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Branchenmeldungen 25.02.2021

Neue Infokarte von Sanofi: Lokalanästhesie auf einen Blick

Neue Infokarte von Sanofi: Lokalanästhesie auf einen Blick

Foto: ©D.Thiem

Neue Infokarte von Sanofi: Die wichtigsten Empfehlungen zur Lokalanästhesie kompakt und auf den Punkt gebracht

Die Verschiebung der demografischen Struktur hin zu einer älteren Gesellschaft und der wachsenden Anzahl an chronischen Erkrankungen macht sich auch in der Zahnarztpraxis bemerkbar. Besonders bei der dentalen Lokalanästhesie sollte der allgemeine Gesundheitszustand von Patienten beachtet werden. Die sorgfältige Anamnese ist essenziell, um das optimale Lokalanästhetikum und die richtige Dosierung des Vasokonstriktors für den Patienten individuell zu ermitteln. Die Wahl ist zudem abhängig von der Indikation, dem Applikationsort und der Injektionstechnik. Die wichtigsten Empfehlungen zur Lokalanästhesie mit Articain sind immer griffbereit auf der neuen Info-Karte „Differenzierte Lokalanästhesie“ von Sanofi zusammengefasst. Diese steht zum Download bereit, kann hier oder beim Außendienst postalisch bestellt werden.

Frei nach dem Motto „viel hilft viel“ wird in Deutschland für eine sichere Schmerzausschaltung häufig überdosiert beziehungsweise die Anästhesielösung mit dem höchsten Adrenalinzusatz gewählt (über 40 Prozent). Das muss nicht immer sein und kann sogar zu Zwischenfällen führen. Liegen z. B. mehrere Erkrankungen gleichzeitig vor oder erhält der Patient mehr als zwei Medikamente, steigt das Risiko für mögliche Komplikationen deutlich an. Der Adrenalinzusatz 1:100.000 hat seine Berechtigung bei der Infiltrationsanästhesie für besonders lang andauernde Eingriffe, bei der intraligamentären Anästhesie und bei der Leitungsanästhesie dagegen sollte zu einer reduzierten Lösung gegriffen werden. Kurz gesagt, das Prinzip „One fits all“ ist längst überholt. Denn das Ziel ist nicht mehr nur eine schmerzfreie Behandlung. Es gilt auch, auf die individuelle Krankenvorgeschichte einzugehen und die Patientenwünsche zu berücksichtigen, z. B. eine schnell abklingende, aber dennoch sichere örtliche Betäubung. Eine differenzierte Lokalanästhesie – situations- und patientenadaptiert – ist daher unbedingt erforderlich. Es gilt der Leitsatz: So wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Anamnese als Fundament

Vor allem die zunehmenden chronischen Erkrankungen, mit denen Patienten in die Zahnarztpraxis kommen, machen eine ausführliche Anamnese erforderlich. Sie trägt dazu bei, den Patienten mit all seinen Risikofaktoren und Erwartungen an die Behandlung bestmöglich einzuschätzen. Dazu gehört auch ein persönliches Gespräch, dessen Erkenntnisse auf dem ausgefüllten Anamnesebogen handschriftlich ergänzt werden können. Neben den medizinisch relevanten Informationen zu Vorerkrankungen, Allergien, Medikamenteneinnahmen und subjektiven Beschwerden sollte der psychosoziale Lebenskontext durch den Behandler abgefragt werden. Aus den Antworten lassen sich dann Schlüsse auf die benötigte Lokalanästhesie ziehen.5 Hier geht es vor allem um die Frage: Welcher Adrenalinzusatz sollte zum Einsatz kommen? Denn dieser ist mehr als das Anästhetikum selbst Grund für unerwünschte Ereignisse. Einige Vorerkrankungen stellen absolute oder relative Kontraindikationen dar, die Medikamenteneinnahme erhöht das Risiko bei höherem Adrenalinzusatz ebenso. Gegebenenfalls ist die Rücksprache mit dem behandelnden Hausarzt nötig, um einen Behandlungsplan sicher abzustimmen und stress- sowie schmerzfrei zu behandeln und so den endogenen Adrenalinspiegel in Kombination mit dem eventuell injizierten Adrenalin möglichst gering halten zu können.3,5

Wahl des Lokalanästhetikums nach Patiententypus, Indikation und Eingriffsdauer

Risikogruppen für die Lokalanästhesie sind nicht nur Patienten mit Vorerkrankungen, wie Herz- Kreislauferkrankungen, Leberinsuffizienz oder endokrinologischen Erkrankungen. Auch die verschiedensten Patientengruppen, z. B. der unterschiedlichen Altersklassen oder Schwangere, spielen eine wichtige Rolle. Auf der Karte sind die Patienten nach ASA-Gruppe und besonderen Patienten klassifiziert (siehe Tabelle 1). Patienten ab einer Einstufung von ASA 4 gelten als nicht ausreichend belastbar und sollten daher nur stationär behandelt werden.

