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Branchenmeldungen 20.03.2020

Studie: Berufe der Zahnmedizin haben höchstes Corona-Risiko

Studie: Berufe der Zahnmedizin haben höchstes Corona-Risiko

Die Regierung fährt gerade das gesamte öffentliche Leben runter, um die Verbreitung des Coronavirus auszubremsen. Eine aktuelle Studie zeigt nun, eine Personengruppe ist besonders gefährdet, sich anzustecken: Mitarbeiter der Zahnmedizin.

Zu diesem Ergebnis kam eine aktuelle US-amerikanische Analyse, die Daten aus der Berufsdatenbank O*NET OnLine occupational database heranzog. 968 Berufe wurden einer Risikobewertung nach folgenden sechs Kriterien unterzogen: die Exposition gegenüber Krankheiten und Infektionen, Kontaminanten, gefährlichen Bedingungen, Strahlung, Risiken von Verbrennungen, Stichen, Schnitten, Bissen sowie die Zeit, in der gesessen wird. Die Bewertung erfolgte auf einer Skala von 0 bis 100 – wobei ein steigender Punktwert ein höheres Risiko bedeutet.

Erschreckend: Vier der fünf Berufe, die am stärksten gefährdet sind, kommen aus dem zahnmedizinischen Bereich. Am gefährlichsten ist die Arbeit der Dentalhygieniker. Der Beruf erhielt in der Gesamtbewertung aller Kriterien 72,8 Punkte. Die Exposition gegenüber Krankheiten und Infektionen war jedoch auf dem Höchststand: es gab 100 Punkte. Bei der Strahlenexposition wurden 91 und bei der Sitzzeit 85 vergeben, wie Business Insider zu entnehmen ist.

Platz 2 der Risikoberufe belegt der Zahnarzt mit insgesamt 69,5 Punkten – also nur knapp hinter den Dentalhygienikern. Das Risiko gegenüber Infektionen liegt bei Zahnärzten auf der Skala bei 95, die Strahlenexposition bei 85, die Sitzzeit bei 82.

Aber auch Zahntechniker gehen einem riskanten Job in Zeiten von Corona nach. Sie landen mit einem Wert von 65,7 auf dem vierten Platz. Am höchsten ist hier die Exposition gegenüber Kontaminanten (99), gefolgt von der Sitzzeit und Exposition gegenüber Infektionen.

An fünfter Stelle der risikobehafteten Berufe steht die Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) mit einem Wert von 65,5. Auch bei der ZFA ist die Exposition für Infektionen (96) besonders hoch, gefolgt von Gefahren durch Strahlung (85) und Kontaminanten (78).

Zahnärztliche Versorgung soll aufrechterhalten werden

Zahnärzteschaft stellt Maßnahmenpaket vor

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und Bundeszahnärztekammer (BZÄK) haben mit den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen der Länder (KZVen) ein gemeinsames Maßnahmenpaket vorgestellt, mit dem auch in Zeiten zunehmender Ausbreitung von SARS-CoV-2/COVID-19 die Sicherstellung der zahnärztlichen Versorgung in Deutschland gewährleistet wird. Der Schutz von Patientinnen, Patienten und Praxisteams hat dabei höchste Priorität. Das Maßnahmenpaket beinhaltet unter anderem auch die Versorgung akuter zahnärztlicher Notfallbehandlungen von infizierten und unter Quarantäne stehenden Patienten in Schwerpunktpraxen und Behandlungszentren.

Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der KZBV: „Wir werden unsere Aufgabe als Heilberuf auch und gerade in diesen schwierigen Zeiten verantwortlich wahrnehmen und alles Erdenkliche tun, um die zahnärztliche Versorgung trotz der fortschreitenden Ausbreitung von SARS-CoV-2/COVID-19 sicherzustellen. Das Wohl und die Zahngesundheit unserer Patientinnen und Patienten stehen dabei im Fokus aller Anstrengungen. Gleichzeitig müssen wir für unsere Gesundheit und die unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Verantwortung tragen, um die Versorgung aufrecht erhalten zu können. Dabei sind wir auf die aktive Mithilfe der Patienten in besonders hohem Maße angewiesen. Patientinnen und Patienten, die bereits Symptome einer akuten Erkrankung der Atemwege zeigen, also Schnupfen, Husten, Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Atembeschwerden und Luftnot, Müdigkeit und Appetitlosigkeit, sollten sich - soweit kein akuter Notfall vorliegt -erst nach Abklingen der Erkrankung um einen Behandlungstermin bemühen. Am besten ist es, wenn sich jede Patientin und jeder Patient vor einer Behandlung noch einmal mit seiner Zahnarztpraxis in Verbindung setzt und individuell abklärt, ob der geplante Termin tatsächlich wahrgenommen werden soll.“

