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Branchenmeldungen 30.04.2020

Notstand bei Schutzkleidung: Zahnärzte ziehen blank

Notstand bei Schutzkleidung: Zahnärzte ziehen blank

Ausreichend Schutzkleidung in (Zahn-)Arztpraxen? Fehlanzeige. Das ist die nackte Wahrheit – doch europäische Regierungen scheinen auf diesem Auge blind. Mit einer außergewöhnlich freizügigen Protestaktion machen Ärzte und Zahnärzte ihrem Unmut derzeit Luft.

Unverblümt unverhüllt, so zeigen sich derzeit Hunderte Mediziner und Zahnärzte im Netz und sagen damit geradeheraus, sie haben genug. Genug davon, von der Politik missachtet zu werden, obwohl sie es doch sind, die tagtäglich an vorderster Front „kämpfen“.

In Deutschland läuft die derzeitige Protestaktion, von Hausärzten ins Leben gerufen, unter dem Titel #blankebedenken. Unter der gleichnamigen Website zeigen die Ärzte, wie ihre Arbeit in nächster Zeit aussehen werde, wenn ihnen auch noch die letzten Reserven an Schutzmaterialien ausgehen. Aussagen wie „Ich habe gelernt, Wunden zu nähen. Warum muss ich jetzt Masken nähen können?“ lassen keinen Zweifel an deren Ärger. In erster Linie fordern sie von der Politik Schutzkleidung, insbesondere FFP2-Masken. Auf lange Sicht wollen sie aber auch stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden werden, beispielsweise durch Beratungsgremien.

Während sich hierzulande bisher nur Ärzte getraut haben, blank zu ziehen, sind es in Frankreich vornehmlich die Zahnärzte. Auch sie wollten sich Gehör verschaffen und weisen mit nackten Tatsachen auf die vielen Gefahren ihres Berufs hin. Auf Facebook haben bereits unzählige Zahnärzte teilgenommen und ihre unverhüllten Bilder gepostet. Sie laufen unter dem Hashtag ##dentisteapoil (nackte Zahnärzte).

Aufmerksamkeit haben sie in jedem Fall erreicht. Bleibt nur zu hoffen, dass ihre Anklage von der Politik auch ernst genommen wird und Taten folgen.

Foto Teaserbild: Gabriel McCallin – Unsplash.com

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