Branchenmeldungen 31.03.2026

Studie: Sechs von zehn Beschäftigten sind Burn-out-gefährdet

PRONOVA BKK – Ständige Überforderung und anhaltende Kränkungen im Job erschöpfen die Berufstätigen in Deutschland. 61 Prozent schätzen ihr eigenes Burn-out-Risiko als mittel oder hoch ein. Damit bleibt die psychische Belastung im Arbeitsalltag seit 2022 auf hohem Niveau. 

Studie: Sechs von zehn Beschäftigten sind Burn-out-gefährdet

Foto: hodim – stock.adobe.com; generiert mit KI

Gleichzeitig belastet auch Unterforderung (Bore-out) viele Mitarbeitende, vor allem die unter 30-Jährigen. Das sind Ergebnisse der repräsentativen Studie „Arbeiten 2025“ der Pronova BKK, für die im Oktober 2025 bundesweit 1.230 Beschäftigte ab 18 Jahren befragt wurden.

Viele Berufstätige fühlen sich nicht nur körperlich, sondern auch mental unter Druck. Jede*r Dritte hat im Job bereits selbst Erfahrung mit Burn-out gemacht. Bei Kolleg*innen haben 40 Prozent der Befragten diesen Zustand beobachtet.

Vor allem strukturelle Faktoren belasten die Berufstätigen. 32 Prozent der Befragten geben an, dass eine unfaire oder unausgewogene Verteilung der Aufgaben mehr Stress auslöst als noch vor fünf Jahren. 26 Prozent der Befragten fühlen sich durch komplexe bürokratische und rechtliche Anforderungen unter Druck gesetzt. Ebenso viele stresst die ständige Erreichbarkeit. Beschäftigte in der Gen Z sind davon besonders stark betroffen.

Bild von einem Quotenzeichen
„Burn-out entsteht schleichend, deshalb ist es so gefährlich“, sagt Wirtschaftspsychologin und Resilienz-Trainerin Patrizia Thamm von der Pronova BKK. Warnsignale wie körperliche und emotionale Erschöpfung, Schlafstörungen, Kopf- und Rückenschmerzen würden häufig ignoriert, ebenso eine verminderte Leistungsfähigkeit. „Wer über Wochen oder Monate mehrere dieser Signale bemerkt, sollte frühzeitig gegensteuern“, warnt Thamm.

Gen Z durch Unterforderung belastet

Noch eine zweite Form psychischer Erschöpfung wirkt sich negativ auf den Arbeitsalltag von vielen Beschäftigten aus: Bore-out. Dieses Phänomen der anhaltenden starken Unterforderung oder Langeweile am Arbeitsplatz hat rund jede*r Zweite schon an sich selbst oder im Kollegenkreis beobachtet. Monotone Aufgaben oder fehlende Entwicklungsperspektiven demotivieren vor allem junge Erwerbstätige. 37 Prozent der unter 30-Jährigen haben Bore-out selbst erlebt, deutlich mehr als im Durchschnitt der Beschäftigten (26 Prozent).

„Beide Phänomene sind Ausdruck derselben Dynamik. Einer Arbeitswelt, die extreme Anforderungen stellt und gleichzeitig an vielen Stellen Sinn entzieht“, ordnet Patrizia Thamm die Ergebnisse ein. Im Arbeitsumfeld sollten Belastung aber auch Unterforderung offen angesprochen werden dürfen. Die Wirtschaftspsychologin sieht in dieser Transparenz eine der effektivsten Möglichkeiten, Burn-out und Bore-out vorzubeugen.

Mehr Informationen zur Studie „Arbeiten 2025“

Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper