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Branchenmeldungen 25.04.2019

Die Fachzahnarztausbildung zum Kieferorthopäden

Die Fachzahnarztausbildung zum Kieferorthopäden

In jeder Ausgabe der dentalfresh 2019 wird jeweils ein Fachzahnarztgebiet kurz genauer vorgestellt, im aktuellen Heft geht es um die Kieferorthopädie.

Die Fachzahnarztausbildung in Deutschland sieht eine hauptberufliche, in der Regel in Vollzeit geleistete und mit der Assistenzzeit kombinierbare Weiterbildung nach einem abgeschlossenen Studium der Zahnmedizin vor. Dabei kann die Ausbildung in den Fachgebieten der Kieferorthopädie, Oralchirurgie, Parodontologie, Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie sowie für öffentliches Gesundheitswesen absolviert werden. Ein Zahnarzt darf, nach entsprechend nachgewiesener Weiterbildung, bis zu drei Fachbezeichnungen gleichzeitig führen. Art, Umfang und Dauer der jeweiligen fachspezifischen Weiterbildung unterliegt zum größten Teil den Vorgaben der lokalen Kammerbereiche. Die BZÄK macht in ihrer Muster-Weiterbildungsordnung zu den einzelnen Fachgebieten grundlegende Vorgaben, letztlich verbindlich ist die Weiterbildungsordnung der jeweiligen Landeszahnärztekammern.

Fachzahnarzt für Kieferorthopädie: Vorgaben der BZÄK

  • Die fachspezifische Weiterbildung in dem Fachgebiet Kieferorthopädie beträgt mindestens drei Jahre. Davon unabhängig ist ein allgemeinzahnärztliches Jahr nachzuweisen. Dieses sollte vor Beginn der fachspezifischen Weiterbildung abgeleistet werden.
  • Eine fachspezifische Weiterbildungszeit in kieferorthopädischen Abteilungen an Hochschuleinrichtungen für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde kann bis zu drei Jahren angerechnet werden. Eine fachspezifische Weiterbildungszeit bei einem zur Weiterbildung ermächtigten und in einer Praxis ohne universitäre Anbindung niedergelassenen Fachzahnarzt für Kieferorthopädie kann bis zu zwei Jahren angerechnet werden. Eine fachspezifische Weiterbildungszeit an einer kieferorthopädischen Abteilung eines Krankenhauses oder einer anderen, vergleichbaren Einrichtung kann bis zu einem Jahr angerechnet werden. Die Anrechnung setzt jeweils die Zulassung als Weiterbildungsstätte voraus.
  • Von der dreijährigen fachspezifischen Weiterbildungszeit müssen zwei Jahre ohne Unterbrechung an einer Weiterbildungsstätte abgeleistet werden. Mindestens ein Jahr der fachspezifischen Weiterbildungszeit muss unter fachlicher, wissenschaftlich verantwortlicher Leitung einer universitären Einrichtung erfolgen. Dies beinhaltet sowohl die praktischen Aktivitäten als auch die theoretischen Inhalte. Auf schriftlichen Antrag kann die Zahnärztekammer unter Auflagen Ausnahmen zulassen, wenn dies mit dem Ziel der Weiterbildung vereinbar ist.
  • Die erasmusbasierte Weiterbildung Kieferorthopädie hat einen Gesamtumfang von 180 ECTS-Punkten. Im theoretischen Teil der Weiterbildung (Unterricht, Eigenstudium, Fallplanung, Fallplanungskonferenzen, Forschung und Lehre) sowie in der praktischen Weiterbildung erwirbt der Weiterzubildende umfassende Kenntnisse und Fertigkeiten in der Planung und Anwendung aller für eine moderne wissenschaftlich orientierte Kieferorthopädie relevanten Behandlungsgeräte und -techniken wie herausnehmbare Geräte (inkl. funktionskieferorthopädische Geräte), Multiband-/Multibrackettechniken und extraorale Geräte.
  • Die Weiterbildung muss innerhalb von acht Jahren angeschlossen werden; eventuelle Auszeiten oder Verlängerungen müssen bei der zuständigen Kammer beantragt werden.

zur kompletten Muster-Weiterbildungsordnung BZÄK zur KFO

Der Beitrag ist in der dentalfresh erschienen.

Foto: johnalexandr – stock.adobe.com

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