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Branchenmeldungen 21.03.2013

Erfolgreiche Frühjahrsakademie der DGET in Hannover

Erfolgreiche Frühjahrsakademie der DGET in Hannover

16 Hands-on-Kurse und 135 Kursplätze am OPM – Das war die Frühjahrsakademie der DGET

Am 1. und 2. März fand im Hannoveraner Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde die Frühjahrsakademie (FJA) der Deutschen Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie (DGET) statt.

Die Institution der FJA ist seit Jahren bewährt und verfährt nach dem Konzept: Von Mitgliedern für Mitglieder. Dies bedeutet, dass die erfahrenen Mitglieder der DGET ihr Wissen und Können zur Verfügung stellen, um praxisnahe Hands-on-Kurse anzubieten. Der Erfolg der FJA zeigt sich auch in der regelmäßigen äußerst raschen Ausbuchung der Kurse.

Am Freitagvormittag haben wie gewohnt Teilnehmer des Curriculums sowie zertifizierte Mitglieder und angehende Spezialisten an Prüfungen teilgenommen. Die Absolventen konnten anhand der vorher eingereichten Behandlungsfälle ihre Fortschritte eindrucksvoll belegen und das Curriculum erfolgreich abschließen. Die DGET gratuliert Dr. Matthias Bach (Sankt Augustin), Dr. Nils Böhnke (Münster), Patrick Brandt (Traunstein), Pascal Czasch (München), Laura Junger (Schwelm), Sebastian Koller (Ingolstadt), Dr. Malte Kück (Ludwigsburg), Dr. Nazin Celina Langari (Nürnberg), Andra Lipinskaite (Düsseldorf), Dr. Colette Mayer (Tübingen), Dr. Antonio Renatus (Glauchau), Lucyna Maria Stepniak (Ulm) und Dr. Christine Theile (Düsseldorf) zum erfolgreichen Abschluss! Neu in den Reihen der „Spezialisten Endodontologie der DGET“ ist Dr. Jörg Tchorz aus Raubling.

Mittags fanden sich dann die 140 Teilnehmer zur Begrüßung durch Prof. Dr. Geurtsen und Dr. Karen Meyer ein, die die Organisation mit Unterstützung durch ZA Robin Iversen, Dr. Silke Jacker-Guhr und Peggy Herrmann (alle Hannover) vor Ort übernommen haben. Unterstützt wurden sie in der ZMK-Klinik von einer Schar der mit den bereits bekannten „Ask me“-T-Shirt ausgerüsteten Studenten, die durch freundliche und kompetente Verteilung der Teilnehmer auf die Kurssäle überzeugen konnten.

Impressionen der Veranstaltung

16 Hands-on-Kurse und drei Vorträge wurden insgesamt in allen drei Sessions organisiert, wofür zahlreiche Kursräume mit Mikroskopen ausgestatten wurden. Es ist sicher einzigartig, dass dadurch insgesamt 135 Kursplätze an Mikroskopen zur Verfügung gestellt werden konnten.

Neben den zahnärztlichen Teilnehmern ist es seit mehreren Jahren zur angenehmen Gewohnheit geworden, dass auch das endodontische Team mit gemeinsamen Veranstaltungen wie dem Ergonomie-Seminar und auch administrativen Veranstaltungen zur Abrechnung und Patientenansprache fester Bestandteil der Akademie ist.

Die theoretischen Grundlagen für die praktischen Kurse zur Ergonomie am mikroskopischen Arbeitsplatz am Samstag besprachen Dr. Bijan Vahedi (Augsburg) und Oscar von Stetten (Stuttgart) mit den gesamten Praxisteams. Im praktischen Teil am Samstag wurden dann in verschiedenen Übungen mit wachsendem Schwierigkeitsgrad im Team Instrumentenübergabe, Materialanreichung und weiteres geübt.

