Branchenmeldungen 06.02.2026

Staffelstabübergabe bei Stuckenholz Zahntechnik: Generationswechsel mit Weitsicht



Stuckenholz Zahntechnik steht seit jeher für Passion und Präzision im Herzen von Iserlohn. Das engagierte Team um ZTM Georg-Alexander Stuckenholz und seinen Sohn ZTM Philip Alexander Stuckenholz verbindet tagtäglich traditionelles Handwerk mit modernster Technik. Wie das Vater-Sohn-Duo aktuell den Generationswechsel im Dentallabor vollzieht, erläutern die beiden Geschäftsführer im Doppelinterview.

Staffelstabübergabe bei Stuckenholz Zahntechnik: Generationswechsel mit Weitsicht

Foto: Stuckenholz Zahntechnik

Herr Stuckenholz senior, Sie haben das Labor aufgebaut und über lange Jahre geführt. Was macht Sie besonders stolz, wenn Sie auf die Entwicklung des Labors zurückblicken?

Georg-Alexander Stuckenholz: Zum einen bin ich dankbar für die gute Zusammenarbeit mit unseren Kund/-innen. Tagtäglich begegnet man sich auf Augenhöhe und mit einer gegenseitigen Wertschätzung; das finde ich sehr besonders. Zum anderen habe ich immer versucht, ein bestmögliches Betriebsklima innerhalb des Labors zu schaffen. Denn mit einem guten Team in einem guten Betriebsklima, ist es einfacher den Anforderungen der Kund/-innen gerecht zu werden und sie würden es auch merken, wenn es intern nicht rund läuft. Deshalb erfüllt es mich auch mit Stolz, dass unsere Mitarbeiter/-innen schon sehr lange bei uns im Betrieb sind. Die meisten haben bei uns ihre Ausbildung absolviert und sind danach geblieben. Das ist schon eine schöne Bestätigung, über die ich mich sehr freue.

Herr Stuckenholz junior, was bedeutet es für Sie, in die Fußstapfen Ihres Vaters zu treten und die Verantwortung zu übernehmen?

Philip Alexander Stuckenholz: Es erfüllt mich mit Stolz, wenn ich auf die Firmengeschichte zurückblicke. Mein Vater hat das Labor selbst in schwierigen Zeiten sicher und mit Weitsicht geführt, deshalb freue ich mich, in seine Fußstapfen treten zu dürfen. Wobei ich sehr großen Respekt vor dieser Aufgabe habe. Zu erwähnen ist, dass mein Vater neben der Geschäftsführung des Labors noch als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger im Zahntechniker-Handwerk der Handwerkskammer Südwestfalen tätig ist und sich in unserer Innung engagiert, sei es im Prüfungsausschuss oder auch im Vorstand. Er hat mir gezeigt, wie wichtig unsere Innungen für uns Labore sind, weshalb ich seit meiner Gesellenprüfung unsere Innung unterstütze. Die angesprochenen Fußstapfen sind also noch größer. 

Welche gemeinsamen Werte verbinden Sie beide im Hinblick auf die Arbeit im Labor, und wo unterscheiden sich Ihre Ansätze vielleicht?

Georg-Alexander Stuckenholz: Die vertrauensvolle Arbeit zwischen unserem Team und unseren Kunden ist für uns der Schlüssel zum Erfolg und der Grundstein für die bestmögliche Versorgung unserer Patient/-innen. Auch wenn ich noch der Analoge bin und mein Sohn die CAD/CAM-Technologie im Labor vorantreibt, ändern sich unsere Ziele und unsere Werte nicht.

Ein Generationswechsel ist ein großer Schritt für jedes Unter- nehmen. Wie bereiten Sie sich beide auf diesen Übergang vor bzw. wie gestalten Sie diesen bereits aktiv?

