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Branchenmeldungen 15.02.2019

Endodontologen laufen Sturm gegen Doku „Root Cause“

Endodontologen laufen Sturm gegen Doku „Root Cause“

Wurzelkanalbehandlungen führen zu Brustkrebs. Mit Behauptungen wie dieser sorgt derzeit der Dokumentarfilm „Root Cause“ für Aufruhr. Zahnärzte warnen vor Panikmache, Patienten sind dennoch zunehmend verunsichert.

„Root Cause“ ist ein aufwendig produzierter Dokumentarfilm, der auf Netflix, Amazon Prime, iTunes und Vimeo bereitgestellt wird. Er ist gespickt mit unzähligen Expertenaussagen, die beim Zuschauer ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit vermitteln. In 72 Minuten erzählt der Film die Geschichte des australischen Filmemachers Frazer Bailey, der sich auf die lange Suche nach den Ursachen für seine Panikattacken, Depression und für das chronische Erschöpfungssyndrom begibt. Ausgelassen hat er dabei nahezu keine Option: von klassischer Schulmedizin über Therapien, Hypnose, Entgiftungskuren oder dem Trinken des eigenen Urins bis hin zu geistiger Heilung. Erfolglos.

Dann die lang ersehnte Lösung: Die bei ihm als junger Mann durchgeführte Wurzelkanalbehandlung ist die Wurzel allen Übels. Auf Grundlage dieser Geschichte kommen Experten unter anderem der Zahnmedizin zu Wort, die den Eindruck erwecken, Wurzelkanalbehandlungen seien grundlegend schlecht. Experten kommunizieren, Wurzelkanalbehandlungen würden Krebs, Herzerkrankungen, Autoimmunerkrankungen, chronische Gesundheitsstörungen usw. auslösen. „Root Cause“ vermittelt „Fakten“ wie, 98 Prozent der Frauen mit Brustkrebs hätten zuvor eine Wurzelkanalbehandlung gehabt, und der Tumor sei auf der Seite, auf der auch die endodontologische Behandlung stattgefunden habe.

Seit auch Netflix den Film im Programm hat, ist die Aufmerksamkeit für „Root Cause“ und damit die Angst unter den Patienten extrem gestiegen, wie theguardian.com schreibt. Endodontologen sowie Wissenschaftler der Zahnmedizin warnen vor Panikmache und Verbreitung von Fehlinformationen. Die American Dental Association (ADA), American Association of Endodontists (AAE) und American Association of Dental Research (AADR) haben die Medienunternehmen sogar in einem privaten Brief darum gebeten, den Film offline zu nehmen.

Die European Society of Endodontology (ESE) äußerte ebenfalls ihre Bedenken zu den Aussagen des Dokumentarfilms und stellt noch einmal den Nutzen von Wurzelkanalbehandlungen heraus. Ihre Reaktion auf den Film kann hier nachgelesen werden.

Foto: Tomasz Zajda – stock.adobe.com

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