Branchenmeldungen 16.02.2026

Farben bei Füllungsmaterialien: Die magische Zahl Fünf

Wer ästhetische Füllungen mit Komposit legen möchte, stößt stets auf die Fünf. Es ist die Zahl der Farben, die er für die Reproduktion des Vita-Farbrings benötigt1. Und sie taucht häufiger im Zusammenhang mit Farben auf, als man im ersten Moment denkt. Die Fünf scheint eine magische Zahl zu sein, wenn es um Farben geht.

Farben bei Füllungsmaterialien: Die magische Zahl Fünf

Foto: Hahn/Restauration: Drehmann

Beispiel Nr. 1 2: Der wohl schönste Fluss Südamerikas ist der Caño Cristales in Kolumbien. Er trägt den Beinamen Fünf-Farben-Fluss, denn zwischen Juni und November schillert er in Fünf Farben (rot, grün, gelb, blau und schwarz).

Ein ganz anderes Beispiel: Experten haben sich immer wieder gefragt, wie viele Farben ein Tarnanzug braucht, um wirklich unauffällig zu wirken. Vor rund achtzig Jahren gab es in Europa Versuche mit sechs Farben, in jüngerer Zeit auch mit nur dreien. Aber über die lange Strecke haben sich doch fünf Farben bewährt3.

Beispiel Nr. 3 betrifft das Landkarten-Problem. Schon viele Kartographen haben sich über diese Frage den Kopf zerbrochen: Wie viele Farben brauchen wir, um eine Landkarte so einzufärben, dass nicht zwei Länder mit derselben Farbe aneinanderstoßen? Die Lösung ist: fünf; zwar reichen bei geeigneter Einfärbung auch vier, doch das letztgültig zu zeigen, ist sehr kompliziert und „theoretisch“4. In der Praxis dürfte der Kartograph mit fünf Farben arbeiten.

Die daoistische Fünf-Elemente-Lehre von Erde, Holz, Metall, Feuer und Wasser steuert Beispiel Nr. 4 bei. Hier arbeitet man gern mit den fünf Farben gelb, blau, weiß, rot und schwarz5.

Beispiel 5: zahnmedizinisch und besonders beeindruckend

Wie viele Farben sind wohl in der Füllungstherapie nötig, um alle Zahnfarben reproduzieren zu können? Eins, zwei, fünf oder sechzehn? Die Antwort gibt das „CLOUD-Farbsystem“: Es sind fünf. – Warum ausgerechnet fünf? Ganz einfach: Weil die fünf Ceram.x Spectra ST CLOUD-Universalfarben A1, A2, A3, A3,5 und A4 das gesamte Vita-System mit seinen sechzehn Farben abdecken. Der Grund liegt in ihrem stark ausgeprägten Chamäleoneffekt!1

Denn diese fünf Universalfarben mittlerer Transluzenz sorgen per se für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Lichtabsorption und -streuung. Ein Mischen mehrerer Farben ist hier nicht nötig. Tipp für die Praxis: Bei Restaurationen im posterioren Bereich bei der Farbwahl mit A2 beginnen. Sie ist insgesamt in den meisten Fällen die richtige und bei Molaren tendenziell noch häufiger.

Die Mikrostruktur des Materials trägt zum Glanz der Füllung bei – und sie ermöglicht eine schnelle Politur (Füllertechnologie „SphereTech“, Dentsply Sirona). Hinzu kommen wünschenswerte Festigkeits-, Hochglanz- und Farbstabilitätseigenschaften. Von ihnen leitet sich die hohe Farbbeständigkeit des entsprechenden Füllungsmaterials gegen die häufigsten verfärbenden Genussmittel, wie Kaffee, Tee und Rotwein, ab (z.B. Ceram.x Spectra ST, Dentsply Sirona).

Härtetest „Einlegen in Rotwein“: Nach viertägigem Einwirken zeigt sich die mit einer von fünf CLOUD-Farben hergestellte Restauration immer noch ästhetisch
(Bild 3: Ceram.x Spectra ST, Dentsply Sirona), fast wie zu Anfang – im Gegensatz Füllungen aus anderen Materialien (Bild 4 und 5). Bild 4: Filtek Supreme Ultra, Marke von 3M
Bild 5: Tetric Prime, Marke von Ivoclar Vivadent/ © Dentsply Sirona 

 

Kontaktpunkte für Top-Ästhetik

Neben der Farbgebung kommt es für ästhetische Ergebnisse selbstverständlich auch auf die Formgebung an. Einen der wichtigsten Aspekte stellt dabei die Kontaktpunktgestaltung dar, und diese hängt wiederum eng mit der Verwendung geeigneter Matrizen zusammen.

Matrizen separieren den behandelten Zahn von seinem Nachbarzahn und schaffen im besten Falle gleichzeitig an der interdentalen Idealposition eine konkave Kontur. All dies erfolgt bakteriendicht unter Beibehaltung des dentogingivalen Verschlusses. Dabei sind Systeme mit vorkonturierten Teilmatrizen und Kontaktringen auf die Anforderungen heutiger Kompositfüllungen zugeschnitten. Ein solches Sortiment umfasst Keile mit oder ohne Schutzschild zum Schutz des Nachbarzahns, Teilmatrizen, Halte- und Separierringe aus Nickel-Titan sowie Applikationszangen und Spezialpinzetten (Palodent V3, Dentsply Sirona). Die Keile und Teilmatrizen sind mit Ösen versehen. Dadurch lassen sie sich mit der Spezialpinzette leicht positionieren und entfernen.

Alternativ zu Teilmatrizensystemen lassen sich in bestimmten Fällen besser Vollmatrizen einsetzen (z.B. bei komplett fehlendem Höcker, fehlendem Nachbarzahn, verlagerten Zähnen oder Stumpfaufbau-Isolation). Man kann dabei heute ganz ohne sperrige Halter oder Applikatoren auskommen (z.B. Palodent 360, Dentsply Sirona).

Fazit

Damit schafft man ästhetische Restaurationen durch eine Kombination von adäquater Farb- und Formgebung. Bei dieser helfen die geeigneten Matrizen, bei jener eine ausreichende Zahl (fünf!) von Kompositfarben mit mittlerer Transluzenz. Idealerweise wird beides in ein schlüssiges System für die Restauration von A bis Z integriert (z.B. Class II Solution, Dentsply Sirona). Allerdings: Während die Fünf vielleicht wirklich eine magische Zahl ist, hat das Gesamtkonzept mehr mit einer gezielten Abstimmung jedes einzelnen Behandlungsschritts auf den nächsten zu tun. 

[1] Vita ist ein eingetragenes Warenzeichen der Vita Zahnfabrik H. Rauter & Co. KG, Bad Säckingen
[2] https://www.aventuradobrasil.de/blog/cano-cristales--der-schoenste-fluss-in-kolumbien
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Flecktarn_(Bundeswehr)
[4] Lukas Schweighofer: Der Fünf-Farben-Satz. https://imsc.uni-graz.at/baur/lehre/WS2013-Seminar/S5-b.pdf
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCnf-Elemente-Lehre

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