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Branchenmeldungen 28.06.2019

Mission possible: Existenzgründung mit Nachwuchs

Mission possible: Existenzgründung mit Nachwuchs

Karriere machen und gleichzeitig Mutter sein – geht das? Ja! Die Herausforderung „Familie & eigene Praxis“ war im April Thema eines neuen Veranstaltungsformats von dental bauer speziell für Zahnärztinnen mit Gründungsambitionen. Im Doppelinterview teilen die Referentinnen ihre ganz persönlichen Erfahrungen.

Dr. Birgit Riebeling bietet in ihrer Zahnarztpraxis Zahnalm im Herzen von Regensburg moderne, nachhaltige Zahnheilkunde und Ästhetik in entspannter Atmosphäre.

Wie hat sich für Sie der Traum von der eigenen Praxis erfüllt?

Nach zehn Jahren im Angestelltenverhältnis wollte ich mich beruflich verändern. Als ich die Jugendstilvilla am Stadtpark in Regensburg zum ersten Mal betreten habe, war ich so-fort verliebt, und so gründete ich 2014 meine Zahnalm.

Als Partner haben Sie sich für das Dentaldepot dental bauer entschieden – wieso?

Ein Freund und Kollege, auch selbstständig, gab mir die Telefonnummer von Rita Lenkner, Leiterin der dental bauer Niederlassung Regensburg, und nach einem Treffen im Café (wir haben das gleiche Lieblingscafé) fand ich sie sofort megasympathisch. Angebote habe ich trotzdem auch bei anderen Dentaldepots eingeholt – die Entscheidung für dental bauer war eine Bauchsache.

Welche Bedenken hatten Sie im Vorfeld?

Die Kredithöhe ist erst ein-mal eine Summe, die mir schon ein paar schlaflose Nächte bereitet hat – genauso wie die Tatsache, dass man bei einer Praxisneugründung zunächst kei-nen Patientenstamm hat.

Zeitgleich mit Ihrer Praxiseröffnung wurden Sie zum ersten Mal Mutter. Wie haben Sie die Herausforderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie gemeistert?

Im Nachhinein war es der allerbeste Zeitpunkt, denn mein Bestellbuch war zu Beginn noch nicht so ausgebucht wie heute! Meine Tochter hatte ihr Bettchen in meinem Büro und war die ersten drei Monate mit in der Praxis. Später habe ich mich mit Großeltern, Leihoma und Kita gut organisiert. Außerdem gibt es ja auch noch den Papa, der seine Rolle trotz eigener Selbstständigkeit sehr gut ausgefüllt hat – außer nachts, leider (lacht).

Was wäre bei Ihrer Existenzgründung fast „schiefgelaufen“ und wie haben Sie diese Hürden überwunden?

Schiefgelaufen ist zum Glück nichts wirklich Essenzielles, aber ich weiß jetzt, was es heißt, Lehrgeld zu bezahlen: Ich hatte Probleme mit meinem Praxislogo und musste dieses ein halbes Jahr nach Gründung nochmals ändern lassen, was viel Zeit, Nerven und auch Geld gekostet hat.

In der Zahnalm werben Sie mit einer hohen Flexibilität bzgl. der Termine. Wie realisieren Sie dennoch eine ausgeglichene Work-Life-Balance?

Tja, ich arbeite und lebe sehr gerne! Ich habe einen Beruf, den ich liebe, eine Praxis, die ich großgezogen habe, eine Tochter, die mich stolz macht, und ich habe meinen Traummann geheiratet – also alles in absoluter Balance (lacht). Aber viel Zeit für Sport oder Freizeit bleibt da nicht.

Welchen Tipp würden Sie Zahnärztinnen mit Niederlassungswunsch gern mit auf den Weg geben?

Setzt euch Ziele, damit ihr erfolgreich sein könnt. Wechselt nicht jede Windel selbst. Und wenn ihr nicht auf andere hören wollt, dann macht einfach, worauf ihr Lust habt: Das macht sowieso am meisten Spaß. Selbstständigkeit ist wirklich super – ich habe es jedenfalls noch keine Sekunde bereut!


Als Existenzgründungs- und Abgabeberaterin für dental bauer GmbH & Co. KG leitet Kathleen Suchanow regelmäßig Infoveranstaltungen für Zahnärzte mit Gründungsambitionen.

Die Zahnmedizin wird zunehmend weiblich. Wächst im gleichen Maß auch die Zahl der Niederlassungen von Frauen?

Im gleichen Maß würde ich nicht sagen. Die Niederlassungen werden generell weniger. 2008 waren es in Bayern 8.633, 2018 nur noch 8.145 – wobei die Zahl der niedergelassenen Zahnärztinnen gestiegen ist. Die Zahl der angestellten Zahnärzte ist zeitgleich in die Höhe geschossen: Heute sind es in Bayern über 2.000 Anstellungen mehr als noch vor zehn Jahren. Das hängt zum einen mit dem hiesigen Versorgungsgrad von 112 Prozent zusammen, zum anderen natürlich mit der Feminisierung des Berufs. Frauen sind im Anstellungsverhältnis durch das arbeitnehmerfreundliche Mutterschutzgesetz sehr gut geschützt und können sich so erstmal voll und ganz auf die Familiengründung konzentrieren.

Welche Gründungsform empfehlen Sie Frauen?

Das ist Typsache. Familienfreundliche Konzepte lassen sich sowohl in einer Einzelpraxis als auch in einer Gemeinschaftspraxis umsetzen.

Welche zeitlichen Aspekte gilt es, zu beachten?

Die Praxisgründung kann vor der Familiengründung sinnvoll sein, weil 100 Prozent der Aufmerksamkeit und Energie reingesteckt werden können. Und wenn die Praxis dann gut läuft, i. d. R. nach zwei bis drei Jahren, ist wieder mehr Zeit für Kinder vorhanden.

Aber auch nach der Familiengründung, wenn die Kinder aus dem Windelalter raus und gut in ein soziales Netzwerk eingebunden sind, ist es möglich, seinen Traum von der eigenen Praxis zu verwirklichen. Der Vorteil hier ist der Zugewinn an Reife durch die Erfahrung des Mutterseins.

Wo lohnt sich Ihrer Meinung nach eine Niederlassung?

Hier empfehle ich, eine gute Standortanalyse zu machen. Wir bei dental bauer haben ein Tool dafür sowie gute Kontakte und Netzwerke, sodass wir gemeinsam den richtigen Standort für das gewünschte Konzept finden.

Was sind die Pros und Cons der Selbstständigkeit?

Für eine Anstellung spricht das arbeitnehmerfreundliche Arbeitsrecht, durch das angestellte Zahnärzte geschützt sind. Ein Nachteil ist die Gebundenheit, z. B. was Konzepte und Ausstattung angeht, aber auch das Risiko jederzeit kündbar zu sein. Positiv in Hinblick auf die Selbstständigkeit ist wiederum die freie Wahl der Arbeitsweise, des Teams usw. Ein Manko ist die Arbeitszeit, vor allem in den ersten Jahren: Im Durchschnitt arbeitet jeder selbstständige Zahnarzt 46 Stunden pro Woche (davon sind 34 Stunden Behandlungszeit). Aber man weiß ja, wofür, denn die eigene Praxis ist nicht zuletzt auch eine Altersvorsorge.

Die Anmeldung zu Fortbildungsveranstaltungen von dental bauer ist über die existKONZEPTdb-Hotline Tel. 0800 6644718 oder unter www.dentalbauer.de/seminare möglich.

Fotos: Titelbild: © Mitch Rue, Kathleen Suchanow: © Christian Hoffmann – Catch the life photography

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