Branchenmeldungen 29.06.2012

UZM Basel blickt auf zehn Jahre Zahnerhaltung zurück

UZM Basel blickt auf zehn Jahre Zahnerhaltung zurück

Foto: Foto: UZM Basel

Jubiläumsabend lässt Gäste in Erinnerungen schwelgen und auf den neuesten Stand bringen. Von med. dent. Irina Ilgenstein, UZM Basel.

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Abteilung Zahnerhaltung unter seiner Leitung lud Prof. Dr. Roland Weiger zur Feier an den Universitätskliniken für Zahnmedizin Basel ein. Anwesend waren neben den aktuellen vor allem ehemalige Mitarbeiter sowie überweisende Zahnärzte, Zahntechniker und Firmenvertreter. Prof. Dr. Roland Weiger begrüsste die Gäste im grossen Hörsaal des UZM mit schönen Erinnerungen an die letzten zehn Jahre und hatte für sein Team viele lobende Worte übrig. Er sprach über die Veränderungen der letzten Jahre, besonders aus aktuellem Grund, da die Abteilung gerade in neue Behandlungsstühle investiert hat, welche die Klinikräume in neuem Glanz erstrahlen lassen.

Parodontologie – Antibiotikatherapie

Nach der Einführung, in der Prof. Weiger die verschiedenen Fachdisziplinen der Abteilung – die Parodontologie, Endodontologie und Kariologie sowie die Traumatologie mit dem Zahnunfallzentrum – vorgestellt hatte, übergab er das Wort an den frisch habilitierten PD Dr. med. dent. Clemens Walter. Dieser sprach in seinem Vortrag über die Vor- und Nachteile und die aktuellen Empfehlungen der Antibiotikatherapie in der Parodontologie.

Nach momentaner Studienlage sei nach wie vor der van Winkelhoff-Cocktail (Amoxicillin und Metronidazol) die beste Antibiotikakombination gegen das mikrobielle Spektrum in der Parodontologie. Bei aggressiver Parodontitis und Raucherparodontitis wird eine Antibiotikagabe nach der ersten Instrumentierung empfohlen, da dann nach aktuellen Studien die besten Ergebnisse erzielt werden können.

Kariologie – CEREC

Nachdem PD Dr. Walter über die Parodontologie referiert hatte, war nun med. dent. Julia Bühler als Vertreterin der Kariologie mit ihrem Vortrag „Cerec– Yes we scan“ an der Reihe. Sie zeigte die Entstehung des Cerec-Systems, das in den 80er-Jahren seine Anfänge nahm. Seither ist in der Weiterentwicklung und Vereinfachung des Systems und der Software viel gelaufen. Mit der neuesten Generation, dem Cerec AC, mit der auch auf der Abteilung für Zahnerhaltung gearbeitet wird, können mechanisch und ästhetisch sehr gute Ergebnisse erzielt werden. Dies unterstrich med. dent. Julia Bühler mit sehr schönen eigenen Patientenbeispielen. CAD/CAM-gefertigte Cerec-Restaurationen stellen sowohl für den Behandler als auch für den Patienten eine gute und interessante Alternative zu laborgefertigten Restaurationen dar.

Endodontologie– Pulpaexposition

Nach diesem kurzen Einblick in die Kariologie sprach nun als nächstes OA Dr. med. dent. Mauro Amato über aktuelle Behandlungsleitlinien bei Pulpaexposition durch Karies. Zur Diskussion stand, ob bei jedem Zahn, bei dem die Pulpa eröffnet wird, zwingend auch eine Wurzelkanalbehandlung erfolgen muss. Denn wird die Pulpa bei tiefer Karies nur punktuell eröffnet, ansonsten ist der Zahn jedoch symptomlos, besteht die Möglichkeit der direkten Überkappung oder einer partiellen Pulpotomie. Dabei wird nur der infizierte Teil der Kronenpulpa entfernt und mit MTA (Mineral Trioxide Aggregate) abgedeckt. Diese Therapie ist indiziert, wenn die Pulpa gut durchblutet (junge Patienten), der Zahn symptomlos ist und sich die Blutung nach der Pulpotomie stillen lässt. Aktuelle Studien zeigen gute Erfolgschancen über fünf bis neun Jahre.

Endodontologie – Revision

Im nächsten Vortrag von OA Dr. med. dent. Leonard Büttel, welcher in diesem Jahr ebenfalls sein zehnjähriges Jubiläum in der Zahnerhaltung feiern darf, ging es um die Wurzelkanalrevision. In seinem unterhaltsamen Vortrag zeigte er mit entsprechenden Patientenbeispielen, dass man auch Zähnen mit einer ungünstigen Prognose und schwierigem Ausgangszustand durchaus eine Chance geben sollte, diese erhalten zu können. Wichtig für einen Behandlungserfolg ist die Erschliessung und chemo-mechanische Reinigung des originären Kanalverlaufs. Gelingt dies, kann durch eine Revision in vielen Fällen mit einer deutlichen Verbesserung oder Ausheilung der apikalen Parodontitis gerechnet werden. Die Revision stellt daher eine wesentliche Option zum Zahnerhalt dar.

Endodontologie – chirurgische Therapie

Abschliessend hatte OA Dr. med. dent. Hanjo Hecker das Wort. Auch er darf auf eine erfolgreiche zehnjährige Zusammenarbeit mit Prof. Weiger zurückblicken, in der er sich immer mit viel Engagement für die Abteilung eingesetzt hat.

Dr. Hecker referierte über die chirurgische Therapie in der Endodontologie. Er griff damit das vorherige Thema von Dr. Büttel wieder auf, indem er die weiterführenden Möglichkeiten aufzeigte, wenn eine Revision nicht möglich oder nicht erfolgreich war. In so einem Fall gibt es die Möglichkeit der Wurzelspitzenresektion (WSR), welche eine anerkannte Behandlungsmethode darstellt. Dr. Hecker veranschaulichte deutlich, dass die Ursache einer apikalen Aufhellung auf einem Röntgenbild nicht immer eindeutig diagnostiziert werden kann und dass es sich durchaus um komplexere Pathologien wie eine Zyste handeln kann.

Anschliessend hatte Dr. Hecker noch ein paar Fotos vom Klinikumbau, aber auch von den letzten Jahren zusammen mit den Mitarbeitern vorbereitet, welche viele gemeinsame lustige Momente bei der Arbeit und Freizeit des Teams zeigten.

Zum Ende ging auch ein Dank seitens Prof. Dr. Nicola Zitzmann in Form eines kleinen Präsents an Prof. Dr. Weiger und OA Dr. Hecker für die langjährige und gute Zusammenarbeit.

Anschliessend versammelten sich alle Gäste und Referenten zum Apéro riche, um auf das zehnjährige Jubiläum anzustossen. Dabei hatte man Gelegenheit, sich mit alten und neuen Kollegen, Freunden und Mitarbeitern zu unterhalten und die neuen Behandlungsstühle in der Klinik zu besichtigen.

Kontakt

UZM Basel

Klinik für Parodontologie,

Endodontologie und Kariologie

Universitätskliniken

für Zahnmedizin

CH-4056 Basel

www.unibas.ch

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