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Branchenmeldungen 14.12.2010

Ein Blick ins Jahr 2011

Ein Blick ins Jahr 2011

Eines haben die Zahnarztfunktionäre welcher Verbands- oder Körperschaftsherkunft auch immer im abgelaufenen Jahr gemeinsam gelernt und realisiert: Schwarz-Gelb führt in der Gesundheitspolitik nahtlos die Schwarz-Rote Linie fort, dies, man muss es leider sagen, unter der Fach-Verantwortung der FDP. Die Enttäuschung war umso größer, als die Hoffnungen auf eine liberale Gesundheitspolitik auf allen Problemgebieten zahnärztlicher Wünsche immens waren.

Es kam aber - ich muss leider sagen wie von mir von Anfang an prognostiziert - wie immer, wenn eine in Oppositions-Versprechen gefangene Partei in Regierungsverantwortung kommt: sie muss sich den Realitäten stellen. Das Problem der FDP ist aber schwerwiegender, der Einbruch im Meinungsbild der Bevölkerung daher voll verstehbar, weil sie klar gesprochen, die alten Parolen weiter pflegt und mit der CDU/CSU sozialistisch geprägte Gesundheitspolitik und vor allem Klientelpolitik vorantreibt.

Bleiben wir gleich bei diesem Punkt: Die neue GOZ wird keine an der HOZ ausgerichtete, sondern eine am BEMA entlanglaufende. Ob sie denn überhaupt in 2011 kommt, ist trotz aller Planungssprüche fraglich. Vor allem, die FDP wird mit der CDU/CSU den PKVen die Öffnungsklausel für Einzelverträge mit Zahnärzten bescheren. Was die PKVen fordern ist für die FDP Befehl und CDU-Gesundheitssprecher haben das schon öffentlich bestätigt. Angesichts der Landtagswahlen in 2011 wollen sie Ärzten und Zahnärzten die Öffnungsklausel nicht antun, für Wählerstimmen werden sie Hoffnungen hochhalten wollen. So könnte die GOZneu erst 2012 kommen.

Nach mehr als 20 Jahren GOZ-Punktwertstillstand glauben die Funktionäre sich mit 10 Prozent GOZ-Honorarvolumensteigerung in 2011 schmücken zu können, obwohl sie mehr als 100 Prozent, zuletzt noch HOZ-angepasst 60 Prozent gefordert hatten. In 2010 haben die PKVen die Beiträge für ihre Versicherten im Schnitt um 8 Prozent angehoben, in 2011 wollen sie die Steigerung "moderat" zwischen 3,5 und 7,5 Prozent halten. Eigentlich könnte jeder Versicherte bei Erhalt des Bescheides der Beitrags-Anhebung die Mitgliedschaft kündigen. Was aber nicht geht, denn will er z. B. als 70jähriger die Versicherung wechseln, muss er bei der neuen PKV astronomische, oft die Pension weit übersteigende Beiträge bezahlen, denn nur in seltensten Fällen - dafür hat schon die FDP gesorgt - kann die Altersrückstellung mitgenommen werden. Den PKVen wird vieles aus der Politik geöffnet, dafür leisten sie immer weniger und knebeln die Leistungserbringer immer mehr. Alles unter FDP-Gesundheitsverantwortung.

Was gilt sonst für 2011. Neue Approbationsordnung - Fehlanzeige, wahrscheinlich für die gesamte schwarz-gelbe Legislaturperiode. Öffnung der Kostenerstattung in der GKV? Eine reine Schimäre, denn was am 1. Januar in Kraft tritt, ist eine Kostenerstattungs-Verhinderungs-Regelung in der GKV. Verwaltungsabschlag bei der Erstattung ohne wirkliche Öffnung hinein in die Privattherapie. Budgetierung - bleibt bei Zahnärzten für 2011 verbunden mit vielen Versprechen - Landtagswahlen - ab 2012 darauf verzichten zu können. Neue Festzuschussregelungen - Fehlanzeige. In der Füllungstherapie fahren die Zahnärzte besser mit der Mehrkostenregelung, beim Zahnersatz zahlen die Versicherten weiter mehr Beitrag als an die Zahnärzte ausgeschüttet wird, in der Parodontologie wollen die Zahnarztfunktionäre selbst nicht so richtig ran und niemand weiß wo das Geld bei den Kassen herkommen soll und in der Endodontie hat noch keiner richtig nachgedacht.

Die Dentalhygienikerin wird in 2011/2012 immer mehr zum akademisierten und selbständig - ohne Aufsicht für bestimmte Leistungen - am Patienten wirkenden Berufsbild. Chancen und Risiken für die Zahnarztpraxen bieten sich in Kooperation oder im Wettbewerb. Neue Technologien und Verfahren in der Zahnmedizin, da wird die IDS 2011 den Zahnärzten viele Möglichkeiten besserer Zahnheilkunde aufzeigen und neue Praxischancen eröffnen. Schon aus den neuen Technologien werden sich immer weitergehende Spezialisierungen in der Zahnheilkunde eröffnen, die auch neue Kooperations- und Praxisformen fordern.

Also, selbstverantwortlich alles Neue prüfen und voranschreiten, für 2011

toi, toi, toi

Ihr Jürgen Pischel

13.12.2010

Foto: © Shutterstock.com
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