ASA 1: gesunde Patienten
ASA 2: Patienten mit leichter Allgemeinerkrankung ohne Leistungseinschränkung wie Hypertonie, chronische Bronchitis, gut eingestellter Diabetes mellitus
ASA 3: Patienten mit schwerer Allgemeinerkrankung wie Herzrhythmusstörungen, Leberzirrhose und Lungenemphysem
ASA 4: Patient mit schweren Allgemeinerkrankungen, die das Leben des Patienten bedrohen
ASA 5: Moribunder Patient
ASA 6: Patient vor der Organentnahme
Zusätzlich “besondere Patienten”: Kinder, Schwangere, Personen >65 Jahre

Tabelle 1: Patientenklassifikation auf der Karte: ASA-Klassifikationen nach Saklad M. et al. Grading of patients for surgical procedures. (ASA 6 später ergänzt)7, erweitert um besondere Patienten

Nach Indikation und Eingriffsdauer ergeben sich daraus folgende Empfehlungen für die Patientengruppen :

  1. Längere, schmerzhafte Eingriffe mit einer Behandlungsdauer bis zu 75 Minuten (z. B. Wurzelspitzenresektion im Seitenzahnbereich, Osteotomie, Setzen von mehr als zwei Implantaten, Vestibulumplastik, Sinuslift, multiple Präparationen): Bis ASA 2 kann Articain mit dem Adrenalinzusatz 1:100.000 verwendet werden (Ultracain® D-S forte) , ab ASA 3 und besonderen Patienten sollte dieser reduziert werden und ggf. eine fraktionierte Anästhesie erfolgen.
  2. Routineeingriffe mit einer Behandlungsdauer von bis zu 45 Minuten (z. B. Zahnextraktion, Exzision, Inzision, Kavitäten-Präparationen, einfache Osteotomien, Implantationen und chirurgische Eingriffe): Über alle Patientengruppen hinweg kann Articain mit einem reduzierten Adrenalinzusatz von 1:200.000 verwendet werden (Ultracain® D-S), vorausgesetzt es liegen keine Kontraindikationen vor.9
  3. Bei kurzen, weniger schmerzhaften Eingriffen mit einer Behandlungsdauer von bis zu 20 Minuten (z. B. <2 Kavitäten-Präparationen, oberflächliche chirurgische Eingriffe, Kronenstumpfpräparationen, Implantatfreilegung, Vitalexstirpation): Alle Patienten können Articain ohne Adrenalin erhalten (Ultracain® D ohne Adrenalin), vorausgesetzt es liegen keine Kontraindikationen vor.

Wahl des Lokalanästhetikums nach Applikationsort und Spritzentechnik

Abhängig von der Indikation und dem Applikationsort muss zudem die richtige Spritzentechnik gewählt werden, die wiederum die finale Auswahl der Anästhesielösung bedingt. Folgende Empfehlungen sind auf der Karte vermerkt:

  1. Leitungsanästhesie: Im posterioren Unterkiefer empfiehlt sich der Einsatz von Articain 1:200.000, bei absoluten Adrenalin-Kontraindikationen ist Articain ohne Adrenalin indiziert. Im anterioren Unterkiefer sowie im Oberkiefer können beide Lösungen zum Einsatz kommen, hier empfiehlt es sich aber zum Teil, auf andere Injektionstechniken zurückzugreifen.
  2. Infiltrationsanästhesie: In allen Bereichen kommt in der Regel Articain 1:200.000 zum Einsatz. Im posterioren Unterkiefer kann auch 1:100.000 verwendet werden, hier könnte aber stattdessen auch auf andere Techniken ausgewichen werden. Für wenig schmerzhafte und kurze Routineeingriffe eignet sich im Oberkiefer auch Articain ohne Vasokonstriktor.
  3. Intraligamentäre Anästhesie: An allen Applikationsorten genügt bei der ILA ein Adrenalinzusatz von 1:200.000, wobei auch Articain ohne Adrenalin angewendet werden kann, z. B. bei Risikopatienten. Die Info-Karte mit den kompakten Empfehlungen ist immer schnell griffbereit. So lässt sich für jede Art des Eingriffs sowie jeden Patienten, ob gesund oder komorbid, schnell das individuell geeignete Lokalanästhetikum finden.


