Anzeige
Branchenmeldungen 02.09.2016

Die Gesundheit im Blick: „Perio for a better life“

Die Gesundheit im Blick: „Perio for a better life“

Spannende Themen und hochkarätige internationale Referenten: Die 46. Jahrestagung der SSP in Bern war ein voller Erfolg.

Die von der European Federation of Periodontology (EFP) gestartete, gross angelegte Medienkampagne „Perio for a better life“ hat das Ziel, allen Bevölkerungsschichten Europas Wissen um die Bedeutung der frühen Erkennung und Therapie parodontaler Erkrankungen zu vermitteln. Die Unterstützung dieser Kampagne liegt im ureigensten Interesse der SSP. Mit ihrem Wissenschaftsprogramm auf der diesjährigen Jahrestagung leistete die Schweizerische Gesellschaft für Parodontologie (SSP) einen wertvollen Beitrag zu diesem Vorhaben.

Der am 1. und 2. September durchgeführte diesjährige Kongress der SSP thematisierte mit dem Motto „Perio for a better life“ die Mundgesundheit im Kontext zu systemischen Erkrankungen.

International namhafte Referenten aus Spanien, Österreich, Griechenland, Grossbritannien, Schweden, Brasilien, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich und der Schweiz präsentierten neueste wissenschaftliche Ergebnisse und deren Implikationen für die klinische Praxis.

Themenvielfalt

Schwere Parodontitis ist laut einer Studie die sechst schwerste, nicht übertragbare Erkrankung weltweit; elf Prozent der Bevölkerung sind betroffen, und bei den älteren Patienten leiden sogar 60 Prozent unter der Erkrankung und ihren Folgen. Alarmierende Zahlen, die verdeutlichen, wie wichtig die Forschung auf diesem Gebiet ist und wie notwendig die Kenntnisvermittlung über die gesundheitlichen Zusammenhänge.

Am ersten Konferenztag wurde intensiv über den Einfluss von Parodontitis auf Diabetes (Prof. Dr. Mariano Sanz), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (PD Dr. Gernot Wimmer), Frühgeburten (Prof. Dr. Phoebus Madianos), Rheumatoider Arthritis (Prof. Dr. Iain Chapple) und Alzheimer (Prof. Dr. Nicola West) berichtet.

Ein weiteres Schwerpunktthema war der Einsatz von Antibiotika. Kontrovers diskutiert wurde das Pro und Kontra für die Verabreichung von Amoxicillin, Metronidazol & Co. 25.000 Patienten pro Jahr versterben in Europa, weil sie Antibiotikaresistenzen haben. Der Trend, Antibiotika einzusetzen, ist allgemein rückläufig; lediglich Zahnärzte greifen im Vergleich zu Vorjahren verstärkt auf die Therapieoption zurück. Eine besorgniserregende Entwicklung, so Prof. Dr. David Herrera.

Zu den Take Home Messages des Beitrages „Behandlungsplanung und Antibiotika“ von Prof. Dr. Andrea Mombelli gehörte der Hinweis, Antibiotika sollten gezielt nur dort eingesetzt werden, wo sie wirklich notwendig sind. Angezeigt sind sie häufiger bei der Behandlung von Molaren, da hier durch eher ungünstige Rahmenbedingungen Heilungsprozesse erschwert sind.

Am Freitagmorgen startete Prof. Dr. Thomas Kocher mit einem statistischen Überblick über die Prävalenz der Parodontitis. Anhand von Querschnittsstudien und unter Einbezug der aktuellen Daten aus der

DMS V konnte er aufzeigen, dass Parodontitiserkrankungen rückläufig sind, und erläuterte die Ursachen dieser positiven Entwicklung.

Beiträge über „Früh beginnende Formen der Parodontitis“ (Prof. Dr. Jörg Meyle), „Die Rolle der Adipositas bei der parodontalen Erkrankung und Heilung“ (Prof. Dr. James Deschner), den Einsatz von Probiotika bei der Paro-Behandlung (Prof. Dr. Wim Teughels) sowie die orale Gesundheit und der Leistungssport (Prof. Dr. Ian Needleman) brachten ebenfalls grossen Erkenntnisgewinn.

Auf breites Interesse stiessen auch die Referate des Freitagnachmittags. Prof. Dr. D. Knut Grötz sprach über „Systemische Kompromittierung der Weich- und Hartgewebsheilung“ und die schwedischen Kollegen Prof. Dr. Tord Berglundh und Prof. Dr. Stefan Renvert sowie der Franzose Prof. Dr. Jean-Louis Giovannoli thematisierten die Behandlung der Periimplantitis.

Die beiden Donnerstagssektionen standen unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Dr. h.c. Anton Sculean und Prof. Dr. Dr. h.c. Niklaus Lang, am Freitag hatten PD Dr. Christoph Ramseier und Prof. Dr. Giovanni Salvi die Moderation der Vortragsblöcke übernommen.

Ehrungen

Die SSP-Jahrestagung bot auch in diesem Jahr wieder den würdigen Rahmen für die Verleihung von Auszeichnungen. Die Preisträger des diesjährigen Posterwettbewerbes waren Dr. Raluca Cosgarea (1. Preis) und Dr. Meizi Eliezer (2. Preis). Ferner wurden auch der SSP-GABA- (Dr. Tobias T. Hägi) und der Oral B-Preis (Dr. Christin Stoecklin-Wasmer) verliehen.

Begleitet wir das zweitägige Event auch in diesem Jahr wieder von einer themenspezifischen Dentalausstellung.

Neuer SSP-Präsident

Auf der Mitgliederversammlung während der 46. Jahrestagung der Fachgesellschaft wurde auch ein neuer Präsident gewählt. Prof. Sculean übergab den Vorsitz an Dr. Patrick Gugerli aus Neuchâtel, bisheriges Vorstandsmitglied der SSP.

Foto: © OEMUS MEDIA AG
Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper

Anzeige