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Branchenmeldungen 22.06.2015

Innovatives Zahnimplantat: Exakte Kopie des eigenen Zahns

Innovatives Zahnimplantat: Exakte Kopie des eigenen Zahns

Eine innovative Variante des Sofortimplantats lässt nicht nur die Fachwelt aufhorchen: Das neue REPLICATE Implantat ist, wie der Name schon sagt, eine individuelle Nachbildung des zu ersetzenden Zahns. Die aktuellen Ergebnisse der Pilotstudie wurden jetzt im Rahmen des 65. Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) in Stuttgart vorgestellt.

Das Wissenschaftlerteam aus mkg-chirurgischen Spezialisten¹ der Universität Lübeck, der Lübecker Praxis Lessingstraße und der Kölner Klinik am Ring untersuchten die Behandlungsergebnisse mit dem neuen Zahnreplikat.

Sofortimplantat als Kopie des Originalzahns

Das REPLICATE-Verfahren ermöglicht eine sofortige, sehr schnelle, minimalinvasive und nahezu schmerzfreie Behandlung, wenn ein einzelner Zahn nicht mehr zu retten ist. Hierbei wird der Originalzahn von der Wurzel bis zur Krone exakt nachgebildet. Das Implantat kann dann sofort nach dem Ziehen des defekten eigenen Zahns als „Ersatzzahn“ in das natürliche und unveränderte Zahnfach eingesetzt werden, in einer Behandlung und ohne aufwändigen chirurgischen Eingriff. Ein ganz neuer minimalinvasiver Ansatz, unter einer Voraussetzung: Der nicht mehr erhaltungswürdige Zahn muss zu Beginn der Behandlung noch im Kiefer sein. Die zeitnahe Herstellung der individuellen anatomischen Form von Wurzel und Krone des Originalzahns ermöglicht die spezielle DVT²-Technik. Auf Basis der damit gewonnenen 3-D-Daten wird der gezogene eigene Zahn passgenau 1 : 1 per CAD/CAM³-Verfahren nachgebildet.

Studie untermauert Marktreife

In die Pilotstudie wurde 30 Patienten aufgenommen, die folgende Voraussetzungen erfüllten: Der zu ersetzende Zahn befand sich noch im Mund, das Zahnfleisch war gesund, das Zahnfach unbeschädigt und die Patienten hatten keine Begleiterkrankungen. Das bei den Studienteilnehmern eingebrachte Implantat besteht aus einer Titanwurzel in der Form des zu ersetzenden Zahnes. Fest daran angeschlossen ist das Verbindungsteil (Abutment) zwischen der Zahnwurzel und der sichtbaren Zahnkrone. Es besteht aus Zirconium und ist bereits für die zukünftige Krone vorpräpariert, die aus bruchsicherer Keramik gefertigt wird. Als anfängliche Stabilisierung wird das Implantat entweder an den Nachbarzähnen befestigt oder es findet festen Halt im Zahnfach. Zur besseren Einheilung wurde bei den Probanden die Wurzeloberfläche zusätzlich per Plasmagerät mit UV-Licht aktiviert.

Die Studienergebnisse zum Zeitpunkt der definitiven prothetischen Versorgung: Fast alle Implantate waren stabil, insbesondere das ästhetische Ergebnis bewerteten sowohl Patienten als auch die behandelnden MKG-Chirurgen als sehr gut.

Hightech-Zahnkopie bietet Vorteile

Beim neuen Implantationsverfahren bleiben das Zahnfach unbeschädigt und Hart- und Weichgewebe erhalten. Vorausgesetzt, der zu ersetzende Zahn wird von einem erfahrenen MKG-Chirurgen entfernt, so die DGMKG. Neben besonders natürlichen ästhetischen Ergebnissen gibt es einen entscheidenden weiteren Grund für die sehr hohe Patientenzufriedenheit: Der chirurgische Eingriff (Zahnentfernung) ist auf einen Termin begrenzt und die provisorische prothetische Versorgung kann zeitgleich eingesetzt werden. Doch Vorsicht: Für eine erfolgreiche Behandlung müssen die Voraussetzungen stimmen und immer genau geprüft werden. Auch stehen Langzeitergebnisse natürlich noch aus. Hier wird die Zukunft zeigen, ob die Zahnkopie hält, was sie laut Pilotstudie verspricht.

¹ Dr. Dr. Hans-Christian Jacobsen, PD Dr. Dr. Samer Hakim, Prof. Dr. Dr. Peter Sieg: Universität Lübeck; Sven Clasen: Praxisklinik Lessingstraße, Lübeck; Dr. Dr. Philipp Scherer: Klinik am Ring, Köln

² digitale Volumentomographie
³ Computer Aided Design, Computer Aided Manufacturing

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG)

Foto: © Vladislav Kochelaevs – Fotolia
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