Branchenmeldungen 07.05.2026
Orale Mikrobiologie: Prävention beginnt im Mikrobiom
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Karies, Gingivitis oder Parodontitis stehen daher häufig im Zusammenhang mit einer Dysbiose des oralen Mikrobioms.
Traditionell konzentrierte sich die Prävention oraler Erkrankun-gen vor allem auf die mechanische Plaqueentfernung sowie auf antibakterielle Wirkstoffe. Während die mechanische Reinigung weiterhin die Grundlage der Mundhygiene bildet, rückt heute zunehmend ein anderer Aspekt in den Mittelpunkt: die Stabilität des mikrobiellen Gleichgewichts im Biofilm.
Im Fokus: Balance des oralen Mikrobioms
Moderne Präventionsstrategien zielen daher nicht primär darauf ab, Bakterien zu eliminieren, sondern die Balance des oralen Mikrobioms zu stabilisieren. Ein gesundes mikrobielles Gleichgewicht kann dazu beitragen, dass sich pathogene Mikroorganismen weniger stark ausbreiten und entzündliche Prozesse begrenzt werden.Neben klassischen Maßnahmen gewinnen daher mikrobiomorientierte Konzepte zunehmend an Bedeutung. Prä-, Pro- und Postbiotika können dazu beitragen, die natürliche Balance der Mundflora zu unterstützen und die Stabilität der mikrobiellen Gemeinschaft im Biofilm zu fördern.
Einfluss von Bakterien auf Nitrat-Nitrit-NO-Stoffwechsel
Ein stabiles orales Mikrobiom ist jedoch nicht nur für die Mundgesundheit relevant. In den vergangenen Jahren zeigen wissenschaftliche Studien, dass bestimmte Bakterien der Mundflora eine wichtige Rolle im sogenannten Nitrat-Nitrit-NO-Stoffwechsel spielen. Dabei wird Nitrat aus der Nahrung zunächst durch orale Mikroorganismen zu Nitrit reduziert. Dieses kann im weiteren Stoffwechsel zu Stickstoffmonoxid (NO) umgewandelt werden – einem zentralen Botenstoff des Körpers, der unter anderem an der Regulation der Gefäßweite und der Blutdruckkontrolle beteiligt ist.
Orales Mikrobiom × allgemeinmedizinische Forschung
Damit rückt das orale Mikrobiom zunehmend auch in den Fokus der allgemeinmedizinischen Forschung. Veränderungen der Mundflora könnten nicht nur lokale Prozesse im Mundraum beeinflussen, sondern auch Auswirkungen auf Gefäßfunktion und Stoffwechsel haben. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Stabilisierung eines gesunden oralen Mikrobioms als ergänzender Ansatz der Prävention zunehmend an Bedeutung. Zahnpasten und Mundspüllösungen können dabei als Träger mikrobiomunterstützender Inhaltsstoffe dienen und entsprechende Strategien in die tägliche Mundpflege integrieren.