Im Workshop „Spezielle Fälle – Spezielle Feilen“ kam es zu einem Novum der Frühjahrsakademie. Die Teilnehmer konnten während des von Klaus Lauterbach (Plankstadt) hervorragend geleiteten Workshops Zähne endodontisch behandeln, deren genaue Anatomie ihnen dreidimensional vorlag. Die Zähne wurden durch Dr. Frank Paqué (Zürich/CH) im Micro-CT gescannt und dann den Teilnehmern zur Aufbereitung zur Verfügung gestellt. Jeder der Zähne wies dabei eine „besondere“ Anatomie auf. Da es sich ausschließlich um untere Molaren handelte, waren dies im besonderen middle-mesial oder andere außergewöhnliche Kanalstrukturen. Frank Paqué stellte vorher ein Portfolio besonderer Strukturen vor, die er im Laufe seiner Forschung mit dem Micro-CT gefunden hat. Dabei ging es auch darum, ob solche Strukturen aufbereitbar sind, vor allem auch mit dem klinisch sonst nicht zur Verfügung stehenden Vorwissen, wo und in welcher Art sie anzutreffen sind. Die Zähne werden nach dem Workshop nochmals im Micro-CT gescannt, dieser Scan wird dann den Teilnehmern zugänglich gemacht, um die eigene Arbeit zu überprüfen.

Dr. Christoph Zirkel (Köln) und Dr. Clemens Bargholz (Hamburg) zeigten den Teilnehmern in ihrem Kurs verschiedene Möglichkeiten der Entfernung von Instrumentenfragmenten auf, um diese anschließend praktisch einzuüben. Die Fragmententfernung gehört sicherlich zu den spannendsten aber auch schwierigsten Aufgaben der modernen Endodontie. Im theoretischen Teil wurde zuerst nach einer Antwort auf die Frage gesucht, wann ein frakturiertes Instrument aus dem Wurzelkanalsystem entfernt oder besser belassen werden sollte. Im zweiten Teil stellten die beiden Referenten ihr individuelles Erfolgskonzept zur Entfernung von frakturierten Instrumenten vor. Anschließend konnten die Teilnehmer im praktischen Teil des Kurses die vorgestellten Entfernungstechniken üben und mit den beiden Referenten von Praktiker zu Praktiker diskutieren.

Im Kurs von Privatdozent Dr. Oliver Ahlers aus Hamburg konnten sich die Teilnehmer mit dem häufig auch in der Endodontie wichtigen Thema der craniomandibulären Dysfunktion beschäftigen. Nach einem für ein solch komplexes Themengebiet kurzen Abriss über die Ätiologie und Pathogenese einer CMD sowie die Herleitung früherer Lehrmeinungen und heutiger Sicht, stellte Herr Dr. Ahlers die verschiedenen Ausbreitungsgebiete von Triggerpunktschmerzen („referred pain“) der beteiligten Muskulatur vor und somit den für die Endodontie wichtigen Bezug zu vermeintlich endodontischen Schmerzproblematiken her – ein für die Differenzialdiagnostik wichtigen Baustein, der innerhalb der Teilnehmer und des Referenten ausgiebig diskutiert wurde. Weiterhin wurden praktische Tipps vermittelt und ein einfacher Test vorgestellt, der mit hoher Wahrscheinlichkeit einen funktionell auffälligen Patienten ausfindig machen kann. Eine Hilfestellung, die schnell und ohne großen Aufwand in den täglichen Praxisablauf integriert werden kann.

Thomas Clauder (Hamburg) präsentierte zum Thema MTA eine gelungene Kombination aus theoretischem Einführungsteil und den anschließenden praktischen Übungen an vorgefertigten Modellen und mitgebrachten extrahierten Zähnen. Thomas Clauder stellte gewohnt kompetent und eloquent sein Konzept vor und gab während der praktischen Übungen viele „beiläufige“ Tipps für die Praxis.

Priv.-Doz. Dr. Christian Gernhardt (Halle/Saale) lieferte eine hervorragend strukturierte Übersicht über die verschiedenen Publikationsformen und deren Evidenzlevel. Er gab dabei den Teilnehmern eine verständliche Darstellung der verschiedenen Publikationsmedien (zeitliche Abfolge einer Veröffentlichung, Auswahl, Vor-Abstract, guter Stil usw.) an die Hand. Zur weiteren Vertiefung der Hintergründe verschaffte der Referent Verständnis für Sinn und vielleicht auch Unsinn des Impact Factors von Journals. Praxisnah stellte er die verschiedenen Recherchemöglichkeiten in Datenbanken und unmittelbar bei den Journals dar und verschaffte einen Überblick der unterschiedlichen Literaturverwaltungssoftware. Der Vortrag war sehr geeignet, die Schwelle zu senken, vielleicht doch einmal eine Publikation zu wagen und sogar noch Spaß dabei zu haben.

