Branchenmeldungen 29.07.2025
Drei Fragen an: Gesundheitsministerin des Landes Sachsen-Anhalt, Petra Grimm-Benne
Eins ...
Frau Grimm-Benne, was genau sieht Ihr Vorschlag zum Zahnarztgesetz vor?
Der Gesetzentwurf sieht zum einen vor, dass – anknüpfend an die von der Kassenzahnärztlichen Vereinigung verantwortete, erfolgreiche Vergabe von Stipendien für Zahnmedizinstudienplätze im europäischen Ausland – künftig zehn Stipendien pro Jahr aus Landesmitteln vergeben werden. Auch Bewerberinnen und Bewerber mit keinem Notendurchschnitt, der ansonsten für ein Zahnmedizinstudium erforderlich ist, sollen in Sachsen-Anhalt die Möglichkeit erhalten, über Stipendien eine Zahnarztausbildung im europäischen Ausland aufnehmen zu können. Zum anderen sollen an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zusätzliche zahnmedizinische Studienplätze im Rahmen einer Vorabquote zur Verfügung gestellt werden. Mit dem Entwurf des Landzahnarztgesetzes, der am 14. Mai im Land-tag eingebracht wurde, binden wir werdende Zahnärztinnen und Zahnärzte an Sachsen-Anhalt, schließen langfristig Versorgungslücken und stärken den ländlichen Raum.
Zwei ...
Wie möchten Sie sicherstellen, dass die Auflage, nach dem Studium für zehn Jahre in Sachsen-Anhalt tätig zu sein, tatsächlich eingehalten wird, und welche Konsequenzen sind vorgesehen, falls die Verpflichtung nicht erfüllt wird?
Ein Vertrag regelt die Auflage, nach dem Zahnmedizinstudium für die Dauer von zehn Jahren in einem unterversorgten Gebiet in Sachsen-Anhalt tätig zu werden. Bei Nichterfüllung der Verpflichtung erfolgt eine Vertragsstrafe in angemessener Höhe. Zuständige Stelle nach diesem Gesetz ist die Kassenzahnärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt, die im Rahmen der Förderung der vertragszahnärztlichen Versorgung die ihr mit diesem Gesetz zugewiesenen Aufgaben wahrnimmt.

Der Gesetzentwurf sieht zudem vor, dass Bewerber mit einem Notendurchschnitt von bis zu 2,6 die Möglichkeit erhalten sollen, über Stipendien eine Zahnarztausbildung im europäischen Ausland aufnehmen zu können.
Drei ...
Gibt es bereits Erkenntnisse oder Prognosen darüber, wie sich die Kombination aus Stipendien und der Landzahnarztquote auf die langfristige Attraktivität des Berufsstandes und die Bindung an den Standort Sachsen-Anhalt auswirken könnte?
Vorbild für die Einführung dieser neuen Vorabquote ist die Landarztquote. Sachsen-Anhalt war eines der ersten Bundesländer, dass ein Humanmedizinstudium an diese Vorabquote koppelte. Über diesen Weg konnten wir bereits über einhundert zukünftige Landärztinnen und Landärzte für ein Studium und damit für die spätere Arbeit bei uns im Land gewinnen. Dabei überstieg die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber stets deutlich die Zahl der vorhandenen Studienplätze. Mit der sechsten Bewerbungsrunde schreiben wir diese Erfolgsgeschichte weiter fort und stärken die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum.
Dieser Beitrag ist in der ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis erschienen.