Branchenmeldungen 05.05.2026
Europäischer Tag der Parodontologie 2026: Früher eingreifen ‒ Folgekosten vermeiden
Die DMS 6 liefert zentrale Erkenntnisse zur Mundgesundheit in Deutschland. Erstmals wurden Teilnehmer der Vorgängerstudie DMS 5 nach rund neun Jahren erneut untersucht, um Krankheits- und Versorgungsverläufe nachzuvollziehen. Die größte Herausforderung bleibt laut Studie die Reduktion parodontaler Erkrankungen.
Öttl: „Die entscheidende Krankheitsdynamik liegt im mittleren Erwachsenenalter. Genau hier muss die Therapie ansetzen. Denn eine Parodontitis ist im Frühstadium gut kontrollierbar, wenn rechtzeitig gehandelt wird.“
Parodontitis zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen: Jeder zweite Erwachsene in Deutschland ist betroffen, rund 14 Millionen leiden an einer schweren Form. Unbehandelt erhöht sie das Risiko für schwere Allgemeinerkrankungen, außerdem für Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes und sogar für Frühgeburten.
„Wichtig sind frühe Diagnose und die enge Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Fachrichtungen. Zur Vorsorge gehört neben dem Zahnarztbesuch zweimal im Jahr mit Professioneller Zahnreinigung (PZR) das konsequente zweimal tägliche Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta sowie die Verwendung von Zahnzwischenraumbürstchen“, empfiehlt Öttl.
Von der Bundesregierung fordert der FVDZ-Bundesvorsitzende: „Wer eine Volkskrankheit wie Parodontitis wirksam bekämpfen und Folgekosten vermeiden will, muss verlässliche Bedingungen schaffen und früh ausreichend in die Versorgung investieren. Krankheit lässt sich nicht berechnen. Wer einen Euro in eine unbudgetierte Parodontitis-Behandlung steckt, spart langfristig vier Euro in der Versorgung – das wäre ein Reformansatz!“