Am Abend fanden sich die endosiasthischen Teilnehmer in der Hannoveraner Szene-Bar H’ugo’s zum Essen, Plaudern und auch zum ein oder anderen Getränk ein.

Am Samstag startete die erste Session mit dem Vortrag von Priv.-Doz. Dr. Thomas Schwarze (Hannover) über laseraktivierte Wurzelkanalspülung. Ein sehr schöner und umfangreicher Überblick über die verschiedenen Laser-Arten und deren spezifischen Einsatzgebiete folgte den technischen Grundlagen. Eine wissenschaftliche Übersicht der nicht so extrem zahlreichen und teils widersprüchlichen Literaturstellen folgte die Darstellung des Behandlungskonzeptes des Referenten, der seit einiger Zeit in jeder Behandlung auf die Unterstützung des Lasers vertraut. In der Literatur zeigt sich der Laser als teils unterstützendes Werkzeug, um die Desinfektionsleistung der vorhandenen Spüllösung (besonders Natriumhypochlorit) zu steigern. Darüber hinaus wurden auch weitere Einsatzgebiete in der Gingivalchirurgie, zur Schmerztherapie (auch überempfindlicher Zahnhälse) und andere dargelegt. Für die Endodontie wurde ein Diodenlaser mit 810 nm Wellenlänge empfohlen.

Dr. Carsten Appel (Niederkassel) zeigte die Vor- und Nachteile der Squirting-Technik auf und präsentierte eine detaillierte Vorgehensweise, um die sensitive Technik problemfrei durchführen zu können. Aufgrund der immer größer werdenden Palette vor allem an Downpack-Hilfsmitteln ist die Technik des Squirtens im Gegensatz zu früheren Zeiten, in denen es nur eine geringe Palette an Heat-Plugger-Größen gegeben hat, vor allem für spezielle Indikationen geeignet.

Dr. Winfried Zeppenfeld (Flensburg) stellte zum Thema Auffinden kanalärer Strukturen eine tolle Präsentation mustergültig „Vom Praktiker für Praktiker“ vor. Er stellte sehr authentische seine Vorgehensweise dar und vermittelte seine langjährige Erfahrung. Die praktischen Übungen waren sehr gut an zuvor selbst vorbereiteten Zähnen organisiert.

Marc I. Semper (Köln) zeigte sich einmal mehr als ein ausgewiesener Fachmann im Bereich der digitalen Volumentomografie, die sich in den letzten Jahren als immer wichtigerer Faktor in der endodontischen Diagnostik gerade bei konventionell komplexeren Fällen erwiesen hat. Das sicherlich sehr trockene Thema der physikalischen Grundvoraussetzungen dieser Technik wurden von Marc Semper sehr gut illustriert und so dargestellt, dass alle Beteiligten konzentriert den notwendigen Background erfuhren, der zwingend erforderlich ist, um eine auswertbare Aufnahme selber oder im Auftrag erstellen zu können. Durch die exzellente Vorbereitung des Referenten wurden anschließend eigene und fremde DVT-Aufnahmen begutachtet, was die Möglichkeit bot, die verschiedenen auf dem Markt befindlichen Systeme mit ihren Vor- und Nachteilen einschließlich der Viewer Software kennenzulernen. Lobend erwähnt sei an dieser Stelle auch, dass Herr Semper anschließend alle erforderlichen Informationen bereitwillig zur Verfügung stellte, sodass jeder Teilnehmer auch im Nachhinein sein hier erlangtes Wissen wieder auffrischen kann.

Trotz der Veränderungen und Unsicherheiten durch die neue GOZ brachte Frau Alma Ott (Hamburg) eine gut strukturierte Übersicht zur Abrechnung endodontischer Leistungen mit und beleuchtete kammerspezifische Aspekte und Fallstricke. Dabei waren der Vortrag und die Diskussionen äußerst anregend und lebhaft.

