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Branchenmeldungen 24.06.2019

Sicher vorbereitet auf die Praxisbegehung: Hygiene in aller Munde

Sicher vorbereitet auf die Praxisbegehung: Hygiene in aller Munde

Manchmal ist gerade das, was man nicht sieht, am Wichtigsten: Strengste Sauberkeit und penible Hygienemaßnahmen geben Patienten ein gutes Gefühl und garantieren Behandlern einen Platz auf der rechtssicheren Seite. Im Interview erläutert Hygienespezialistin Yvonne Stadtmüller, Vertriebs- und Produktmanagerin für das dental bauer PROKONZEPT®, den aktuellen Status quo.

Wie brisant ist das Thema Praxisbegehung derzeit?

Die behördlichen Überwachungen von Zahnarztpraxen stehen weiter im Fokus der einzelnen Bundesländer, mit vielen Schwerpunkten wie QM-System, ordnungsgemäßer Ablauf des gesamten Hygienekreislaufs, Validierung, Wasserhygiene, Risikoeinteilung und vieles mehr. Die Mängelberichte von diesen Praxisbegehungen resultieren leider immer noch aus viel Unwissenheit, Unsicherheit und dem dringenden Bedarf, das Hygienewissen aufzufrischen.

Welche konkreten Anforderungen stellt eine Praxisbegehung an das Praxisteam?

Bei einer Überwachung wird der komplette Hygienekreislauf beleuchtet, die folgende Liste zeigt die maßgeblichen Punkte auf:

  • Bestandsverzeichnis der aktiven, nicht implantierbaren Medizinprodukte (§ 13 MPBetreibV)
  • Dokumentation der regelmäßigen Inspektionen/Wartungen gemäß Herstellerangaben
    an den Dentaleinheiten (MPBetreibV)
  • Prüfprotokolle für die wiederkehrenden Prüfungen der messtechnischen und/ oder sicherheitstechnischen Kontrollen (MTK/STK) (§ 2, § 6, § 11 MPBetreibV)
  • Verfahrens- und Arbeitsanweisungen für die Aufbereitung der Medizinprodukte (§ 4 MPBetreibV, RKI-Richtlinie)
  • Einstufung der Medizinprodukte (§ 4 MPBetreibV, RKI-Richtlinie)
  • Aktuelle Validierungsberichte (§ 8 MPBetreibV, RKI-Richtlinie)
  • Fachkunde- beziehungsweise Sachkundenachweise vom Personal (§8 MPBetreibV, RKI-Richtlinie)
  • Dokumentationen, Freigaben der Medizinprodukte und Routinekontrollen (§ 4 MPBetreibV, RKI-Richtlinie)
  • Sicherheitsdatenblätter, Gebrauchsanweisungen, Bedienungsanleitungen, Herstellerangaben zugänglich (§ 9 MPBetreibV)
  • Gefahrstoffkatasterverzeichnis (ChemG und GefStoffV)
  • Nachweis der regelmäßigen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung und nachweisliche Impfungen (BG, UVV, BuS, Arbeitsschutzgesetz)
  • Mikrobiologische Überprüfungen wasserführender Systeme (RKI 2012, TrinkwV)
  • Separater Personalaufenthalts-/Umkleideraum mit getrennter Aufbewahrung Straßen-/Berufskleidung (TRBA 250, TRBA 500)
  • Handwaschplätze mit Seifen- und Händedesinfektionsspender und Einmalhandtuchspender (TRBA 250)
  • Übersicht über zahnärztliches Behandlungsspektrum der Praxis, z. B. Kons, Chirurgie, PA, Endo
  • Übersicht über Anzahl der Behandler, Mitarbeiter, Reinigungspersonal
  • Regularien bzgl. Verantwortlichkeiten beziehungsweise Zuständigkeitsbereiche und Vertretungen

Aber nicht jede Zahnarztpraxis wird durchleuchtet …

Mein Leitsatz hierzu: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Die Liste der Anforderungen ist sehr lang – das ist bei laufendem Betrieb nicht mal eben in den durchschnittlich nur vier Wochen Vorlaufzeit von der schriftlichen Ankündigung bis zur tatsächlichen Praxisbegehung zu schaffen!

