Branchenmeldungen 20.11.2025
„Solche Plattformen fachlichen Austauschs sind Gold wert“
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Warum er sich überhaupt als next generation speaker auf die Bühne gestellt hat – dem und mehr geht das Interview nach
Herr Rechlin, können Sie uns bitte kurz Ihren Werdegang und Ihre derzeitige Berufssituation schildern?
Als gebürtiger Berliner bin ich nach dem Zahnmedizinstudium an der Charité geblieben und arbeite dort seit zwei Jahren als Assistenzzahnarzt. Das Besondere an meiner Position ist, dass ich nicht nur behandle, sondern auch Studierende unterrichte und gleichzeitig an einem Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mitarbeiten kann, das wir gemeinsam mit der TU Berlin und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) durchführen. Für jemanden wie mich, der sich für neue Technologien begeistert, ist das ideal – ich kann sowohl praktisch arbeiten als auch wissenschaftlich forschen. Die drei Säulen Klinik, Lehre und Forschung unter einen Hut zu bekommen ist zwar manchmal anspruchsvoll, aber genau das macht es spannend.
Was hat Sie motiviert, beim Forum young talents auf der ADT 2025 mitzuwirken?
Die neue Altersgrenze von 30 Jahren hat mir überhaupt erst die Chance gegeben. Letztes Jahr war ich Zuschauer und fand es faszinierend, wie die Teilnehmer ihre Projekte präsentiert haben. Besonders Samuel Fuhrer hat mich beeindruckt – nicht nur fachlich, sondern auch seine Ausstrahlung. Da kam mir der Gedanke: Ich habe auch Themen, die mich brennend interessieren, warum nicht mal selbst auf die Bühne? Es war weniger der Wettkampf, der mich gereizt hat, sondern die Chance, mit Gleichgesinnten über digitale Innovationen zu diskutieren. Solche Plattformen für den fachlichen Austausch sind Gold wert.
Können Sie uns bitte kurz das Thema Ihres Vortrags erläutern und was Sie daran spannend finden?
Mein Vortrag handelt von meiner Reise mit dem 3D-Druck – angefangen 2016 mit dem Kauf meines ersten Druckers bis hin zum professionellen Einsatz heute. Der Titel „Von Schraubenschlüsseln zu digitalen Lösungen" spielt darauf an, dass ich früher alles mit klassischen Werkzeugen gebaut habe, heute aber fast alles digital entwerfe und drucke. Was mich daran fesselt: Die Zahnmedizin ist wie gemacht für diese Technologie. Wir brauchen individuelle, passgenaue Lösungen – genau das, was additive Fertigung kann. Besonders am Herzen liegen mir dabei der Open-Source-Gedanke und die Reparierbarkeit. Jeder mit einem Drucker soll meine Designs kostenfrei herunterladen, nachdrucken und weiterentwickeln können. Das schafft eine völlig neue Art der Zusammenarbeit und macht uns unabhängiger von teuren Ersatzteilen.
Wie war das Feedback aus dem Publikum auf Ihren Vortrag?
Nach dem Vortrag kamen viele interessante Gespräche zustande. Überraschend war, wie viele Kollegen schon selbst mit 3D-Druck experimentieren oder zumindest großes Interesse haben. Einige haben mir erzählt, dass sie sich bisher nicht getraut haben, über Standard-Anwendungen hinauszugehen. Das hat mir gezeigt, dass es wirklich einen Bedarf für mehr Austausch gibt. Seitdem stelle ich meine Designs regelmäßig online, sodass sie kostenlos heruntergeladen, gedruckt und weiterentwickelt werden können. Die Resonanz ist durchweg positiv und motiviert mich, weiterzumachen. Es ist schön zu sehen, wenn andere von den eigenen Ideen profitieren können.
Weitere Infos zu den Arbeiten von Jonas Rechlin auf rechlins.net und bei Instagram geklaut.bei.rechlin.
Next generation of speakers hergehört!
Auch 2026 gibt es wieder die Möglichkeit, bei den ADT young talents aufzutreten. Anmeldungen werden bis zum 15. März 2026 entgegengenommen.
Im Flyer gibt es alle Infos zu den Benefits einer Teilnahme am Wettbewerb.