Branchenmeldungen 06.07.2026
Faire Kammerwahlen: Wer ein Amt trägt, steht in der Verantwortung
Umso schwerer wiegt, was sich im Vorfeld von Kammerwahlen wiederholt: Kandidatinnen werden persönlich angegriffen, und zwar häufig nicht wegen ihrer Positionen, sondern wegen ihres Geschlechts und ihres öffentlichen Auftretens. In diesem Herbst stehen in mehreren Bundesländern erneut Wahlen der Zahnärztekammern an. Der Dentista e.V. – Verband der ZahnÄrztinnen benennt solche Angriffe als das, was sie sind: ein Mittel der Einschüchterung und ein Hindernis für die Gleichstellung im Berufsstand. Und er nimmt jene in die Pflicht, die einschreiten können: die Amtsinhaberinnen und Amtsinhaber der Selbstverwaltung.
Dentista-Präsidentin Dr. Rebecca Otto betont: „Persönliche Herabwürdigungen, sexistische Anspielungen und diskriminierende Begriffe haben in einem demokratischen Wahlkampf nichts verloren. Wer Kolleginnen wegen ihres Geschlechts, ihres Auftretens oder ihres Engagements herabsetzt, führt keine berufspolitische Auseinandersetzung, sondern weicht ihr aus.“
Für Dentista ist das keine Frage des Stils, sondern eine Frage der Gleichberechtigung – und der Macht. Wenn Frauen, die Verantwortung in der Selbstverwaltung übernehmen wollen, durch sexistische Angriffe eingeschüchtert und vom Wahlkampf abgeschreckt werden, schadet das nicht nur einzelnen Kandidatinnen, sondern der Selbstverwaltung als Ganzes. Eine Kammer, die ihren Berufsstand abbilden will, ist auf die Mitwirkung von Zahnärztinnen angewiesen. Sachliche Auseinandersetzungen über Inhalte sind selbstverständlich und auch ausdrücklich erwünscht. Unterschiedliche standespolitische Positionen gehören diskutiert, hart in der Sache. Was jedoch absolut nicht verhandelbar ist, ist der respektvolle Umgang mit der Person dahinter. Otto betont: „Deshalb sind jetzt die Amtsinhaberinnen und Amtsinhaber in der Verantwortung. Wer ein Amt in der Selbstverwaltung trägt, muss solchen Grenzüberschreitungen klar entgegentreten, sie nicht dulden und nicht beschweigen. Wo Kandidatinnen herabgewürdigt oder eingeschüchtert werden, erwarten wir klare Worte und spürbare Konsequenzen.“ Dentista steht seit 2007 für die Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Kolleginnen und Kollegen und für die in Artikel 3 des Grundgesetzes verankerte Gleichberechtigung. Wer schweigt, wenn Kolleginnen herabgewürdigt werden, überlässt den Ton denjenigen, die ihn überschreiten.