicht herkömmlich platziert, sondern dient als Werkzeug um das Compositmaterial dynamisch zu adaptieren. Zudem ist ein Thixotropes Composit (zum Beispiel EcuSphere Carat von DMG) erforderlich, welches die spezielle Adaptationstechnik erlaubt.

Nach dem theoretischen Block und einiger kritischen Fragen, wurde die FCT2 am Modell geübt und tatsächlich: wider Erwarten der meisten Kurteilnehmer, lassen sich ohne Keil und ohne gelegter Matrize anatomisch gute Kontaktpunkte anfertigen, jedenfalls auf dem Modell. Doch wie sieht es dann am Patienten aus?

Zum Schluss gibt Cassani ein Sammelsurium seiner Tipps und Tricks zum Besten und avanciert so definitiv zum Daniel Düsentrieb der Allgemeinpraxis. Ob alle seine Erfindungen eine Bereicherung darstellen, muss in der Praxis individuell ausprobiert werden. Auf jeden Fall bleibt er seinem Motto nach Hermann Hesse treu „Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen“.

Zurück in der Praxis ging’s zum ultimativen Test der FCT2. An einem ausgedehnten Compositaufbau 46 mit nicht legbarem Keil wurde die Probe aufs Exempel gemacht. Und siehe da: auch in Vivo funktioniert die Technik mit einem schönen Approximalkontakt, der mit einer Matrize in dieser Form nicht machbar gewesen wäre. Cassanis Technik kann so ein weiterer Pfeil im Köcher der konservierenden Zahnheilkunde darstellen.

Alles in Allem kann von einer interessanten Fortbildung eines Privatpraktikers gesprochen werden, die sich Problemen widmet, die im Allgemeinen nicht zur Sprache kommen aber in der Praxis tägliches Brot sind. Und solche Inputs sind immer interessant.

Informationen:

Nächster Kurs mit med. dent. Flavio Cassani

28. September 2011

17.00 bis 20.00 Uhr

„Au Premier“ im HB Zürich

info@fbrb.ch

www.fbrb.ch

Foto: © Shutterstock.com
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