Der Vortrag in Session drei war kein wissenschaftlich, sondern praktisch geprägter Vortrag. Die niedergelassen tätigen Kollegen Mario Müller, M.Sc. (Berlin) und Dr. Holger Rapsch (Rheine) präsentierten ihre Praxiskonzepte und deren Umsetzung in der Organisation. Mit einer sehr großen Praxis am Kurfürstendamm in Berlin und einer qualitätsorientierten Praxis mit klarem Schwerpunkt in der mittelgroßen Stadt Rheine standen sich dabei ziemlich unterschiedliche Ausgangssituationen gegenüber. Da war es hervorragend zu sehen, mit welchem Konzept und welchen Maßnahmen es gelungen ist, erfolgreich zu sein.

Die mikroskopische WSR stellte Klaus Lauterbach anhand eines Simulationsmodelles nach. Die Teilnehmer konnten mikroskopisch unterstützt die Modelle unter fachkundiger Anleitung operieren und die Ergebnisse mit nach Hause nehmen.

Die post- oder paraendodontischen Vorbereitungen eines Zahnes zur prothetischen Versorgung war das Thema bei Dr. Jan Behring, M.Sc. (Hamburg) und Dr. Rüdiger Junker, M.Sc. (Nijmwegen/NL). Durch die chirurgische Kronenverlängerung können viele Zähne sinnvoll restaurativ versorgt werden, ohne die biologische Breite zu verletzen. „Das Märchen von der biologischen Breite“ nahm dabei den größten Anteil an der anschaulichen Darstellung der theoretischen Grundlagen ein. Auch die Diskussion drehte sich vor allem darum, in Verbindung mit der Notwendigkeit der Präparation eines Ferrules. Im praktischen Teil wurde anhand von Schweinekiefern die manuelle Durchführung eingeübt.

Dr. Wolf Richter (München) stellte in seinem Kurs zu Beginn in einem umfassenden Überblick die Herangehensweise an Revisionen dar: Von der Stiftentfernung bis zum Perforationsverschluss wurden alle relevanten Aspekte behandelt. Im praktischen Teil hatten die Teilnehmer die direkte Gelegenheit, das Gelernte anhand von mitgebrachten Zähnen unter dem Mikroskop „live“ nachzuvollziehen.

Am Samstagnachmittag konnte auch Dr. Ralf Schlichting (Passau) mit seiner exzellenten Assistentin Carina Eckert die Live-Behandlung routiniert und sehr plastisch per Übertragung vom Mikroskop auf einen Bildschirm durchführen. Die professionelle Patientenansprache thematisierten Susanne Knüppel und Regina Thöle-Maracke (beide Hamburg) zusammen mit den Assistentinnen in einem intensiven und diskussionsreichen Seminar.

Als Fazit bleibt eine hervorragend von Dr. Clemens Bargholz (Hamburg) geplante und organisierte Frühjahrsakademie 2013 in Erinnerung. Der Dank gebührt insbesondere den vor Ort tätigen Kollegen für die Ermöglichung einer solchen Tagung. Das Konzept ist und war immer erfolgreich und wird es auch bleiben, da solch eine Fülle an hochkarätigen mikroskopunterstützten Kursen einzigartig ist.

Christian Hohmann (Siegen)

Einzelne Kursberichte von Leander Zutz (Köln), Dr. Richard A. Hilger (Düsseldorf), Dr. Matthias Bach (Sankt Augustin), Dr. Bernard Bengs (Berlin), Dr. Klaus-Peter Schmidt (Siegen), Dr. Markus Kirchhoff (Lennestadt).

 

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Dr. Andreas Habash, Robin Iversen und Leander Zutz

 

DGET

Deutsche Gesellschaft für Endodontologie

und zahnärztliche Traumatologie e.V.

Holbeinstraße 29, 04229 Leipzig

Tel.: 0341 48474-202, Fax: 0341 48474-290

sekretariat@dget.de

www.dget.de

www.ErhalteDeinenZahn.de

Foto: © DGET
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