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Branchenmeldungen 05.11.2018

Generationenbahnhof: Zukunftsvision trifft Nachhaltigkeit

Generationenbahnhof: Zukunftsvision trifft Nachhaltigkeit

Man nehme einen baufälligen Bahnhof, belebe ihn mit einem ehrgeizigen Generationenkonzept und hole sich für die mutige Umsetzung einen kompetenten Partner in die Projektküche: Im sächsischen Erlau ist mit dem Generationenbahnhof eine Anlaufstelle für Jung und Alt entstanden – inklusive einer Zahnarztpraxis, die mithilfe des Dentaldepots dental bauer realisiert wurde.

Aus Erfahrung gut

Die Zusammenarbeit mit den Dres. Anett und Andreas Eichler begann bereits in den 1990er-Jahren – damals noch als Dentaldepot Hauschild, der heutigen dental bauer Niederlassung in Döbeln. Gemeinsam mit Peter Leonhardt, Außendienstmitarbeiter bei dental bauer, entstand 2008 die Idee, die seit 1991 bestehende Gemeinschaftspraxis des Ehepaars in der Döbelner Bahnhofstraße zu mo- dernisieren. In dem alten Gebäude war dies nur schwer umsetzbar. „Der Entschluss, einen Betonkubus als medizinischen Bereich neben eine Gründerzeitvilla zu bauen und die beiden Gebäude mit Glas zu verbinden, war sehr mutig und ist heute noch ein besonderer Anblick in Döbeln. Vom ersten Spatenstich bis zur Praxiseröffnung wurde dieses Bauvorhaben durch uns begleitet – zur vollsten Zufrie- denheit der Praxiseigentümer“, erinnert sich Peter Leonhardt. So war es kaum verwunderlich, dass die Doktoren sich auch 2016 mit der Planung und Einrichtung ihrer Zweigstelle für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Dentaldepot entschieden.

Generationenbahnhof Erlau

Das Gebäude, in dem jetzt die Zweitpraxis der Dres. Eichler entstanden ist, war zuvor ein kleineres, separat stehendes Neben­gebäude des 125 Jahre alten und seit 1999 nicht mehr genutzten Bahnhofkomplexes im Dorfkern der Gemeinde Erlau, der dank eines außergewöhnlichen Zukunftskonzepts, viel Engagement und jeder Menge Rückhalt der Anwohner rekonstruiert und für die Allgemeinheit gewinnbringend nutzbar gemacht wurde.

Neben generationenübergreifenden Möglichkeiten in den Bereichen Bildung, Freizeit und Kultur im Bürgerbereich war vor allem die medizinische Versorgung der Gemeindemitglieder von Bedeutung – insbesondere der älteren Dorfbewohner. Für die Senioren­betreuung wurde eine Tagespflege sowie ein ambulanter Pflegedienst eingerichtet und zusätzlich ein Interessent für eine integrierte Praxislösung gesucht.

Zahnarztpraxis als Teil des Gesamtkonzepts

Nachdem zunächst ein Allgemeinmediziner vom Projekt abgesprungen war, wurde das Ehepaar Eichler direkt von Wolfgang Ahnert, dem damaligen Bürgermeister der Gemeinde Erlau, auf eine mögliche Zweitpraxis angesprochen: „Wir waren begeistert von der Idee des Generationenbahnhofs und vor allem, mit welchem Enthusiasmus sie von den Gemeindemitgliedern umgesetzt wurde. Wir wollten sofort Teil dieses tollen Projekts sein“, erinnert sich Dr. Anett Eichler lebhaft. Für Erlau bedeutete die Zusage eine glückliche Fügung im doppelten Sinne: Zum einen wurde ein Wunschmieter aus dem anvisierten medizinischen Umfeld gefunden, zum anderen erübrigt sich die Suche nach einem Nachfolger für den zeitnah in den Ruhestand gehenden, bisher in Erlau praktizierenden Zahnarzt.

