Branchenmeldungen 10.03.2026
Österreichs Kinderzähne im Check
Die Studie wurde zwischen Oktober 2023 und Juni 2024 durchgeführt und umfasst eine bundesweit repräsentative Stichprobe von 4.084 Kindern der ersten Primarstufe (Geburtsjahrgänge 2016 und 2017).
Der langfristige Trend zu mehr Kariesfreiheit im Milchgebiss hält an, verlangsamt sich jedoch deutlich. Aktuell sind 58 Prozent der Kinder kariesfrei; das von der WHO angestrebte Ziel von 80 Prozent wird weiterhin klar verfehlt. Gleichzeitig besteht ein erheblicher Behandlungsbedarf: 29 Prozent der Kinder benötigen aufgrund unbehandelter kariöser Läsionen eine akute zahnmedizinische Versorgung, der Sanierungsgrad liegt bei lediglich 28 Prozent. Die durchschnittliche Karieserfahrung (dmft-Index) beträgt 1,9 und liegt damit im europäischen Mittelfeld.
Zunehmend ins Blickfeld rückt auch die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH). 13 Prozent der untersuchten Kinder sind betroffen, Hypomineralisationen der Milchzähne (MMH) wurden bei fünf Prozent festgestellt, 15 Prozent zeigen Veränderungen in beiden Dentitionen. Die MIH-Prävalenz entspricht internationalen Vergleichswerten. Die erstmals national erhobenen MMH-Daten sind epidemiologisch besonders relevant und sprechen für eine frühzeitige, routinemäßige Erfassung bereits im Milchgebiss.
Die Mehrheit der Kinder nimmt regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen wahr, dennoch erfolgt der erste Zahnarztkontakt teils spät: sieben Prozent der Kinder waren zum Erhebungszeitpunkt noch nie zahnärztlich untersucht worden. Deutlich ausgeprägt bleiben soziale und regionale Unterschiede in der Mundgesundheit. Eltern schätzen den Zahnstatus ihrer Kinder überwiegend realistisch ein und spielen damit eine zentrale Rolle in der Prävention.
Insgesamt zeigt die Zahnstatuserhebung 2023/24 weitere, wenn auch gebremste Fortschritte in der Mundgesundheit von Kindern. Zugleich macht sie den anhaltend hohen Präventions- und Versorgungsbedarf deutlich. Insbesondere unbehandelte Milchzahnkaries und die relevante Prävalenz von Hypomineralisationen erfordern eine konsequente Stärkung früh einsetzender Präventions- und Versorgungskonzepte.
Quelle: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz