Branchenmeldungen 18.02.2026

Wer nicht ausbildet, soll zahlen: Lehrlingszahlen in Österreich auf Tiefstand



Österreichs Lehrlingsausbildung bleibt weiterhin unter Druck. Laut Lehrlingsstatistik der Wirtschaftskammer Österreich  befanden sich mit Stichtag 31. Dezember 2025 bundesweit 102.878 Jugendliche in Ausbildung. Das entspricht einem Minus von 3,4 Prozent gegenüber 2024 und markiert einen neuen Tiefstand.

Wer nicht ausbildet, soll zahlen: Lehrlingszahlen in Österreich auf Tiefstand

Foto: Andrey Orlov – stock.adobe.com

1980 wurden noch knapp 200.000 Lehrlinge gezählt, 2010 rund 130.000. Der Rückgang seit 1980 liegt damit bei rund 44 Prozent. Die Zahlen basieren auf Verwaltungsdaten der Wirtschaftskammern und werden durch Auswertungen des Wirtschaftsministeriums, Statistik Austria sowie des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft bestätigt.

Vor diesem Hintergrund sorgt ein Vorschlag der Produktionsgewerkschaft PRO-GE für Diskussionen. Laut Kronen Zeitung fordert sie einen Lehrkostenausgleichsfonds. Betriebe ohne Lehrlinge sollen künftig Beiträge leisten. „Wer heute nicht ausbildet, wird morgen umso lauter nach Fachkräften rufen müssen“, wird PRO-GE-Chef Reinhold Binder zitiert. Auch für das Gesundheitswesen und Zahnarztpraxen ist die Entwicklung relevant. Viele Ordinationen bilden zahnärztliche Assistenzen selbst aus und sind langfristig auf qualifizierten Nachwuchs angewiesen. Sinkende Ausbildungszahlen könnten den bereits bestehenden Fachkräftedruck weiter verschärfen.

Quellen: WKO-Lehrlingsstatistik; Bundesministerium für Wirtschaft; Statistik Austria; ibw; Kronen Zeitung

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