Symbiose aus Alt und Neu

„Wir wollten das Raumkonzept unserer Praxis in Döbeln weitestgehend übernehmen, denn es hat sich für uns bezüglich der Raumaufteilung und der ‚kurzen‘ Wege bewährt“, erklärt Dr. Anett Eichler. Da aber die Anforderungen an eine moderne Zahnarztpraxis eine gewisse Grundrissgröße sowie Barrierefreiheit vorsehen und diese im Altbau auf nur einer Ebene nicht realisierbar waren, wurde ein zusätzlicher Anbau erstellt. Das Konzept wurde an das Architekturbüro Cooperation_4 Architekten aus Dresden übergeben, mit dem die Gemeinde Erlau zusammenarbeitete und das die bautechnische Planung und Bauüberwachung des denkmalgeschützten Gebäudes übernahm. „Der Anbau, der neben das Bestands­gebäude gesetzt wurde, ist als hochmoderner Flachdachkubus ausgeführt, der in seiner Schlichtheit das Gesamtensemble höchst spannend macht. Das war für mich absolut reizvoll“, schwärmt dental bauer Innenarchitektin Manuela Bitsch-Kanitz noch heute, die sich in Abstimmung mit den ausführenden Architekten für die Grundrissplanung verantwortlich zeichnete. Neben der Aufteilung und Belegung der Räume kümmerte sie sich um die sinnvolle, praxistaugliche Anordnung nach allen relevanten Vorgaben, wie Arbeitsstättenrichtlinien, ergonomische Behandlungsprin­zipien oder auch Hygienevorschriften.

Der Altbau wurde zunächst komplett entkernt und erhielt neue Tragwände und eine neue Decke. Die tragende Hauptwand teilt die Grundfläche genau in der Mitte: Die eine Hälfte wurde mit einer Decke geschlossen, auf der anderen Hälfte wurde die ursprüngliche Balkenkonstruktion erhalten und aufgearbeitet – ein Blickfang, der bis unters Dach geht. Hier kommt das harmonische Nebeneinander von alten und modernen Bestandteilen des Gebäudes besonders gut zur Geltung.

Der frei neben dem Haupthaus liegende Betonkubus hat die gleiche Breite wie die Hälfte des Altbaus und ist mit einem schmalen Flur daran gekoppelt. „Wenn man so will, ist der Gesamtgrundriss in drei nebeneinander liegende glei-che Rechtecke geteilt“, erklärt Bitsch-Kanitz. Der Altbau besitzt auf einer Längsseite bodentiefe hohe Bogenfenster, auch die Giebelseite hat sehr harmonische Proportionen. „Da bildet der fensterlose Betonquader daneben einen tollen Kontrast und hebt das alte Gemäuer in die Neuzeit“, so die Innenarchitektin weiter.

Der Eingang in die Praxis erfolgt von der Giebelseite her. Damit bieten die Bogenfenster an der Außenwand zusammen mit dem offenen Blick nach oben dem Eintretenden auf den ersten Blick einen Eindruck von lichtdurchläs­siger Großzügigkeit, obwohl die Gesamtfläche für eine Vier-Zimmer-Praxis exakt ausreichend war. Die Praxis ist ergonomisch und kompakt geplant, alle Funktionsbereiche sauber gegliedert. Über den Flur, der die beiden Baukörper verbindet, erreicht man die drei identischen, hintereinanderliegenden Behandlungszimmer und die zugeordneten Funktionsbereiche, wie Aufbereitung und Röntgen. Die Wege für das Personal und Patienten sind kurz, die Funktionen sinnvoll zugeordnet. Ein Prophylaxezim- mer ist im Altbau kurz vor dem Übergang zum Neubau untergebracht. Der öffentliche Bereich mit Rezeption, Wartezimmer und WC befindet sich im Altbau. Über eine gerade schlichte Treppe erreicht man das Obergeschoss, in dem das Praxislabor, Personalräume und Chefbüro die Hälfte der Grundfläche des Gebäudes einnehmen. Der Rest bildet eine offene Galerie.