Philip Alexander Stuckenholz: Wir verstehen den (Generations)-Wechsel als fließenden Prozess: Kein harter Cut, sondern eine langgezogene Übergangsphase. Es ist schon lange geplant gewesen, dass ich irgendwann das Labor weiterführen möchte und deshalb gebe ich meine Aufgaben aus den produzierenden Bereichen Stück für Stück ab, um wiederum die Aufgaben meines Vaters zu übernehmen. Dieser Prozess läuft schon lange und ist auch noch nicht abgeschlossen.

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Wir verstehen den (Generations)-Wechsel als fließenden Prozess: Kein harter Cut, sondern eine lang- gezogene Übergangsphase. (Philip Alexander Stuckenholz)

Herr Stuckenholz senior, wie schwer fällt es Ihnen, das Lebenswerk in andere Hände zu übergeben? Und Herr Stuckenholz junior, wie gehen Sie mit der Herausforderung um, die Erwartungen zu erfüllen?

Georg-Alexander Stuckenholz: In der heutigen Zeit kann man froh sein einen Nachfolger zu haben. Viele Laborinhaber/-innen in meinem Alter haben das Glück nicht und müssen ihre Betriebe schließen, wenn sie in Rente gehen. Schwerer würde mir es vielleicht fallen, wenn ich den Betrieb an jemand Externen übergeben müsste und ich von jetzt auf gleich raus wäre aus dem Betrieb. Da mein Sohn den Betrieb übernehmen wird, werde ich ihm natürlich weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Philip Alexander Stuckenholz: Natürlich ist die Übernahme eines Familienunternehmens eine große Herausforderung, die auch einen gewissen Druck mit sich bringt. Ich möchte das Unternehmen so gut wie mein Vater führen, um den Kund/-innen und Patient/-innen bestmögliche prothetische Versorgungen zu liefern und natürlich unserem Team einen sicheren Arbeitsplatz mit Perspektive zu geben, sodass sie gerne zur Arbeit kommen und Spaß an dem haben, was sie tun. All das funktioniert nur mit einer starken Familie zu Hause, die mir den Rücken freihält und Verständnis für das hat, was ich tue.

Wie nehmen Sie Ihre Mitarbeiter/-innen auf diesem gemeinsamen Weg mit, damit der Übergang auch intern reibungslos verläuft?

Philip Alexander Stuckenholz: Meine Kolleg/-innen sind ein wichtiger Schlüssel in diesem Prozess. Viele waren maßgeblich an meiner Ausbildung beteiligt, bei den anderen war es genau andersherum. Wir sind zusammengewachsen und nur zusammen sind wir dahin gekommen, wo wir jetzt stehen. Auch sie halten mir den Rücken frei und müssen meine Aufgaben Stück für Stück übernehmen, damit ich mich auf die Geschäftsführung konzentrieren kann.

Georg-Alexander Stuckenholz: Meine Mitarbeiter/-innen sind natürlich beruhigt, dass das Unternehmen weitergeführt wird und ich bin sehr froh, dass das Verhältnis so kollegial ist und Philip geschätzt und respektiert wird – früher als Auszubildender, dann als Kollege und nun als Vorgesetzter.

Wie reagieren Ihre Kund/-innen, die Zahnärzt/-innen, auf den Generationswechsel und wie haben Sie diesen kommuniziert?

Georg-Alexander Stuckenholz: Die Rückmeldungen sind durchweg positiv. Wir arbeiten mit einigen Praxen über Jahrzehnte hinweg gut zusammen. Auch dort hat oft schon ein Generationswechsel stattgefunden, der reibungslos verlaufen ist.

Philip Alexander Stuckenholz: Zu vielen unserer langjährigen Kund/-innen habe ich ein freundschaftliches Verhältnis. Auch sie haben mich schon in der Ausbildung unterstützt und dafür bin ich ihnen allen sehr dankbar, da dies nicht selbstverständlich ist. Auch die gute Zusammenarbeit mit der jungen Generation unserer Kund/-innen gibt mir ein sicheres Gefühl für die gemeinsame Zukunft.

