Branchenmeldungen 12.10.2016

Ferrari als Dienstauto: Zahnarzt bekommt keine Steuererleichterung

Ferrari als Dienstauto: Zahnarzt bekommt keine Steuererleichterung

Foto: © Paylessimages – Fotolia.com

Eine Zahnarzt-Familie ist mit ihrem Vorhaben gescheitert, wegen eines Ferraris als Dienstauto weniger Steuern zahlen zu müssen. Ein vollumfänglicher Vorsteuerabzug durch Kosten für das Luxusauto sei ausgeschlossen, urteilte das Finanzgericht Baden-Württemberg letzten Mittwoch in Stuttgart (Az. 1 K 3386/15).

Der Sohn war Zahnarzt und zugleich Geschäftsführer einer Firma, die Laborarbeit für die Praxis leistete und deren Inhaber seine Eltern waren. Die Frau des Sohns war als Ärztin ebenfalls in der Praxis tätig. Die Labor-Firma mietete 2008 einen Porsche und einen Ferrari an, den Ferrari kaufte sie 2011. Zudem war ein Mercedes auf die Praxis eingetragen - ein Auto im Privatbesitz hatten der Zahnarzt und seine Frau den Angaben zufolge nicht. Die Leasing- und Kaufkosten für den Ferrari machte die Familienfirma steuerlich geltend - sie hatte knapp 50 000 Euro Umsatzsteuer bezahlt und wollte diesen Betrag als Vorsteuern geltend machen, um ihre Steuerlast zu drücken.

Das Finanzamt widersprach: Der Ferrari sei kaum genutzt, zudem sei eine Fahrt zu einem Autorennen unangemessen gewesen. Diese Fahrt geschah aus Sicht der Arztfamilie zur Patientenakquise. Der betriebliche Repräsentationsaufwand sei aber zu hoch, befand das Finanzamt und kürzte den Vorsteuerabzug. Die Zahnarzt-Familie klagte, das Finanzgericht gab nun aber den Behörden recht. Woher die Familie kommt, wurde wegen des Steuergeheimnisses nicht bekannt.

Quelle: dpa

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