Harmonie von außen und innen

Die Inneneinrichtung erfolgte von der Planung, über die Ausführung bis hin zur Inbetriebnahme im März 2018 komplett mit Peter Leonhardt von dental bauer. „Unser Anliegen war es, ein Gesamtbild zu kreieren, das harmonisch moderne und vorgegebene Elemente wie altes Gemäuer oder Balken vereint und den Charakter und Charme des Gebäudes erhält. Dies sollte sich in der Auswahl der Farben und Materialien widerspiegeln“, so Dr. Anett Eichler, die sich voll und ganz der gestalterischen Planung widmete. Die Verbindung der alten Bausubstanz des Bahnhofsnebengebäudes mit zeitgemäßen Bauelementen gelang unter anderem mit dem klassischen Werkstoff moderner Architektur schlechthin: Sichtbeton. Dieser wirkt in seiner Anmutung als Gegenpol zu der Rundbogenromantik der vergangenen Zeit und schafft es so, diese mit in die Gegenwart zu holen „Ohne viel in Material und Möbelgestaltung zu investieren, ist mit dem gekonn- ten Einsatz dieser Gegenpole die Stimmung und das Flair der Praxis schon gesetzt“, unterstreicht Manuela Bitsch-Kanitz, die sich auch um die dentale Installations­planung, Sanitär, Elektro und EDV kümmerte.

Da die erforderlichen Leitungen nicht in Betonwänden verlegt werden konnten, wurden in den drei Behandlungszimmern die Möbelzeilen vor eine gestaltete Vorsatzschale gesetzt. „Alles musste präzise passen, da der medizi­nische Anbau zum Großteil aus Sicht­beton besteht und nachträglich keine Möglichkeit zur Korrektur bestand“, erinnert sich Peter Leonhardt, der stets vor Ort war, um den Baufortschritt zu überwachen und sich um verschiedenste Details zu kümmern.

Zusammenspiel aus Farbe und Licht

Im Inneren galt es, durch die Auswahl der Far-ben und Materialien die Besonderheiten des Gebäudes hervorzuheben und gleichzeitig zu integrieren. Im einheitlichen Farbkonzept sind die vorherrschenden Farben Weiß und Grau. Der Fußboden ist in einem zurückhaltenden Grau gehalten, alle Wände, die nicht aus Beton sind, erstrahlen in schlichtem Weiß, lebendige Akzente setzen die Holzbalken und das Grün von draußen. „Das gibt uns die Möglich- keit, die Wände mit wechselnden Ausstellungen abwechslungsreich zu gestalten“, er-klärt Dr. Anett Eichler.

Den Auftakt bildete im April die Vernissage „Ein Hauch von Wagemut, ein Duft von Wandlung. Liaison der Künste – Malerei und Foto­grafie“ mit Werken des Fotografen Mirko Joerg Kellner in Zusammenarbeit mit der Schauspielerin und Malerin Suzanne von Borsody. „Die Werke passten aufgrund ihrer extravaganten Note perfekt“, weiß Dr. Anett Eichler. In naher Zukunft werden weitere Künstler aus der un­mittelbaren Umgebung ihre Werke in der Praxis ausstellen.

Bei der Polsterfarbe für die Dentaleinheiten entschied sich das Ehepaar für Carbon, das sich farblich von Wand und Fußboden abhebt, und setzte noch einen Akzent in Schwarz und Grau bei den Rückwänden der Sprechzimmermöbel. Die Beleuchtungskörper sind ebenfalls auf die Räumlichkeiten abgestimmt und wurden passend zu den verschiedenen Bereichen der Praxis ausgewählt. Das betrifft vor allem den Eingangsbereich, das Wartezimmer, die Sprechzimmer und den Gang vom Wartezimmer zu den Sprechzimmern, wo verstellbare Spots an der Decke die Bilder an der Wand „ins rechte Licht rücken“.

Die Wände des Wartezimmers und die Türen zu den Sprechzimmern wurden in Glas und Stahlelementen angefertigt und darauf Folie angebracht. Neben einem gewissen Sichtschutz wurde dadurch auch eine optimale Lichtdurchlässigkeit erreicht. „Dies und die Tatsache, dass fast der halbe Grundriss auf der Seite der Bogenfenster zum Flur gemacht wurde, gibt der Praxis die großzügige An­mutung“, so Manuela Bitsch-Kanitz.

