Branchenmeldungen 12.05.2026
Inklusion im Mittelpunkt des 7. Präventionskongresses
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Eröffnet wurde die Veranstaltung daher von einem Dreiergespann: Stellvertretend für die DGPZM begrüßte Prof. Dr. Cornelia Frese die Teilnehmenden, unterstützt von Prof. Dr. Andreas Schulte (DGZMB) und Priv.-Doz. Dr. Peter Schmidt (DGKiZ).
Der erste Vortragsblock widmete sich spezifischen Herausforderungen, die besondere Patienten in die Zahnarztpraxis tragen können. Dr. Guido Elsäßers eröffnender Vortrag befasste sich mit dem Thema der Inklusiven Verantwortung der Zahnarztpraxis – ein Beitrag, der dazu ermutigte, die Teilhabe jeder eingeschränkten Person im Alltag zu fördern und Barrierefreiheit als Zahnarzt aktiv mitzugestalten. Eine ähnliche Botschaft wusste Prof. Dr. Andreas Schulte vorzutragen. Er ging spezifisch auf die Bedürfnisse geistig behinderter Patienten ein, die in vielen Fällen nur mit Begleitperson in einer Zahnarztpraxis erscheinen können. Er betonte die Empathie, die seitens eines Praxisteams notwendig ist, um adäquat auf diese Patientengruppe eingehen zu können.
Prof. Dr. Jan Kühnisch stellte die wichtige Frage, was die S3-Leitlinie „Seltene Erkrankungen der Zähne“ Neues mit sich bringt und beantwortete diese auch gleich. Zudem stellte er die Ergebnisse der Evidenzrecherche vor. Priv.-Doz. Dr. Peter Schmidt ging ebenfalls auf die Patientengruppe „Seltene Zahnerkrankungen“ ein und stellte bestimmte Erkrankungsformen vor, die dem Zahnarzt im Alltag begegnen können. Seine Take-Home-Message: eine sorgfältige Befundung, eine humangenetische Abklärung und die Entscheidungsentschlossenheit des Behandlers sind essenziell für eine adäquate Patientenversorgung.
Es folgte die Vorstellung der Nominierten für den diesjährigen DGPZM Praktikerpreis. In Kurzvorträgen stellten die drei Preisanwärterinnen ihre Projekte dem Publikum vor.
Anschließend folgte die Verleihung des Preises. Alle drei Vorträge zeugten von durchdachten Konzepten und dem deutlich spürbaren Willen, etwas Positives für Menschen mit besonderen Bedürfnissen bewirken zu können. Letztendlich durften sich gleich zwei Gewinnerinnen freuen: Dr. Sabrina Reitz mit ihrem Projekt „Ein praxisorientiertes Modell für die Special-Care-Zahnmedizin“ und Dr. Stephanie Jonuscheit mit „Vermeidung der ITN zur Zahnsteinentfernung bei Patienten mit besonderen Bedürfnissen durch Verhaltensführung“.
Auch am Samstag stand das Podium nicht still. Die Hauptvortragsreihe startete Prof. Dr. Anahita Jablonski-Momeni. Sie sprach über ihre Studie zur Rolle der Self-assembling Peptides im Kariesmanagement. Sie stellte Studienergebnisse vor, die deren remineralisierende und regenerierende Wirkung beschrieben und auf eine sinnvolle Ergänzung zur lokalen Fluoridierung hindeuten.
Es folgten drei Kurzvorträge über preiswürdige Fallberichte – Anlass war diesmal der Gewinn des Praktikerpreises der DGZMB. Im ersten Beitrag beschrieb Dr. Shirin El-Sayed eine endodontische Versorgung nach Frontzahntrauma bei einer sehr jungen beeinträchtigten Patientin. Der zweite Kurzvortrag stammte von Dr. Olivia Höfer. Sie berichtete von einem Patientenfall eines strahlentherapierten Hochrisikopatienten nach einer Oberkieferteilresektion. Es folgte ZÄ Fiona Mehrfert mit ihrem Fallbericht über die Versorgung eines Patienten mit myeloischer Leukämie sowie intellektueller Beeinträchtigung. Über den Gewinn des Praktikerpreises DGZMB durften sich schließlich alle drei Bewerberinnen freuen.
Prof. Dr. Cornelia Frese fungierte am Samstag nicht nur als wissenschaftliche Leiterin: als Referentin stellte sie präventionsorientierte restaurative Konzepte für herausfordernde Situationen vor, die bei bestimmten Krankheitsbildern auftreten können. Dr. Marc Auerbacher ging auf den Umgang mit besonderen Patienten ein, und wie man diesen am besten schon während der zahnmedizinischen Ausbildung erlernen sollte. Es schloss Priv.-Doz. Dr. Katharina Bücher an mit der Thematik der Sedierung und Narkosesanierung bei Menschen mit Beeinträchtigungen. Den Abschluss dieses gelungenen Kongresses machte Dr. Benedikt Luka. Er warf besonderes Augenmerk auf die Betreuung onkologischer Patienten.
Wie bei OEMUS-Kongressen üblich, begleitete eine Industrieausstellung über beide Kongresstage die Vortragsblöcke, die in der Pause zum Austausch und Hands-on-Demonstrationen einlud.
Information:
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