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Auch wenn ich noch der Analoge bin und mein Sohn die CAD/CAM-Technologie im Labor vorantreibt, ändern sich unsere Ziele und unsere Werte nicht. (Georg-Alexander Stuckenholz)

Herr Stuckenholz junior, welche Ideen und Neuerungen möchten Sie nach der finalen Übernahme konkret umsetzen – etwa in den Bereichen Technologie, Digitalisierung oder Service?

Philip Alexander Stuckenholz: Mein Vater hat mir im digitalen Bereich schon immer weitestgehend freie Hand gelassen, sodass ich keine konkreten Änderungen in dem Bereich für den Zeitraum nach der finalen Übernahme geplant habe. Wir sind auf einem guten Stand, was Technologien angeht; ohne diese wäre unser Arbeitsvolumen in dieser Qualität schon gar nicht mehr möglich. Aber natürlich müssen wir stets nach vorne schauen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Der Service und unsere nahe persönliche Kundenbetreuung sind und sollen auch weiterhin unsere große Stärke sein. Durch die Digitalisierung kann man heute von überall Datensätze versenden und Halbfertigteile in gleichbleibend guter Qualität bekommen. Da sind wir alle gleich. Deshalb ist uns die gute und enge Zusammenarbeit mit unseren Kund/-innen sehr wichtig, um das bestmögliche Ergebnis für unsere Patient/-innen zu erreichen. Mein Vater sagt immer: „Digital, schön und gut, aber der Patient ist und bleibt analog.“

Wo sehen Sie Stuckenholz Zahntechnik in fünf bis zehn Jahren?

Philip Alexander Stuckenholz: Bei uns im Hause wird bald 80 Jahre lang das Zahntechniker-Handwerk ausgeübt und seit fast 40 Jahren unter dem Namen Stuckenholz Zahntechnik. Ich wünsche mir, dass diese Tradition fortgeführt und auch in zehn Jahren Zahnersatz nach neustem Stand der Technik bei uns hergestellt wird.

Abschließend: Was haben Sie, Herr Stuckenholz junior, von Ihrem Vater gelernt, das Sie besonders schätzen? Und Herr Stuckenholz senior, was bewundern Sie an der Herangehensweise Ihres Sohnes?

Philip Alexander Stuckenholz: Von der Zahntechnik mal abgesehen, schätze ich sehr den Umgang mit unserem Team; nie von oben herab, sondern fair und auf Augenhöhe. Das versuche ich so gut es geht auch in meinen Führungsstil zu übernehmen. Außerdem schätze ich sehr seine Gelassenheit im Hinblick auf den ständig wechselnden Tagesablauf und die alltäglichen Probleme. Daran arbeite ich noch.

Georg-Alexander Stuckenholz: Ich bewundere, dass mein Sohn als junger Familienvater nicht nur die Verantwortung für den Betrieb, sondern auch die soziale Verantwortung für die Mitarbeiter übernimmt und nebenbei auch noch Zeit für das Ehrenamt in unserer Innung findet. Außerdem freut es mich sehr, dass wir uns im Privaten und Geschäftlichen so gut verstehen.

Vielen Dank für das interessante Gespräch!

Übrigens... ZTM Philip Alexander Stuckenholz moderiert den Zahntechnik-Kongress Digitale Dentale Technologien (DDT) am 8. und 9. Mai 2026 in Dortmund! Alle Infos zum Programm auf der nächsten Doppelseite sowie unter www.ddt-info.de

ZT Zahntechnik Zeitung 02/26

ZT Zahntechnik Zeitung


Dieser Beitrag ist in der ZT Zahntechnik Zeitung erschienen.

Die ZT Zahntechnik Zeitung ist das einzige unabhängige Zeitungsformat für Zahntechniker mit den Schwerpunkten Berufspolitik und Laborführung. Die branchenerfahrene Redaktion der ZT Zahntechnik Zeitung dokumentiert und interpretiert in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Technik und Service die Entwicklung des Dentalmarkts und gibt den Zahntechnikern wichtige Impulse für den Laboralltag, insbesondere für die strategische Positionierung im Wettbewerbsumfeld.

 

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