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Branchenmeldungen 12.05.2016

Interne Maltechnik auf medium-opaken IPS e.max Gerüsten

Interne Maltechnik auf medium-opaken IPS e.max Gerüsten

Einsatz bei 0,8 mm dünnen vollkeramischen Frontzahnrestaurationen

YourDentalExperts stellen im Rahmen der Artikelserie „Expertentipp“ ihre Fälle aus der Praxis vor. ZWP online-Leser erhalten auf der Plattform yourdentalexpert.com die Möglichkeit, von der Expertise ausgewählter Fachkollegen zu profitieren.

Dieser Fall veranschaulicht sehr gut mein Vorgehen bei dünnen Schichtdicken bei gleichzeitig verfärbten Stümpfen. Die Stumpffarbe liegt hier bei ND 7 (Natural Die Material, Ivoclar Vivadent, Liechtenstein) und der Zahnarzt hatte angestrebt, Zahnschmelz zu erhalten (Abbildung 1). Dadurch ergab sich in diesem Fall eine Gesamtstärke der Keramik von 0,7 mm. Insgesamt stellt dies eine Herausforderung an den Zahntechniker dar.

In solchen Fällen empfehle ich die Verwendung von MO 0 Rohlingen (IPS e.max Press, Ivoclar) wegen ihrer hohen Helligkeit und der sehr hohen Fluoreszenz. Diese ermöglichen bei einer Dicke von 0,3-0,4 mm die Maskierung dunkler Stümpfe (ND 6, ND 7 und ND 8) und erlauben auf diese Weise eine Gesamtpräparationstiefe von 0,7-0,8 mm. MO 0 ist sehr hell (vergleichbar mit Bleach 2 und 3) und dient hier daher auch als Ersatz für Dentinmasse (Abbildung 2). Aus diesem Grund wird auf dem Rohling eine interne Maltechnik statt eines Dentinaufbaus angewendet, um die Grundfarbe der Zielfarbe anzugleichen (in diesem Fall A2/A3). Im Anschuss wird eine Sprenkeltechnik angewendet, um die Malschicht zu stabilisieren. Dabei wird eine dünne Schicht Keramikpulver auf die feuchte Malschicht aufgesprenkelt und mit einem Wash-Brand (kurzes Brennprogramm) fixiert. In dem hier gezeigten Fall wurde etwas transparentes orange/pinkes Pulver verwendet, um die leicht pinke Dentinfarbe des natürlichen Zahnes nachzubilden. Nun ist das Gerüst nicht mehr weiß (Abbildung 3). Diese interne Maltechnik kann lasierend auch zwei oder drei Mal angewendet werden, und eine zusätzliche Anwendung von stark opaken Dentinmassen ist nicht erforderlich.

 

 

Was nun erfolgt, ist die eigentliche Schichttechnik mit nicht mehr als 5-10 Prozent Dentinmasse vermischt mit verschiedenen Transpa- und Opaleffektmassen. Auf diese Weise wird selbst innerhalb der verbleibenden 0,4 mm eine ausreichende Tiefe erreicht. Da ohnehin nicht viel Platz für mehrere Schichten vorhanden ist, reicht in der Regel ein einziger Brand aus. Im Falle von Lithiumdisilikat empfiehlt es sich nicht, diese zu oft zu brennen, da dies nachteilig bezüglich Kristallisation, Farbton, Festigkeit und Transluzenz ist.

Nach der finalen Formgebung erfolgt der minimale Glanzbrand, um die oberflächlichen Poren der Keramik zu verschießen. Eine externe Bemalung erübrigt sich bei dieser Technik und ist auch nicht vorteilhaft hinsichtlich der Abrasion der Antagonisten und der Gingivaverträglichkeit. Die abschließende mechanische Politur ist besonders wichtig, um die Oberfläche zu verdichten und einen angestrebten natürlichen Seidenmatteffekt zu erzielen. Die Abbildungen 4 und 5 zeigen das Ergebnis des beschriebenen Vorgehens, das sich in meinem Alltag sehr gut bewährt hat.

dentalexpert

Autor: Edris Rasta

Foto: © Autor
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