Die KZBV arbeitet mit Bundgesundheitsminister Spahn und den Ländern an einer Lösung, nach der die Versorgung von Patientinnen und Patienten, die sich mit SARS-CoV-2/COVID-19 infiziert haben und solche, die unter häuslicher Quarantäne stehen, über ein bundesweites Netz von Universitäts-Zahnkliniken, Kliniken mit einer Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie-Abteilung und Kliniken mit einem zahnmedizinischen Fachbereich sichergestellt wird.

Infizierte oder unter Quarantäne gestellte Patienten, die unter Zahnschmerzen oder einem akuten zahnärztlichen Notfall leiden, sollen sich zunächst mit ihrem Hauszahnarzt oder der entsprechenden Hotline bei den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen der Länder oder den Landeszahnärztekammern in Verbindung setzen, die dann die notfallmäßige Behandlung veranlassen. Die Telefonnummern von KZVen und Kammern sind unter www.kzbv.de/coronavirus und unter www.bzaek.de/coronavirus veröffentlicht.

Dr. Peter Engel, Präsident der Bundeszahnärztekammer: „Die Ausbreitung von SARS-CoV-2/COVID-19 ist zurzeit überaus dynamisch, die Lage ändert sich täglich. Das stellt Gesundheitssystem und -politik vor große Herausforderungen. Die BZÄK ist im engen Austausch mit der KZBV, um sie darin zu unterstützen, die zahnmedizinische Versorgung so gut wie möglich aufrechtzuerhalten. Dazu müssen bestimmte Maßnahmen und Empfehlungen beachtet werden, die BZÄK, KZBV und RKI zusammengestellt haben. Zudem sind wir im ständigen Kontakt mit politischen Entscheidungsträgern, Stakeholdern im Gesundheitswesen und den (Landes-) Zahnärztekammern, um konzertiert reagieren zu können. Die BZÄK kümmert sich bestmöglich um die Probleme der Zahnarztpraxen und stellt diesen auf ihrer Website alle verfügbaren Informationen zur zahnärztlichen Behandlung während der Corona-Pandemie zusammen. Die Informationen werden laufend aktualisiert. Alle unsere Ressourcen sind darauf ausgerichtet, die Kolleginnen und Kollegen im ganzen Land zu unterstützen, Fragen zu beantworten und Unsicherheiten zu begegnen. Bei noch ungeklärten Fragen stehen wir mit den jeweils zuständigen Stellen in Verbindung, um weitere relevante Informationen für die Zahnärztinnen und Zahnärzte zu erhalten.“

Sonder-Websites von KZBV und BZÄK online

KZBV und BZÄK haben Sonder-Websites zu dem Thema SARS-CoV-2/COVID-19 geschaltet, die fortlaufend aktualisiert werden. Unter www.kzbv.de/coronavirus sowie www.bzaek.de/coronavirus sind zahlreiche gesicherte Informationen zusammengetragen. Dazu zählen aktuelle Hinweise des Robert Koch-Instituts, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, des Bundesministeriums für Gesundheit sowie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Zudem sind dort spezielle Hotlines und Ansprechpartner für Praxen bei KZVen und Kammern der Länder abgebildet. Zu dieser Übersicht sowie zu weiteren Maßnahmen für die Versorgung stehen KZBV und BZÄK in ständigem Kontakt, um Praxen und Patienten so direkt wie möglich über aktuelle Entwicklungen zu unterrichten und einen gleichlautenden Informationsstand für die zahnärztliche Versorgung zu gewährleisten.

Quelle: BZÄK

Foto Teaserbild: Thaut Images – stock.adobe.com

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