Patienten im Fokus

„Unser Ziel war es, ein Ambiente zu schaffen, in dem der Patient sich nicht auf den ersten Blick wie in einer Zahnarztpraxis fühlt. Das Wartezimmer hat daher eher den Charakter eines Wohnzimmers mit einem Zweisitzer und bequemen Sesseln“, verrät Dr. Anett Eichler. Das Team, bestehend aus den Dres. Eichler sowie der angestellten Zahnärztin Julia Seifert, teilt sich in die Sprechzeiten, wobei Julia Seifert den größten Anteil an Behand­lungszeit in Erlau hat. Zusammen mit Frau Dr. Eichler behandelt sie die Patienten der Gemeinde Erlau mit seinen 15 Ortsteilen sowie den Nachbargemeinden allgemein-zahnärztlich entsprechend deren Situation und Bedürfnissen. Einmal wöchentlich führt Dr. Andreas Eichler zudem eine Implantatsprechstunde durch. Weiterhin arbeitet eine Dentalhygienikerin in der Praxis, die die professionelle Zahnreinigung durchführt und Pa- tienten mit Zahnfleischerkrankungen betreut.

Technisch up to date

„Bei den Geräten legten wir Wert auf den neuesten Stand der Technik und vertrauten auf die Beratung von Herrn Leonhardt. In unserer Praxis in Döbeln arbeiten wir seit zehn Jahren mit Dentaleinheiten des Marktführers Sirona, sind damit sehr zufrieden und entschieden uns deshalb auch wieder dafür. Wir schätzen dabei besonders die umfassende Beratung sowie die komplette Betreuung von der Planung, über die Ausführung und Montage bis hin zur Inbetriebnahme und Einweisung“, erläutert Dr. Andreas Eichler, der für den technischen und finanziellen Part verantwortlich zeichnete.

Hand in Hand wurden so in kürzester Zeit Behandlungseinheiten konfiguriert, Möbel bemustert, der Sterilisationsraum eingerichtet und vieles mehr. „Dabei war und ist Herr Leonhardt in allen Belangen unser Ansprechpartner. Er zeichnet sich durch eine hohe Fachkompetenz aus, ist absolut verlässlich und jederzeit ansprechbar. Auch bei diesem Projekt war unsere Zusammenarbeit von hohen Anforderungen geprägt. Diese wurden stets erfüllt. Dadurch funktioniert unsere Zu- sammenarbeit hervorragend, und das schätzen wir sehr“, lobt Dr. Andreas Eichler.

Fortsetzung folgt

Nach unzähligen Baubesprechungen und hektischen Phasen kurz vor der Montage wurde die Praxis schließlich im März 2018 eröffnet. „Es war eine sehr verantwortungsvolle, aber auch schöne Aufgabe – mit einem Ergebnis, das sich sehen lassen kann“, freut sich Peter Leonhardt, der als Schnittstelle zwischen dem Architekturbüro, den Handwerksbetrieben und der Gemeinde fungierte. Zur Eröffnung überreichte er den Dres. Eichler eine selbst kreierte Skulptur aus Essigbaum auf einem Sockel aus Muschelkalk in Form von 3er-Eckzähnen, die seitdem den Praxisflur ziert.

Mit der Eröffnung endet die Zusammenarbeit mit dem Dentaldepot keineswegs: Nach wie vor schaut Herr Leonhardt regelmäßig in der Praxis vorbei – sei es in seiner beratenden Funktion in Bezug auf Verbrauchsmaterialien für Praxis und Labor, für die Organisation von Fortbildungen oder – in seiner Rolle als Servicetechniker – zur Wartung und Durchführung wiederkehrender Prüfungen aller Geräte. „Wir möchten die überaus gute Zusammenarbeit mit dental bauer gern noch viele Jahre fortsetzen“, erklärt Dr. Andreas Eichler.

Foto: dental bauer/ Mirko Joerg Kellner (Foto re.)
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