Die doppelseitige Info-Karte ist immer schnell griffbereit und fasst kompakt die wichtigsten Empfehlungen zur Lokalanästhesie zusammen – nach Patiententypus und Eingriffsdauer sowie Applikationsort und Spritzentechnik.

Jetzt bestellen

Interessierte können die Info-Karte jetzt online bestellen unter www.dental.sanofi.de/bestellcenter/suchergebnisse oder telefonisch unter der kostenlosen Rufnummer 0800 52 52 010.

Abgabekarten sind auch zu weiteren Patientengruppen verfügbar, z. B. antikoagulierten Patienten und Diabetikern. Darüber hinaus stehen Experten-Empfehlungen wie der Leitfaden zur differenzierten Lokalanästhesie zur Verfügung. Praktische Tipps und Fachinformationen erhalten Praxisteams quartalsweise im Sanofi Scientific Newsletter. Zur Anmeldung: https://dental.sanofi.de/dental-scientific-news

Sanofi-Aventis Deutschland GmbH www.dental.sanofi.de
0800 5252 010

Literatur:
[1] Robert Koch-Institut (Hrsg), Chronisches Kranksein. Faktenblatt zu GEDA 2012.Ergebnisse der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell 2012“. RKI, Berlin 2014, www.rki.de/geda (Stand: 25.10.2014).
[2] Halling F, Verbrauch dentaler Lokalanästhetika in Deutschland und im internationalen Vergleich, DZZ 2015; 70 (6):426-432.
[3] Daubländer M et al., The Incidence of Complications Associated with Local Anethesia in Dentistry. American Dental Society of Anesthesiology, 1997; 44: 132-141.
[4] Liebaug F, Wu N, Intraligamentäre Anästhesie bei anatomisch eng begrenzten dentoalveolären Eingriffen. Oralchirurgie Journal (OJ). 4/2011;20–2.
[5] Liebaug F et al., Differenzierte Lokalanästhesie. Ein praxisnaher Leitfaden. Dental Magazin. 2016; 34 (8): 42-47.
[6] Daubländer M, „Lokalanästhesie in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“, in Van Aken, H. und Wulf, H. (Hrsg.), Lokalanästhesie, Regionalanästhesie, Regionale Schmerztherapie. 3. Überarb. Auflage, Stuttgart – New York, Georg Thieme Verlag 2010, 585-636.
[7] Saklad M. Grading of patients for surgical procedures. Anesthesiology 1941; 2:281-4.
[8] Halling F, Leitfaden zur Lokalanästhesie – Immer individuell dosieren, zm 2015(19):60-62. Sowie Abgabekarte nach Halling: https://dental.sanofi.de/Downloads?id=135f6c03-16cc-45e5-ba5a-70363ccb3a53 (Letzter Zugriff: 10.02.2021).
[9] Fachinformation Ultracain® D-S / Ultracain® D-S forte, Stand September 2020.
[10] Fachinformation Ultracain D® ohne Adrenalin, Stand April 2017.

