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Branchenmeldungen 29.11.2019

Minimalinvasiver Sinuslift nach JEDER – ein Erfahrungsbericht

Minimalinvasiver Sinuslift nach JEDER – ein Erfahrungsbericht

Mit dem JEDER-System kann der Kieferknochenaufbau im Oberkiefer einfach und nahezu schmerzfrei durchgeführt werden. Der Eingriff verläuft komplett minimalinvasiv für Patienten – ohne Schnitt und Naht. Dies beschert dem JEDER-System ein überzeugendes Alleinstellungsmerkmal auf dem Dentalmarkt.

Eine Verbesserung des Knochenangebots für Implantate im lateralen Oberkiefer durch eine Sinusbodenelevation wird seit mehr als zwanzig Jahren in unterschiedlichen Verfahren routinemäßig durchgeführt. Das von den Autoren Jesch et al. (2013)1 sowie Eder und Slovsa (2016)2 beschriebene JEDER-Verfahren erlaubt eine außerordentlich schonende Vorgehensweise, die bei den betroffenen Patienten in den meisten Fällen keinerlei postoperative Beschwerden zur Folge hat. Die Verbesserung des Knochenangebots durch das hier beschriebene JEDER-Verfahren ist durchaus vergleichbar mit dem Volumengewinn bei den konventionellen Verfahren.

Mithilfe einer speziellen Vorrichtung für das Anlegen eines Zugangs zur Kieferhöhle vom Alveolarfortsatz aus und über einen Pumpvorgang mit der JEDER-Pumpe, befüllt mit physiologischer Kochsalzlösung, wird die Kieferhöhlenschleimhaut schonend von ihrer knöchernen Basis gelöst (Abb. 1). In den gewonnenen Hohlraum wird anschließend das Knochenregenerationsmaterial über die Perforationsstelle am Alveolarfortsatz eingebracht. Die Schleimhautperforationsstelle wird in der Regel mit einer Situationsnaht verschlossen. Eine perioperative Antibiotikaprophylaxe wird empfohlen – bei einem völlig komplikationslosen Verlauf des Eingriffs und bei ungestörter lokaler Wundheilungskapazität kann darauf verzichtet werden.

Abb. 2: Röntgenbild prä OP vor der Sinusbodenelevation. Abb. 3: Röntgenbild post OP nach Sinuslift und Implantatinsertion.

Im O.P.I. Zentrum in Darmstadt wurden in den letzten zwei Jahren mehr als 60 Sinusbodenelevationen nach JEDER in Lokalanästhesie durchgeführt. In Dreiviertel der Fälle konnten gleichzeitig Implantate an der Augmentationsstelle eingebracht werden, und in den übrigen Fällen wurden die Implantate nach einer Einheilungszeit von circa sechs Monaten inseriert. Bei keinem der Patienten traten Komplikationen oder postoperative Schmerzen auf. Das Allgemeinbefinden und die Arbeitsfähigkeit blieben unbeeinträchtigt.

Fallbeispiel

Stellvertretend für viele Fälle wird im Folgenden ein Sinuslift nach dem JEDER-Prinzip bei einer mehrkammerigen Kieferhöhle in der Region 26 vorgestellt. Auf der präoperativen Röntgenaufnahme (Abb. 2) sind im distalen Bereich von 26 ein deutliches knöchernes Septum sowie das vertikale Knochendefizit für eine Implantatinsertion zu erkennen. Die Entfernung des Zahns erfolgte circa drei Wochen vor der Augmentationsmaßnahme.

Über eine circa 3 mm breite Schleimhautinzision wurde der basale Knochen 5 mm tief aufgebohrt und anschließend der Kieferhöhlenboden punktförmig perforiert. Mit der Pumpvorrichtung wurde die Kieferhöhlenschleimhaut vorsichtig angehoben und 2,5 ml der Kochsalzlösung in den Hohlraum gepumpt. Nach der Entleerung der Flüssigkeit wurde eine pastenförmige Zubereitung eines feinkörnigen β-Tricalcium-phosphats (CERASORB®, curasan) mit einer Spritze in den Hohlraum eingebracht. Wegen einer Restknochenhöhe an der Perforationsstelle von 5 mm wurde das enossale Schraubenimplantat (SIC-ace, SIC-invent) im einzeitigen Vorgehen mit dem Sinuslift inseriert. Das Drehmoment bei der Insertion betrug 25 Ncm, welches eine ungestörte Einheilung des Implantats erwarten lässt.

Im postoperativen Röntgenbild (Abb. 3) ist erkennbar, dass das Implantat zentral in dem Knochenaufbaumaterial zu liegen kam und es gut begrenzt und stabil am Kieferhöhlenboden eingelagert ist.

Die Sinusbodenelevation nach JEDER kann aufgrund der Erfahrungen als ein zuverlässiges minimalinvasives Verfahren zur Knochenaugmentation im Oberkieferseitenzahnbereich uneingeschränkt empfohlen werden.

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