Anzeige
Branchenmeldungen 21.02.2011

Kein Bachelor-Studium, sondern novellierte AppOZ

Kein Bachelor-Studium, sondern novellierte AppOZ

Wegen seiner Idee, für eine gesicherte medizinische Versorgung auf dem Lande künftig Mediziner und Zahnmediziner im Hauruckverfahren auszubilden, hat der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Jens Spahn bereits viel Kritik erfahren.

Sein Vorschlag sieht vor, junge Menschen nach dreijährigem Studium mit dem Abschluss als „Bachelor“ zur Lösung der Unterversorgung im ländlichen Raum einzusetzen. Die Diskussion um den Zugang zu den Studienplätzen in den medizinischen Fächern und die Gewähr für eine ausreichende Zahl an Absolventen ist somit um einen Beitrag erweitert worden. „Ein verkürztes Studium, ohne klinische Erfahrungen und bei dem enormen wissenschaftlichen Erkenntniszuwachs, ist eine groteske Vorstellung“, urteilt der Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Peter Engel. Die Bundeszahnärztekammer begrüßt sämtliche Initiativen zur Verbesserung der gesamten Versorgungsproblematik und weist in diesem Zusammenhang auf die längst überfällige Novellierung der über 50 Jahre alten Approbationsordnung Zahnmedizin (AppOZ) hin. „Nur mit einer neuen und zeitgemäßen AppOZ kann man die immensen Herausforderungen, die durch den demographischen Wandel und den wissenschaftlichen Fortschritt auf uns zukommen, begegnen“, so Engel.

Dass der eigentliche Schuh wie immer bei den finanziellen Möglichkeiten drückt, macht der Medizinische Fakultätentag (MFT) in seiner Pressemitteilung vom 14. April deutlich: „Seit zehn Jahren ist die Summe der Landesmittel für die ärztliche Grundausbildung in Deutschland faktisch eingefroren. Sämtliche Kostensteigerungen müssen durch Einsparungen und Leistungsverdichtungen aufgefangen werden“, klagt MFT-Präsident Prof. Dieter Bitter Suermann die zuständigen Länder an. Dies ist offensichtlich auch der Grund warum es mit dem seit langem seitens der Zahnärzteschaft vorgelegten Vorschlag einer neuen Approbationsordnung nicht voran gehe. Noch ist das zahnmedizinische Versorgungs- verhältnis auf einem hohen Niveau. Repräsentative Befragungsstudien zeigen aber, dass Zahnärzte im ländlichen Raum ihre zukünftige Praxissituation deutlich kritischer beurteilen. Offensichtlich fehlt es dort an zuverlässigen und langfristigen Rahmenbedingungen. „Minister Rösler zeigt begrüßenswerter Weise mit seinen Initiativen die Probleme auf, die Lösung des Problems einer neuen Approbationsordnung ist jedoch Ländersache und droht schlicht am chronischen Geldmangel zu scheitern“, befürchtet BZÄK-Präsident Engel.“

Quelle: BZÄK-Klartext, 24.04.2010


Foto: © Shutterstock.com

Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper

Anzeige