Branchenmeldungen 31.03.2026
Studie: Sechs von zehn Beschäftigten sind Burn-out-gefährdet
Gleichzeitig belastet auch Unterforderung (Bore-out) viele Mitarbeitende, vor allem die unter 30-Jährigen. Das sind Ergebnisse der repräsentativen Studie „Arbeiten 2025“ der Pronova BKK, für die im Oktober 2025 bundesweit 1.230 Beschäftigte ab 18 Jahren befragt wurden.
Viele Berufstätige fühlen sich nicht nur körperlich, sondern auch mental unter Druck. Jede*r Dritte hat im Job bereits selbst Erfahrung mit Burn-out gemacht. Bei Kolleg*innen haben 40 Prozent der Befragten diesen Zustand beobachtet.
Vor allem strukturelle Faktoren belasten die Berufstätigen. 32 Prozent der Befragten geben an, dass eine unfaire oder unausgewogene Verteilung der Aufgaben mehr Stress auslöst als noch vor fünf Jahren. 26 Prozent der Befragten fühlen sich durch komplexe bürokratische und rechtliche Anforderungen unter Druck gesetzt. Ebenso viele stresst die ständige Erreichbarkeit. Beschäftigte in der Gen Z sind davon besonders stark betroffen.
Gen Z durch Unterforderung belastet
Noch eine zweite Form psychischer Erschöpfung wirkt sich negativ auf den Arbeitsalltag von vielen Beschäftigten aus: Bore-out. Dieses Phänomen der anhaltenden starken Unterforderung oder Langeweile am Arbeitsplatz hat rund jede*r Zweite schon an sich selbst oder im Kollegenkreis beobachtet. Monotone Aufgaben oder fehlende Entwicklungsperspektiven demotivieren vor allem junge Erwerbstätige. 37 Prozent der unter 30-Jährigen haben Bore-out selbst erlebt, deutlich mehr als im Durchschnitt der Beschäftigten (26 Prozent).
„Beide Phänomene sind Ausdruck derselben Dynamik. Einer Arbeitswelt, die extreme Anforderungen stellt und gleichzeitig an vielen Stellen Sinn entzieht“, ordnet Patrizia Thamm die Ergebnisse ein. Im Arbeitsumfeld sollten Belastung aber auch Unterforderung offen angesprochen werden dürfen. Die Wirtschaftspsychologin sieht in dieser Transparenz eine der effektivsten Möglichkeiten, Burn-out und Bore-out vorzubeugen.