Quelle: Sanofi

Pharmazeutische Informationen

Pharmazeutische Information

Ultracain® D-S. Ultracain® D-S forte. Ultracain® D ohne Adrenalin. Wirkstoffe: Articain-HCl, Epinephrin-HCl. Zusammens.: U. D-S u. U. D-S forte: 1 ml Inj.-Lsg. enth.: Arzneil. wirks. Bestandt. 40 mg Articain-HCl, 6/12 mg Epinephrin-HCl. Sonst. Bestandt.: NaCl, Wasser f. Inj.-zw. Ultracain D oh. Adrenalin zusätzl.: NaOH, Salzsäure 10% z. pH-Einst. D-S/D-S forte zusätzl.: Na-metabisulfit. D-S Amp. 1,7 ml zusätzl.: NaOH, Salzsäure 10% z. pH-Einst. Zuber. i. Mehrfachentn.-fl. zusätzl.: Methyl-4-hydroxybenzoat, Salzsäure 10% z. pH-Einst. Anw.-geb.: D-ohne Infiltrations- u. Leitungsanästhesie i. d. Zahnheilkunde. Eignet sich vor allem für kurze Eingriffe an Pat., d. aufgrund bestimmter Erkrank. (z. B. Herz-Kreislauf-Erkr. od. Allergie geg.d. Hilfsst. Sulfit) kein Adrenalin erhalten dürfen sowie z. Injekt. kleiner Volumina (Anwendung i. d. Frontzahnregion, im Ber. d. Gaumens). D-S: Routineeingriffe wie komplikationslose Einzel- u. Reihenextraktionen, Kavitäten- u. Kronenstumpfpräparat. D-S forte: Schleimhaut- u. knochenchirurg. Eingr., pulpenchirurg. Eingr., Osteotomie, läng. dau. chirurg. Eingr., perkut. Osteosynth., Zystektomie, mukogingivale Eingr., Wurzelsp.-resekt. Gegenanz.: Überempf. gg Articain u. and. Lokalanästh. v. Säureamidtyp od. e. d. sonst. Bestandt. Wg Articain: Schw. Störg d. Reizbildgs- od. Reizleitgssyst. am Herzen, akut dekompens. Herzinsuff., schw. Hypotonie. U. D-S u. U. D-S forte zusätzl.: Sulfitüberempfindlichkeit bei Bronchialasthmatikern. Wg. Epinephringeh.: Engwinkelglaukom, SD-Überfkt, paroxysm. Tachykardie od. hochfreq. absol. Arrhythmien, Myokardinfarkt innerh. d. letzten 3–6 Mo., Koronararterien-Bypass innerh. d. letzten 3 Mo., gleichz. Einn. v. nicht-kardioselekt. Betablockern, Phäochromozytom, schw. Hypertonie, gleichz. Einn. v. trizykl. Antidepr. od. MAO-Hemmern (bis 14 Tage nach Ende der MAO-Behandlung), Anästh. d. Endglieder von Extremitäten. Intravenöse Inj. Zusätzl. f. Mehrf.-entn.-fl.: Parabenallergie. Warnhinw. u. Vorsichtsmaßn.: Arzneimittel für Kinder unzugängl. aufbewahren. Die Fl./Amp. im Umkarton aufbewahren, um Inh. v. Licht zu schützen. Zusätzl. Zuber. i. Mehrfachentn.fl.: Nicht über 25°C lagern. Nach Anbr. 2 Tage haltbar. Nebenw.: Immunsyst.: nicht bek.; Überempf.-reakt. (ödemat. Schwellg./Entzündg d. Inj.-st., Rötg., Juckreiz, Konjunktivitis, Rhinitis, Gesichtsschwellg, Angio-, Glottisödem m. Globusgef. u. Schluckbeschw., Urtikaria, Atembeschw. bis anaphylakt. Schock. Nerven: häufig: Parästhesie, Hypästhesie. Gelegentl.: Schwindel. Nicht bek.: dosisabh. ZNS-Störg w. Unruhe, Nervosität, Stupor, Benommenh., Koma, Atemstörung (bis -stillstand), Msklzittern u. -zucken (bis generalis. Krämpfe), Nervenläsionen b. fehlerh. Injektionstechn. o. anatom. Verhältn.: Fazialisparese, Geschmacksempfindl.vermind. Augen: nicht bek.: Sehstör. i. Allg. vorübergeh. Herz u. Gefäße: nicht bek.: Hypotonie, Bradykardie, Herzversagen, Schock (u.U. lebensbedrohl. GIT: häufig: Übelk., Erbrechen. Zusätzl. U. D-S u. U. D-S forte: Nerven: häufig: Kopfschm. Herz u. Gefäße: gelegentlich: Tachykardie. Allg. Erkr.: nicht bek.: b. versehentl. intravas. Inj. ischämische Zonen i. Inj.-ber. bis z. Nekrose. Hinweise: Selten: Natriummetabisulfit kann Überemf.-reakt. u. Bronchspasmen auslösen m. Erbrechen, Durchf., keuch. Atmg, ak. Asthmaanfall, Bewusstseinsstörg, Schock. Überempf.-reakt. auf Methyl-4-hydroxybenzoat (auch Spätreakt.), selten Bronchospasmen. Verschreibungspflichtig.

Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, 65296 Frankfurt am Main.

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