Hygiene ist und bleibt ein zentrales Thema in der Praxis. Ein funktionierendes Hygienemanagement schützt sowohl die Behandler und ihre Teams als auch – und vor allem – die Patienten. Man sollte nicht erst abwarten, bis der Brief zur Begehung in die Praxis flattert, sondern schon jetzt aktiv werden.

Wer kann bei der Umsetzung all dieser Anforderungen helfen?

Im ersten Schritt lohnt sich die Vereinbarung eines Termins für die „Belastungsprobe“, eine unentgeltliche Hygieneberatung mit unseren dental bauer-Experten. Wir möchten Praxisteams bestmöglich bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorschriften zur sachgerechten Aufbereitung ihrer Medizinprodukte unterstützen und stellen dafür die richtigen Werkzeuge zur Verfügung.

Brauchts denn wirklich ein QM-System für die Praxisbegehung?

Das vorhandene QM-System wird in jeder Praxisbegehung genau betrachtet: Funktioniert und lebt das System? Liegen für den gesamten Hygienekreislauf Arbeitsanweisungen vor? Gibt es ein Bestandsverzeichnis? Wie steht es um die Einstufung der Medizinprodukte? All das und vieles mehr wollen die prüfenden Behörden haarklein sehen. Meine Erfahrung zeigt, dass fast keine Praxis die Dokumente und Unterlagen vollständig und ad hoc parat hat. Der Dokumenten- und Verwaltungsaufwand wird schließlich nicht weniger im Praxisalltag.

Wir von dental bauer liefern Lösungskonzepte, um eine erfolgreiche Praxisbegehung zu absolvieren. Mit PROKONZEPT® stellen wir ein Instrument zur Verfügung, das Praxisteams optimal, sicher und zuverlässig auf Praxisbegehungen vorbereitet – dank eines softwarebasierten Dokumentenmanagementsystems mit allen Unterlagen für die wichtigsten Kernbereiche der Praxis:

  • Gerätemanagement
  • Hygienemanagement
  • Praxismanagement
  • Sammlung an Gesetzen, Richtlinien und Verordnungen

Mit PROKONZEPT® kauft man nicht nur ein Programm, sondern erhält während der gesamten Laufzeit von zwei Jahren einen individuellen Service. Das ist der größte Benefit von PROKONZEPT®: Unsere Fachberater unterstützen das Praxisteam bei der Umsetzung von der Dokumentenindividualisierung mit all ihrem Know-how und gesammelter Fachkompetenz.

Wie stark liegt der Fokus auf der Sachkenntnis des mit der Aufbereitung betrauten Personals?

Sehr häufig werden in den behördlichen Praxisbegehungen die Kenntnisse zur Sachkunde der Mitarbeiter bemängelt, da diese nicht ausreichend sind und nicht mittels Nachweisen belegt werden können. Dabei ist und bleibt Hygiene eine tragende Säule der Zahnarztpraxis – das Personal muss also vom Wissensstand am Puls der Zeit sein.

Es ist daher dringend zu empfehlen, geeignete Fortbildungen zu besuchen. Wir bieten in den dental bauer-Niederlassungen den Ganztageskurs Hygiene durchdacht – Praxisbegehung up to date an. Es ist unser Ziel, den Hygienekreislauf, das Bewusstsein und die Vielzahl an Anforderungen den Praxen zugänglich zu machen und dort zur richtigen Anwendung und Umsetzung zu bringen. In diesem Kurs erfahren die Teilnehmer die praktische Durchführung der gesetzlichen Hygienevorgaben – mit jeder Menge Tipps und Beispielen aus der Praxis für die Praxis.

Wie lautet Ihr Fazit?

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, deshalb gilt es, die Hygienevorschriften zu kennen und umzusetzen!

Vielen Dank für das Gespräch!

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